Budget-Aufreger!

Frauen zahlen doppelt drauf

(31.08.2026) Das Doppelbudget 2027/28 soll Österreichs Staatsfinanzen sanieren – doch laut einer neuen Analyse des gewerkschaftsnahen Momentum-Instituts trifft der Sparkurs Frauen deutlich härter als Männer. Besonders brisant: Frauen verfügen laut der Studie über rund 40 Prozent der Einkommen, sollen aber zwischen 2027 und 2031 46 Prozent der Netto-Budgetkonsolidierung tragen.

Frauen verlieren mehr vom Nettoeinkommen

Im Schnitt verlieren Frauen durch die Budgetmaßnahmen jährlich 0,86 Prozent ihres Nettoeinkommens, Männer 0,70 Prozent. Bei den reinen Kürzungen liegt die Belastung laut Momentum sogar bei 1,58 Prozent für Frauen und 1,43 Prozent für Männer. Gleichzeitig profitieren Männer etwas stärker von zusätzlichen Ausgaben und Steuersenkungen. Der große Aufreger dabei: Gespart wird laut der Analyse ausgerechnet in Bereichen, die viele Frauen und Menschen mit niedrigeren Einkommen besonders stark treffen.

Höhere Beiträge für Geringverdiener

Besonders deutlich zeigt sich das bei der Arbeitslosenversicherung. Die Regierung vereinheitlicht den Beitragssatz auf 2,95 Prozent. Beschäftigte mit Einkommen unter 2.600 Euro müssen dadurch höhere Beiträge zahlen. Das Finanzministerium rechnet damit, dass die Arbeitslosenversicherung damit zusätzliche 350 Millionen Euro einnimmt. Laut Momentum sind rund 1,5 Millionen Menschen von der Änderung betroffen. Etwa 68 Prozent davon sind Frauen – rund eine Million Beschäftigte. Frauen sollen dadurch im Vollausbau jährlich etwa 441 Millionen Euro zusätzlich zahlen, Männer weniger als 200 Millionen Euro.

Familienleistungen werden nicht voll mit der Inflation erhöht

Auch Familien trifft der Sparkurs. Die jährliche Inflationsanpassung beim Kinderabsetzbetrag und bei Teilen der Familienleistungen wird ausgesetzt. Diese Maßnahme ist Teil des bereits beschlossenen Budgetbegleitgesetzes.

Momentum berechnet, dass Frauen allein dadurch ab 2028 mit rund 88 Millionen Euro pro Jahr belastet werden, Männer mit etwa 76 Millionen Euro. Das liegt unter anderem daran, dass Frauen häufiger einen größeren Teil der finanziellen Verantwortung für Kinder und Familienleistungen tragen.

Auch bei Kur und Altersteilzeit wird gespart

Zu den Maßnahmen, die Frauen laut der Studie besonders stark treffen, zählen außerdem Kürzungen bei Kurleistungen sowie Änderungen beim Altersteilzeitgeld. Momentum kritisiert deshalb, dass fünf der größeren Maßnahmen mit der stärksten relativen Belastung für Frauen ausgerechnet aus dem Sozialbereich kommen.

Bei Männern liegen die stärksten Belastungen dagegen häufiger bei höheren Einkommen. Dazu gehören die Anhebung der Höchstbeitragsgrundlage, höhere Beiträge auf hohe Pensionen, eine höhere Alkoholsteuer sowie Änderungen bei Pensionskassen und Sachbezügen.

Regierung senkt ab 2028 auch die Lohnnebenkosten

Gleichzeitig setzt die Bundesregierung auf Entlastungen für Wirtschaft und Beschäftigung. Ab 2028 ist eine Senkung der Lohnnebenkosten um zwei Milliarden Euro geplant. Allein dadurch entsteht im Familienlastenausgleichsfonds ein Minus von rund 600 Millionen Euro, das Bund, Länder und Gemeinden ausgleichen sollen.

Momentum argumentiert jedoch, dass Männer von mehreren dieser Entlastungsmaßnahmen stärker profitieren. Insgesamt erhalten Frauen laut der Studie nur rund 40 Prozent der zusätzlichen Ausgaben und Steuersenkungen, obwohl sie 43 Prozent der Kürzungen tragen.

„Einkommensunterschiede werden eher größer“

Mitautor Nicolas Prinz fasst die Analyse entsprechend kritisch zusammen. Entscheidend sei nicht nur, wie viele Euro Männer und Frauen zahlen, sondern wie hoch diese Belastung im Verhältnis zum jeweiligen Einkommen ist.

Das Momentum Institut kommt deshalb zum Schluss, dass die bestehenden Einkommensunterschiede durch das Budget „eher größer als kleiner“ werden.

Nur 11 von 96 Maßnahmen genauer geprüft

Zusätzliche Kritik gibt es am Gender Budgeting der Bundesregierung. Von insgesamt 96 Budgetmaßnahmen seien laut Momentum nur 14 überhaupt als grundsätzlich gleichstellungsrelevant eingestuft worden. Drei davon wurden anschließend als nicht wesentlich bewertet – damit wurden nur 11 Maßnahmen genauer auf unterschiedliche Auswirkungen für Frauen und Männer untersucht.

Momentum fordert deshalb, künftig jede größere Budgetmaßnahme schon vor den Verhandlungen auf ihre Auswirkungen auf Frauen und Männer zu überprüfen.

Grüne attackieren Regierung – auch Stocker im Visier

Die Grünen sehen sich durch die Momentum-Analyse in ihrer Kritik am Budget bestätigt. Frauensprecherin Meri Disoski griff dabei besonders die SPÖ an, die sowohl das Finanz- als auch das Frauenministerium führt. Eine Partei, die soziale Gerechtigkeit und Frauenpolitik für sich beanspruche, trage nun Mitverantwortung für eine Budgetsanierung, die Frauen besonders stark belaste.

Deutlich wurde Disoski auch gegenüber Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP). Sie erinnerte an dessen später zurückgenommene Aussage, Kinderbetreuung sei keine Arbeit, und warf der Bundesregierung insgesamt vor, jeden feministischen Anspruch vermissen zu lassen.

(fd/apa)

Ach du Kacke!

Fäkalientrend im Schwimmbad?

Tödlicher Rave: Verhaftung!

Terror, Amok oder Abrechnung?

Mann aus Perg von Zug getötet

War der 23-Jährige am Heimweg?

"Spritpreisbremse" bleibt

1,9 Cent Entlastung pro Liter

Bluttat in Villach!

Frau (28) wird totgeprügelt!

Tante und Nichte (7) verbrannt

Haben Mörder das Feuer gelegt?

Hol dir 4,3 Millionen!

Lotto-Vierfach-Jackpot!

3.500 m hohe Aschewolke!

Vulkanausbruch auf Sumatra