12 € für ein Packerl Tschick?

EU-Mindeststeuersatz?

(21.07.2026) Rauchen wird in Deutschland deutlich teurer. Nach aktuellen Plänen der schwarz-roten Bundesregierung könnte der durchschnittliche Preis einer Packung mit 20 Zigaretten bis 2030 auf 11,78 Euro steigen. Damit würde die Schachtel nur noch knapp unter der 12-Euro-Marke liegen. Eine zusätzliche Reform der Tabaksteuer auf EU-Ebene könnte den Preis sogar darüber treiben – und hätte auch Auswirkungen auf Österreich.

Deutschland plant kräftige Steuererhöhung

Die deutsche Bundesregierung will die Tabaksteuer in den kommenden Jahren stärker erhöhen als zunächst geplant. Nach den zuletzt bekannt gewordenen Berechnungen soll eine durchschnittliche Packung mit 20 Zigaretten bereits 2027 rund 9,10 Euro kosten.

Danach soll der Preis schrittweise weiter steigen:

  • 2027: durchschnittlich rund 9,10 Euro pro Packung
  • 2028: durchschnittlich rund 9,91 Euro
  • 2029: durchschnittlich rund 10,81 Euro
  • 2030: durchschnittlich rund 11,78 Euro

Die tatsächlichen Preise können je nach Marke und Preispolitik der Hersteller abweichen. Die genannten Beträge sind Modellrechnungen, keine staatlich festgelegten Einheitspreise.

Mit der stärkeren Erhöhung sollen zusätzliche Einnahmen für den Bundeshaushalt erzielt werden. Gleichzeitig argumentiert die deutsche Politik mit dem Gesundheitsschutz: Höhere Preise sollen insbesondere Jugendliche davon abhalten, mit dem Rauchen anzufangen.

So funktioniert der geplante EU-Mindeststeuersatz

Zusätzlichen Druck könnte eine Reform der europäischen Tabaksteuerrichtlinie bringen. Der diskutierte EU-Plan sieht vor, die Mindestverbrauchsteuer auf Zigaretten von derzeit 90 Euro auf 215 Euro je 1.000 Zigaretten anzuheben. Auf eine Packung mit 20 Stück umgerechnet entspricht das einem EU-Mindestbetrag von 4,30 Euro Tabaksteuer – allerdings vor Mehrwertsteuer und weiteren nationalen Steuerbestandteilen. Entscheidend ist: Die EU würde damit keinen Verkaufspreis von zwölf Euro vorschreiben. Sie legt lediglich eine Steueruntergrenze fest, die jedes Mitgliedsland mindestens einheben müsste. Staaten dürften weiterhin höhere Steuern verlangen. Zusätzlich wurde über eine Anpassung an die Kaufkraft einzelner Länder diskutiert. In vergleichsweise wohlhabenden Staaten wie Deutschland oder Österreich könnte die effektive Mindestbelastung dadurch höher ausfallen als in Ländern mit niedrigerem Preisniveau. Erst zusammen mit Mehrwertsteuer, Herstellerpreis, Handelsspanne und möglichen nationalen Zuschlägen könnte eine Packung in Deutschland tatsächlich mehr als zwölf Euro kosten.

Zwölf Euro sind noch nicht beschlossen

Die häufig genannte 12-Euro-Packung ist daher kein bereits beschlossener Fixpreis. Sie beruht auf Berechnungen der Tabakbranche und auf der Annahme, dass die Hersteller die zusätzliche Steuerbelastung vollständig an die Kunden weitergeben.

Hinzu kommt, dass die Reform der EU-Tabaksteuerrichtlinie politisch schwierig ist. Steuerfragen müssen auf EU-Ebene grundsätzlich von allen Mitgliedstaaten einstimmig beschlossen werden. Mehrere Länder drängen zwar auf eine rasche Überarbeitung, andere Staaten stehen einer massiven Erhöhung kritisch gegenüber. Der endgültige Steuersatz könnte daher noch verändert oder die Reform verzögert werden.

Deutschland könnte 12-Euro-Marke auch ohne EU erreichen

Unabhängig von Brüssel liegt Deutschland mit seinem eigenen Steuerplan bereits knapp an der 12-Euro-Grenze. Für 2030 wird mit einem durchschnittlichen Packungspreis von 11,78 Euro gerechnet.

Bei teureren Marken könnten zwölf Euro damit schon allein durch die nationale Steuererhöhung früher überschritten werden. Günstigere Marken könnten hingegen auch 2030 noch unter diesem Betrag bleiben.

Die Regierung rechnet durch die stärkeren Erhöhungen mit erheblichen Mehreinnahmen. Der Steueranteil am Packungspreis soll deutlich steigen. In Deutschland besteht die Tabaksteuer aus einem festen Betrag je Zigarette und einem zusätzlichen prozentuellen Anteil am Verkaufspreis. Dazu kommt die Mehrwertsteuer.

Nicht nur klassische Zigarettenpackungen wären betroffen. Auch Feinschnitt-Tabak für selbst gedrehte Zigaretten soll stärker besteuert werden.

