Hoffnung nach Tagen der Angst
Waldbrand bei Madrid eingedämmt
(21.07.2026) Nach fünf Tagen im Dauereinsatz gibt es im Kampf gegen den verheerenden Waldbrand nordöstlich von Madrid erstmals positive Nachrichten. Die Feuerwehr konnte die Ausbreitung des Feuers entscheidend bremsen. Der Präsident der Region Kastilien-La Mancha sprach am Dienstag von einem „Licht am Ende des Tunnels“. Dennoch bleibt die Lage angesichts einer neuen Hitzewelle in Spanien angespannt.
Feuer breitet sich nicht mehr weiter aus
Der Großbrand war am vergangenen Donnerstag rund 60 Kilometer nordöstlich der spanischen Hauptstadt ausgebrochen und hatte sich wegen der Hitze und starker Winde rasant ausgebreitet. Zeitweise sprach die Regionalregierung vom schlimmsten Waldbrand in der Geschichte Kastilien-La Manchas.
Nach Angaben der Einsatzleitung konnte die nächtliche Arbeit von mehr als 600 Feuerwehrleuten und Einsatzkräften die weitere Ausbreitung in Richtung der Provinzhauptstadt Soria nun nahezu stoppen.
Regionalpräsident Emiliano García-Page zeigte sich deshalb vorsichtig optimistisch: Man sehe inzwischen „das Licht am Ende des Tunnels“.
Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen
Der Brand hatte in den vergangenen Tagen massive Evakuierungen ausgelöst. Rund 1.200 Menschen aus mehr als 30 Ortschaften mussten ihre Häuser vorsorglich verlassen.
Zahlreiche Straßen wurden gesperrt, während Löschmannschaften am Boden und aus der Luft versuchten, die Flammen einzudämmen.
Fläche größer als 40.000 Fußballfelder zerstört
Nach ersten Schätzungen wurden bereits rund 29.000 Hektar Land zerstört. Das entspricht einer Fläche von mehr als 40.000 Fußballfeldern.
Die Behörden weisen allerdings darauf hin, dass diese Zahl nach der Auswertung neuer Satellitenbilder noch nach unten korrigiert werden könnte.
Fast 50 Löschflugzeuge im Einsatz
Zeitweise kämpften hunderte Feuerwehrleute gemeinsam mit knapp 50 Löschflugzeugen und Hubschraubern gegen die Flammen.
Vor allem die hohen Temperaturen und starke Winde erschwerten die Löscharbeiten in den vergangenen Tagen erheblich.
Neue Hitzewelle verschärft die Gefahr
Ausgerechnet am Dienstag begann in Spanien bereits die dritte Hitzewelle dieses Sommers. Der staatliche Wetterdienst Aemet rechnet zwar nur mit einer rund dreitägigen Hitzewelle, dennoch steigt dadurch die Gefahr neuer Brände deutlich an.
Spanien zählt bereits seit Wochen zu den am stärksten von Waldbränden betroffenen Ländern Europas.
Mehr als 115.000 Hektar bereits verbrannt
Nach Daten des europäischen Waldbrand-Informationssystems EFFIS wurden seit Jahresbeginn in Spanien bereits mehr als 115.000 Hektar Land durch Feuer zerstört.
Erst vor wenigen Tagen hatte ein verheerender Waldbrand in der südspanischen Region Andalusien für Schlagzeilen gesorgt. Dabei kamen 13 Menschen ums Leben, darunter zahlreiche ausländische Staatsbürger. Unter den Opfern befanden sich sieben Briten und drei Belgier.
Auch Frankreich kämpft gegen Flammen
Nicht nur Spanien ist betroffen. Auch in Frankreich bleibt die Waldbrandgefahr hoch.
Im westfranzösischen Nantes brach am Montag ein Feuer in einer Roma-Siedlung am Waldrand aus. Nach Angaben der örtlichen Behörden geriet zunächst ein Auto in Brand. Die Flammen griffen anschließend auf den Wald sowie Wohnwagen und weitere Fahrzeuge über.
Rund 200 Bewohner mussten in Sicherheit gebracht werden. Verletzt wurde niemand, mehrere provisorische Unterkünfte brannten jedoch vollständig nieder. Auch am Dienstag waren noch rund 150 Feuerwehrleute mit 45 Löschfahrzeugen im Einsatz.
(fd/apa)