Ö: Alkoholverzicht schwierig

"Schwanger oder trocken?"

(24.09.2026) Österreich gilt beim Alkohol als "Hochkonsumland". Entsprechend groß ist auch weiterhin der gesellschaftliche Druck: Laut einer repräsentativen Umfrage von TQS Research & Consulting im Auftrag des Biofruchtsaftherstellers Höllinger haben 57 Prozent der Befragten bereits Rechtfertigungsdruck erlebt. Besonders häufig betrifft das jüngere Menschen: Unter den 16- bis 29-Jährigen geben 69 Prozent an, sie hätten sich bereits für ihren Alkoholverzicht erklären müssen.

Mit zunehmendem Alter nimmt der Rechtfertigungsdruck laut Umfrage ab. Bei den 30- bis 39-Jährigen haben 65 Prozent entsprechende Situationen erlebt, bei den 50- bis 65-Jährigen sind es 46 Prozent. Jüngere Befragte geben zudem signifikant häufiger an, Ausreden verwendet zu haben, um auf Alkohol verzichten zu können. Besonders häufig entsteht Rechtfertigungsdruck im Freundeskreis: 39 Prozent der Befragten berichten von entsprechenden Situationen. Bei Feiern und Events sind es 35 Prozent, beim Ausgehen in Clubs oder Bars 32 Prozent.

Frauen werden nach Schwangerschaft gefragt

Unterschiede zeigen sich auch zwischen Frauen und Männern. 40 Prozent der befragten Frauen wurden laut Umfrage bereits gefragt, ob sie schwanger seien, weil sie keinen Alkohol tranken. Jüngere Frauen erleben diese Reaktion signifikant häufiger als ältere. Männer wiederum werden signifikant häufiger mit der Vermutung konfrontiert, hinter ihrem Alkoholverzicht könnte ein Alkoholproblem stehen.

Gleichzeitig zeichnet sich ein gesellschaftlicher Wandel ab: Mit dem bevorstehenden "Sober October" rückt der bewusste Verzicht auf Alkohol für einen Monat in den Fokus. Doch auch abseits davon greifen knapp vier von zehn Befragten (38 Prozent) zu alkoholfreien Alternativen, wenn sie am nächsten Tag leistungsfähig sein möchten. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) tut dies, um generell weniger Alkohol zu konsumieren. Knapp zwei Drittel der Österreicher (65 Prozent) sehen alkoholfreie Getränke zudem künftig als selbstverständliche Alternative zu Alkohol, weitere 22 Prozent als Ergänzung für bestimmte Anlässe. "Gemeinsames Anstoßen und Genießen sollte auch ohne Alkohol selbstverständlich sein - nicht nur im 'Sober October', sondern das ganze Jahr über", sagte Gerhard Höllinger, Geschäftsführer von Höllinger.

(apa/mc)

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