Auf EU-Ebene wurde eine Anhebung der Mindeststeuer für Feinschnitt von derzeit 60 Euro auf 215 Euro pro Kilogramm diskutiert. Branchenberechnungen zufolge könnte ein Beutel mit 30 Gramm dadurch deutlich teurer werden.

Damit soll verhindert werden, dass Raucher wegen höherer Zigarettenpreise verstärkt auf günstigeren Drehtabak ausweichen. Auch erhitzte Tabakprodukte, E-Zigaretten und Nikotinbeutel könnten im Zuge einer neuen EU-Richtlinie erstmals einheitlicher besteuert werden.

Was der Steuerplan für Österreich bedeutet

Für Österreich ist der deutsche Steuerplan zunächst nicht unmittelbar verbindlich. Deutschland entscheidet über seine nationale Tabaksteuer selbst. Steigen die Preise dort bis 2030 auf durchschnittlich 11,78 Euro, muss Österreich deshalb nicht automatisch nachziehen.

Anders wäre es bei einer neuen EU-Tabaksteuerrichtlinie. Diese würde auch Österreich betreffen. Wien müsste dann überprüfen, ob die österreichische Tabaksteuer die neuen europäischen Mindestwerte erreicht. Liegt die heimische Belastung darunter, müsste Österreich seine Steuersätze entsprechend anheben.

Wie stark eine österreichische Packung dadurch teurer würde, lässt sich derzeit noch nicht seriös sagen. Das hängt vom endgültigen EU-Modell, einer möglichen Kaufkraftanpassung, den nationalen Steuerentscheidungen und davon ab, wie viel der Mehrbelastung die Hersteller an die Konsumenten weitergeben.

Österreich könnte vorerst deutlich günstiger bleiben

Zigaretten sind in Österreich derzeit im Regelfall noch deutlich günstiger als die für Deutschland prognostizierten 11,78 Euro im Jahr 2030. Sollte Deutschland seinen Plan vollständig umsetzen und Österreich seine Steuern nur moderat erhöhen, könnte sich der Preisunterschied zwischen beiden Ländern vergrößern.

Das wäre besonders für Grenzregionen relevant. Während bisher teilweise deutsche Kunden wegen günstigerer Preise in Nachbarländer ausweichen, könnte Österreich für deutsche Raucher künftig noch attraktiver werden.

Genau vor solchen Verschiebungen warnt die Tabakbranche. Große Preisunterschiede zwischen EU-Staaten könnten den legalen Einkauf über die Grenze, aber auch Schmuggel und Schwarzhandel fördern.

Tabakbranche warnt vor Schwarzmarkt

Die deutsche Tabakwirtschaft kritisiert sowohl die nationalen als auch die europäischen Steuerpläne. Branchenvertreter warnen davor, dass extreme Preissteigerungen den legalen Absatz einbrechen lassen könnten.

Raucher könnten verstärkt auf unversteuerte Ware, Fälschungen oder Einkäufe in günstigeren Nachbarstaaten ausweichen. Aus Sicht der Branche könnte der Staat dadurch trotz höherer Steuersätze Einnahmen verlieren.

Auch Zollvertreter weisen darauf hin, dass der illegale Handel mit Zigaretten bereits zunehme und zusätzliche Kontrollen notwendig wären.

Gesundheitsexperten begrüßen höhere Preise

Gesundheitsexperten halten deutliche Preiserhöhungen hingegen für eines der wirksamsten Mittel zur Senkung des Tabakkonsums. Besonders Jugendliche und junge Erwachsene reagierten stärker auf höhere Preise.

Auch der deutsche Suchtbeauftragte Hendrik Streeck unterstützt die geplante Steuererhöhung. Die zusätzlichen Einnahmen sollten seiner Ansicht nach teilweise in Prävention und Programme zum Rauchstopp fließen.

Wann könnten die höheren Preise kommen?

Die erste stärkere deutsche Erhöhung ist für 2027 vorgesehen. Danach sollen weitere Schritte bis 2030 folgen. Der nationale Steuerplan muss allerdings das deutsche Gesetzgebungsverfahren vollständig durchlaufen.

Bei der EU-Reform ist der Zeitplan noch unsicherer. Selbst nach Vorlage eines endgültigen Vorschlags müssten alle EU-Staaten zustimmen. Anschließend bräuchten Deutschland, Österreich und die übrigen Mitgliedstaaten Zeit, um die neuen Vorgaben in nationales Recht zu übertragen.

Fest steht daher bislang nur: Zigaretten sollen in Deutschland deutlich teurer werden. Ob die Packung tatsächlich zwölf Euro oder mehr kostet und wann Österreich nachziehen müsste, hängt von mehreren noch offenen politischen Entscheidungen ab.

(fd)

Lebenslange Haft für Vater

Wien: Mordversuch an Tochter

Basketball-Glücksfund

89.000 Dollar für Jacke

Hoffnung nach Tagen der Angst

Waldbrand bei Madrid eingedämmt

Fahrschülerin (16) ist tot!

Am Bike von LKW überrollt

Ausschreitungen nach WM-Finale

Jetzt drohen Konsequenzen!

Asylanträge brechen ein

Karner mit Bilanz

Mädchen verhungert!

Eltern als Täter!

Tate-Brüder verhaftet

Gerichtstermin am Montag