Kinder: Zu viel Koffein
VKI schlägt Alarm
(24.09.2026) Immer mehr koffeinhaltige Produkte zielen direkt auf Kinder und Jugendliche ab - sie sind oft süß im Geschmack und knallig aufgemacht. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat in einem Marktcheck etliche Erzeugnisse gefunden, mit denen empfohlene Höchstmengen für diese Zielgruppen schnell überschritten werden können. Moderater Koffeinkonsum gelte als unbedenklich. Viele Produkte enthalten laut den Fachleuten aber deutlich mehr Koffein, als man vermuten würde.
Mit dem Inhalt einer Dose (330 Milliliter) des Energydrinks "Nocco Ramonade" werden bereits 180 Milligramm Koffein aufgenommen, mit den bei Teenagern beliebten Produkten "Gönrgy Viva Fundarina" und "Monster Energy Ultra Strawberry Dreams" jeweils 160 bzw. 150 Milligramm pro 500-Milliliter-Dose. Koffeinpulver zum Auflösen in Wasser enthält bei der Marke "Holy" 160 Milligramm Koffein pro zubereiteter 500-Milliliter-Portion, berichtete der VKI am Donnerstag.
Für Kinder und Jugendliche gelten laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bis zu drei Milligramm Koffein pro Kilo Körpergewicht und Tag als unbedenklich. Ein 40 Kilo schweres Kind sollte demnach nicht mehr als 120 Milligramm Koffein am Tag aufnehmen.
Mit Konsum mehrerer Produkte ist empfohlene Menge schnell erreicht
Zum Vergleich: Eine halbe Tafel Vollmilchschokolade (50 Gramm) bringt es laut den Fachleuten auf rund zehn Milligramm Koffein, ein Glas Eistee auf 14, eine Dose Cola auf 35 Milligramm. Mit einer Portion Matcha Latte konsumieren Jugendliche rund 50 Milligramm, ein durchschnittlicher Energydrink (250 Milliliter), etwa Red Bull, beinhaltet 80 Milligramm. Eine Tasse Filterkaffee (200 Milliliter) toppt das locker mit 90 Milligramm, eine Halbe-Liter-Flasche Club Mate bringt es auf 100 Milligramm. Wer mehrere Produkte kombiniert, kann die empfohlenen Mengen leicht überschreiten.
"Viele Eltern denken bei Koffein zuerst an Kaffee. Tatsächlich steckt der Muntermacher heute in einer Vielzahl von Produkten, die speziell für junge Zielgruppen attraktiv gestaltet sind. Das Risiko besteht darin, dass Kinder und Jugendliche die enthaltenen Koffeinmengen und deren Risiken unterschätzen, zudem sind sie häufig nicht an Koffein gewöhnt", warnte VKI-Ernährungswissenschafterin Teresa Bauer.
Viele koffeinhaltige Produkte seien auf den ersten Blick nicht als solche erkennbar. Warnhinweise befinden sich häufig auf der Verpackungsrückseite. Eltern sollten mit ihren Kindern über Energydrinks und andere Koffeinquellen sprechen und über mögliche Gefahren aufklären. Besonders riskant sei die Kombination mit Alkohol oder Sport.
(apa/mc)