"Spritpreisbremse" bleibt

1,9 Cent Entlastung pro Liter

(31.08.2026) Die Entscheidung ist gefallen: Österreichs Spritpreisbremse wird bis Ende September 2026 verlängert. Damit bleibt die Mineralölsteuer um 1,9 Cent pro Liter gesenkt. Gleichzeitig verzichtet die Regierung weiter auf einen direkten Eingriff in die Margen der Ölkonzerne. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) betont, die Maßnahme bleibe bewusst befristet.

1,9 Cent Entlastung pro Liter bleiben

Konkret wird die gesenkte Mineralölsteuer für einen weiteren Monat fortgeführt. Auch die sogenannte „Preis-Runter-Garantie“ bleibt bestehen: Sinkende internationale Großhandelspreise sollen rasch bei Diesel B7 und Euro-Super E10 an den Zapfsäulen ankommen. Hattmannsdorfer erklärte, dauerhafte staatliche Eingriffe in den Markt seien dennoch der falsche Weg. Österreichs Treibstoffpreise lägen derzeit unter dem EU-Durchschnitt, weshalb die Regierung auf eine gezielte Entlastung statt auf eine dauerhafte Preisregulierung setzen wolle.

Kein Zugriff auf die Margen der Ölkonzerne

Für Diskussionen sorgt vor allem, dass die Margenbegrenzung weiterhin ausgesetzt bleibt. Die Regierung greift also nicht direkt ein, wenn Mineralölunternehmen höhere Gewinnspannen erzielen.

Genau hier setzt die Kritik des ÖGB an. Die Gewerkschaft fordert eine Wiedereinführung der Margenbegrenzung und warnt davor, dass übermäßige Gewinne der Mineralölkonzerne auf Kosten von Pendlern und Beschäftigten gehen könnten.

FPÖ spricht von „blankem Hohn“

Noch schärfer reagiert die FPÖ. Generalsekretär Michael Schnedlitz bezeichnete die 1,9 Cent Entlastung pro Liter als viel zu gering. Bei Dieselpreisen nahe zwei Euro und Benzinpreisen rund um 1,80 Euro sei die Maßnahme aus seiner Sicht kaum spürbar.

Auch aus Teilen der Gewerkschaft kommt Kritik in eine andere Richtung: Die Unabhängigen Gewerkschafter halten eine pauschale Spritpreisbremse allein nicht für ausreichend. Vor allem Beschäftigte in Schichtarbeit, Handel, Industrie oder Gesundheitsbereich seien häufig auf das Auto angewiesen und bräuchten gezieltere Entlastungen.

Spritpreise zuletzt leicht gesunken

Zuletzt hatten sich die Preise an den österreichischen Tankstellen etwas entspannt. Laut E-Control lag der bundesweite Median am 28. August bei 1,793 Euro für Super 95 und 2,014 Euro für Diesel. Regional gab es allerdings deutliche Unterschiede.

Die Regierung verweist gleichzeitig auf die weiterhin angespannte internationale Lage. Neue Krisen oder eine Verschärfung der Situation im Nahen Osten könnten die Energiemärkte rasch wieder unter Druck setzen.

Schellhorn warnt vor Dauerlösung

NEOS-Staatssekretär Sepp Schellhorn sieht die verlängerte Maßnahme deshalb als eine Art Sicherheitsnetz. Gleichzeitig müsse Österreich unabhängiger werden – etwa durch mehr heimische Energie, stärkeren Wettbewerb, schnellere Verfahren und weniger Bürokratie. Staatliche Hilfen könnten nicht auf jede internationale Krise die dauerhafte Antwort sein.

Auch der Wirtschaftskammer-Fachverband Energiehandel hatte sich zuletzt klar gegen eine Verlängerung ausgesprochen. Nach Monaten staatlicher Eingriffe müsse wieder stärker auf Wettbewerb gesetzt werden, hieß es dort.

Bis Ende September ist die Sache nun fix

Für Autofahrer bedeutet die Entscheidung vorerst Planungssicherheit: Bis einschließlich Ende September bleibt die MÖSt um 1,9 Cent pro Liter reduziert, die Preis-Runter-Garantie läuft weiter und die Margenbegrenzung bleibt ausgesetzt. Ob die Spritpreisbremse danach tatsächlich endet oder angesichts internationaler Entwicklungen noch einmal verlängert wird, ist offen.

(fd/apa)

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