Monster aus der Nachbarschaft?

Wer ist „Jimothy“?

(21.07.2026) Ein pelziges Wesen mit ungewöhnlichem Körperbau sorgt derzeit weltweit für Aufsehen. Videos einer bizarren Kreatur, die durch ein Wohnviertel in der US-Metropole Seattle streift, werden millionenfach angesehen und sorgen in den sozialen Netzwerken für wilde Spekulationen. Doch hinter dem vermeintlichen „Monster“ steckt eine überraschende Erklärung.

Video geht weltweit viral

Zu sehen ist ein graues Tier, das zunächst auf vier Beinen über einen Rasen läuft, anschließend einen Gehweg überquert und schließlich auf zwei Beinen eine Treppe hinaufsteigt.

Die ungewöhnlichen Bewegungen und der stark verkürzte Körper sorgen im Internet für zahlreiche Spekulationen. Nutzer rätseln, ob es sich um ein unbekanntes Tier, eine Mutation oder sogar eine KI-generierte Aufnahme handeln könnte.

Nachbarn kennen das Tier längst

Während Millionen Menschen noch rätseln, ist die Antwort für die Bewohner des Stadtteils Ballard in Seattle längst bekannt.

Das Tier trägt dort den Spitznamen „Jimothy“ und ist offenbar seit Jahren regelmäßig in der Nachbarschaft unterwegs. Vor allem nächtliche Besuche an Mülltonnen und auf Balkonen haben den ungewöhnlichen Vierbeiner lokal bereits zu einer kleinen Berühmtheit gemacht.

Hinter dem „Monster“ steckt ein Waschbär

Bei „Jimothy“ handelt es sich nicht um eine unbekannte Tierart, sondern um einen Waschbären.

Sein außergewöhnliches Aussehen wird auf das sogenannte Short-Spine-Syndrom zurückgeführt. Dabei handelt es sich um eine sehr seltene genetische Fehlbildung, bei der die Wirbelsäule deutlich verkürzt ist. Die Beine wachsen hingegen weitgehend normal weiter.

Dadurch wirkt der Körper gestaucht, während Kopf und Gliedmaßen im Verhältnis ungewöhnlich groß erscheinen.

Seltene genetische Fehlbildung

Das Short-Spine-Syndrom wurde bislang vor allem bei Hunden beschrieben, kann aber auch andere Säugetiere betreffen.

Betroffene Tiere haben häufig:

  • eine stark verkürzte Wirbelsäule,
  • einen gedrungenen Körperbau,
  • normale oder nahezu normale Beinlängen,
  • teilweise eingeschränkte Beweglichkeit.

Experten gehen davon aus, dass viele Tiere mit dieser genetischen Besonderheit dennoch schmerzfrei leben können, sofern keine weiteren gesundheitlichen Probleme auftreten.

„Jimothy“ wird zum Internet-Star

Nach Angaben von Anwohnern fiel der Waschbär bereits als Jungtier auf. Eine Bewohnerin berichtete, er habe damals „wie ein kleiner Ball“ ausgesehen und sei gemeinsam mit seiner Mutter und seinen Geschwistern unterwegs gewesen.

Mittlerweile wird „Jimothy“ in sozialen Netzwerken gefeiert. Zahlreiche Nutzer teilen Videos und Fotos des ungewöhnlichen Waschbären, während lokale Medien ihn bereits als neue Kultfigur der Stadt bezeichnen.

Kein KI-Video und kein unbekanntes Wesen

Immer wieder wird in den sozialen Netzwerken vermutet, das virale Video könnte mit Künstlicher Intelligenz erstellt worden sein oder ein unbekanntes Tier zeigen.

Dafür gibt es jedoch keine Hinweise. Nach übereinstimmenden Berichten handelt es sich um echte Aufnahmen des in der Nachbarschaft bekannten Waschbären „Jimothy“, dessen auffälliges Erscheinungsbild durch die seltene genetische Fehlbildung erklärt werden kann.

(fd)

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