Ach du Kacke!

Fäkalientrend im Schwimmbad?

(31.08.2026) Ein besonders widerlicher Internet-Trend sorgt derzeit in spanischen Freibädern für Ärger. Kinder und Jugendliche sollen absichtlich Fäkalien in Schwimmbecken bringen, um eine Räumung auszulösen und das anschließende Chaos für soziale Netzwerke zu filmen. Mehrere Schwimmbäder mussten deshalb bereits schließen und aufwendig gereinigt werden.

Vier Kinder in Burgos identifiziert

Besonders konkret ist ein Fall aus Burgos im Norden Spaniens. Dort wurden vier Kinder im Alter zwischen 11 und 13 Jahren als mutmaßliche Verursacher eines Vorfalls im Freibad El Plantío identifiziert. Entscheidend war diesmal ein Zeuge, der das Geschehen beobachtet und das Personal alarmiert hatte. Die Polizei konnte daraufhin die Kinder feststellen. Für die Stadt war es bereits der sechste derartige Vorfall in diesem Sommer.

Bis zu 3.000 Euro Strafe möglich

Die Stadt hat ein Verfahren gegen die Minderjährigen eingeleitet. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen ihnen nach den örtlichen Regeln Geldstrafen von bis zu 3.000 Euro. Zusätzlich können die Kosten für Reinigung und entstandene Schäden verlangt werden. Auch ein Zutrittsverbot zu städtischen Sportanlagen von bis zu fünf Jahren ist möglich. Bürgermeisterin Cristina Ayala kündigte an, den Fall konsequent verfolgen zu wollen.

Schwimmbäder müssen komplett geräumt werden

Für Betreiber ist ein solcher Vorfall weit mehr als eine geschmacklose Aktion. Wird das Wasser mit Fäkalien verunreinigt, muss das Becken sofort geräumt und hygienisch behandelt werden.

Dabei wird unter anderem der Chlorgehalt stark erhöht. Anschließend müssen Wasserproben zeigen, dass keine gefährliche bakterielle Belastung mehr besteht. Je nach Fall kann ein Schwimmbad deshalb einen oder sogar mehrere Tage geschlossen bleiben.

Vorfälle aus mehreren Regionen Spaniens

Das Problem beschränkt sich nicht auf Burgos. Spanische Medien berichten diesen Sommer über vergleichbare Vorfälle unter anderem aus Madrid, Valencia, Andalusien, Galicien, La Rioja, Kantabrien und Kastilien-La Mancha.

Teilweise sollen Fäkalien sogar von zuhause mitgebracht und erst im Schwimmbecken ins Wasser gegeben worden sein. Das Ziel sei laut Medienberichten häufig, möglichst große Aufmerksamkeit in sozialen Netzwerken zu bekommen.

Immer wieder kursiert die Zahl von mehr als 300 betroffenen Schwimmbädern beziehungsweise Schließungen im vergangenen Jahr. Diese Zahl wird von mehreren spanischen Medien aufgegriffen. Eine zentrale offizielle Statistik, die sämtliche Fälle in Spanien bestätigt, ist allerdings nicht ersichtlich.

Gesichert ist hingegen, dass verschiedene Kommunen tatsächlich wiederholt Schwimmbäder wegen solcher Verunreinigungen schließen mussten. Allein die Stadt Burgos spricht offiziell von etwa sechs Vorfällen in ihren Anlagen in diesem Sommer.

Aus Internet-Scherz wird teures Problem

Was für manche Täter offenbar als Mutprobe oder Social-Media-Scherz gedacht ist, verursacht damit erhebliche Kosten und trifft vor allem die Badegäste. Hunderte Menschen müssen ein Schwimmbad kurzfristig verlassen, Mitarbeiter müssen das Wasser reinigen und Gemeinden tragen zunächst die Kosten.

Die Behörden versuchen deshalb zunehmend, identifizierte Täter beziehungsweise ihre gesetzlichen Vertreter zur Verantwortung zu ziehen. Der Fall in Burgos zeigt, dass aus dem vermeintlichen Internet-Scherz schnell eine Geldstrafe von mehreren Tausend Euro und ein jahrelanges Schwimmbad-Verbot werden kann.

(fd)

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