500 Euro für Babys

Familienbeihilfe: Keine Erhöhung

(19.10.2026) Die österreichische Bundesregierung hat einen neuen 500-Euro-Bonus für Kinder angekündigt. Ab 2027 soll ein staatlich gefördertes Zukunftsdepot eingeführt werden. Doch während Neugeborene künftig Startkapital erhalten sollen, müssen Österreichs Familien bei anderen Leistungen weiterhin auf mehr Geld verzichten. Die Familienbeihilfe bleibt nämlich nicht nur 2027, sondern auch 2028 eingefroren.

Regierung einigt sich auf 500-Euro-Bonus für Neugeborene

Bei einem Regierungstreffen am Samstag, 17. Oktober 2026, verkündete Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) die Einigung auf das sogenannte Zukunftsdepot. Ab 1. Juli 2027 soll es Eltern ermöglichen, langfristig und steuerbegünstigt Geld für ihre Kinder anzulegen. Der Staat will dafür einmalig 500 Euro Startkapital bereitstellen.

Allerdings gibt es eine entscheidende Einschränkung: Der Bonus ist nach den angekündigten Plänen ausschließlich für Kinder vorgesehen, die ab dem 1. Jänner 2027 geboren werden. Wer noch im Dezember 2026 zur Welt kommt, würde demnach nicht von den 500 Euro profitieren.

In das Depot sollen zusätzlich bis zu 5.000 Euro pro Kind und Jahr eingezahlt werden können. Ziel der Regierung ist es, jungen Menschen den langfristigen Vermögensaufbau zu erleichtern. Das Geld wird dabei nicht als frei verfügbarer Sofortbonus ausgezahlt, sondern soll angelegt werden. Die gesetzlichen Details zur Umsetzung stehen noch aus.

Familienbeihilfe bleibt bis Ende 2028 eingefroren

Während die Regierung mit dem neuen Zukunftsdepot eine zusätzliche Förderung ankündigt, gibt es bei den bestehenden Familienleistungen keine Entlastung durch eine Inflationsanpassung. Die Familienbeihilfe, das Kinderbetreuungsgeld, das Schulstartgeld und weitere Leistungen bleiben bis einschließlich 2028 auf dem Niveau von 2025.

Die ursprünglich automatische jährliche Anpassung an die Inflation wurde ausgesetzt, um das Staatsbudget zu entlasten. Das bedeutet: Familien erhalten weiterhin denselben Betrag, obwohl steigende Preise die Kaufkraft der Unterstützung verringern können.

Die Regierung rechnet durch das weitere Aussetzen der Anpassungen ab 2028 mit jährlichen Budgeteinsparungen von rund 150 Millionen Euro bei den betroffenen Familienleistungen.

So viel Familienbeihilfe gibt es 2027

Die Höhe der Familienbeihilfe in Österreich richtet sich nach dem Alter des Kindes. Da die Beträge auch 2027 nicht an die Inflation angepasst werden, gelten weiterhin dieselben monatlichen Grundbeträge wie 2025 und 2026.

Für Kinder unter drei Jahren erhalten Eltern monatlich 138,40 Euro. Ab dem dritten Geburtstag steigt die Familienbeihilfe auf 148 Euro, ab dem zehnten Geburtstag auf 171,80 Euro. Für volljährige Kinder ab 19 Jahren beträgt die Unterstützung unter den gesetzlichen Voraussetzungen 200,40 Euro pro Monat.

Zusätzlich wird der Kinderabsetzbetrag von 70,90 Euro monatlich pro Kind gemeinsam mit der Familienbeihilfe ausbezahlt. Je nach Anzahl der Kinder und familiärer Situation können weitere Zuschläge hinzukommen.

Auch der Kinderabsetzbetrag bleibt bis einschließlich 2028 von der Inflationsanpassung ausgenommen. Für Familien bedeutet das, dass die staatliche Unterstützung nominell gleich bleibt, während ihre Kaufkraft bei steigenden Lebenshaltungskosten sinkt.

Warum ältere Kinder beim 500-Euro-Bonus nicht profitieren

Besonders auffällig ist der vorgesehene Stichtag für das neue Zukunftsdepot. Während Eltern eines ab Jänner 2027 geborenen Kindes den einmaligen 500-Euro-Startbonus erhalten sollen, ist diese Förderung für bereits geborene Kinder nicht vorgesehen.

Damit könnten zwei Familien, deren Kinder nur wenige Tage auseinander geboren werden, beim neuen Bonus unterschiedlich behandelt werden. Die angekündigte Regelung macht den 1. Jänner 2027 zur entscheidenden Grenze.

Allerdings handelt es sich beim Zukunftsdepot um eine langfristige Sparförderung und nicht um eine laufende Familienleistung. Der neue Bonus ersetzt daher weder die Familienbeihilfe noch gleicht er automatisch die fehlende Inflationsanpassung aus.

Regierung will sparen und neue Förderung schaffen

Die Maßnahmen verfolgen unterschiedliche Ziele. Mit dem Einfrieren der Familienleistungen soll das Budget entlastet werden. Das neue Zukunftsdepot soll dagegen den langfristigen Vermögensaufbau für die nächste Generation fördern.

Für bestehende Familien ändert sich an den eingefrorenen Leistungen zunächst nichts. Sie müssen auch 2027 und 2028 ohne die sonst übliche Inflationsanpassung auskommen. Für Eltern von Kindern, die ab 2027 geboren werden, soll hingegen eine neue Sparmöglichkeit mit staatlichem Startkapital entstehen.

Ob und in welcher endgültigen Form das Zukunftsdepot umgesetzt wird, hängt noch von den gesetzlichen Regelungen ab. Der geplante Start ist der 1. Juli 2027.

(fd/apa)

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