Sozialwohnung an FPÖ-Vertraute

FPÖ-Vizechef im Zentrum

(11.08.2026) Aufregung gibt es aktuell um den FPÖ-Vizechef Manfred Haimbuchner. In Linz sind nämlich zwei Sozialwohnungen, die eigentlich für ärmere Leute vorgesehen sind, an enge Vertraute des FPÖ-Politikers verkauft worden. Davon berichtet der Standard.

Die Sozialwohnungen in einer Linz-Top Lage sollen zudem weit unter dem Marktwert verkauft worden sein - unter Haimbuchners Aufsicht, wie der Standard berichtet.

Verbündete bekommen Wohnungen

In der Altstadt von Linz steht die Wohnhausanlage Harrachstraße. Es handelt sich dabei um einen nicht weiter bedeutenden Sozialbau, wäre da nicht seine gute Lage und Ausstattung. Mehrere Wohnungen besitzen etwa einen Balkon oder Dachterrassen. Im Jahr 2010 wurde die Wohnanlage von einem landeseigenen gemeinnützigen Wohnbauträger in Oberösterreich kernsaniert. Haimbuchner war als oberösterreichischer Wohnbaulandesrat daraufhin für den Verkauf politisch mitverantwortlich.

Top-Lage hin oder her: Bei der Vergabe von Sozialbauten muss man sich vom Wohnungsbedarf, der Haushaltsgröße und den Einkommensverhältnissen der Wohnungswerber leiten lassen, heißt es im österreichischen Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz.

Sozialbau für Bedürftige?

Ob das im Fall von Brigitte P. und Irene S. passiert ist, wird im Bericht des Standards in Frage gestellt. Irene S. war zum Zeitpunkt des Kaufs Wohnbauförderungsreferentin in Haimbuchners Büro und wurde später dessen Büroleiterin. Sie profitierte beim Kauf massiv von einer Wohnbauförderung der Steuerzahler, recherchiert der Standard. Besonders brisant: Für die Vergabe der Wohnbauförderung soll sie in Haimbuchners Büro selbst verantwortlich gewesen sein.

Brigitte P. hingegen war mehrmals FPÖ-Nationalratsabgeordnete und saß zum Kaufzeitpunkt für die FPÖ im Oberösterreichischen Landtag. Brigitte P. hat laut dem Standard keine Wohnbauförderung bezogen, hat aber ebenfalls eine Sozialwohnung erhalten. P. war nicht nur zwei Jahrzehnte lang FPÖ-Politikerin, sondern im Zivilberuf auch noch Primarärztin am Linzer Kepler Universitätsklinikum.

Haimbuchner sieht Hetzjagd

Der Verkauf von Sozialwohnungen an FPÖ-Vertraute sorgt auch politisch für viel Aufsehen. Der Chef der oberösterreichischen Grünen Stefan Kaineder sagt, Sozialwohnungen sind für Menschen da, die sie brauchen, und nicht für das eigene politische Umfeld. Die SPÖ fordert eine unabhängige Prüfung. FPÖ Vizechef Manfred Haimbuchner sieht eine Hetzjagd linksradikaler Medien gegen sich.

(mm/cd)

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