Tödlicher Rave: Verhaftung!
Terror, Amok oder Abrechnung?
(31.08.2026) Nach den tödlichen Schüssen bei einem großen Rave in Aarau im Schweizer Kanton Aargau hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Bei dem Angriff in der Nacht auf Sonntag wurde eine 22-jährige Italienerin getötet, fünf weitere Menschen wurden verletzt. Die Ermittler gehen inzwischen von einem Einzeltäter aus.
Schüsse nach Ende des Raves
Die Schießerei ereignete sich am Sonntag gegen 2.30 Uhr auf dem Gelände der Pferderennbahn im Schachen in Aarau. Der Rave war zu diesem Zeitpunkt gerade zu Ende gegangen, viele Besucher wollten das Gelände verlassen. Noch immer befanden sich laut Polizei weit über 100 Menschen vor Ort, als plötzlich zahlreiche Schüsse auf eine Personengruppe abgegeben wurden.
Eine 22-jährige Italienerin wurde dabei tödlich getroffen. Trotz Reanimationsversuchen starb sie noch am Tatort. Fünf weitere Menschen im Alter zwischen 24 und 31 Jahren wurden verletzt und in Krankenhäuser gebracht – darunter eine Deutsche und vier Schweizer Männer.
Die Kantonspolizei Aargau teilte am Montag mit, dass nach dem aktuellen Ermittlungsstand von einem einzelnen Täter ausgegangen wird. Nähere Angaben zu dem Mann, seiner möglichen Verbindung zu den Opfern oder einem Motiv machte die Polizei zunächst nicht.
Mindestens zwei verschiedene Waffen im Spiel
Am Tatort fanden Ermittler unterschiedliche Patronenhülsen. Nach den bisherigen Untersuchungen könnten sie von mindestens zwei verschiedenen Waffen stammen – darunter möglicherweise eine Pistole oder Maschinenpistole sowie ein Sturmgewehr.
Wie ein mutmaßlicher Einzeltäter zwei Waffen eingesetzt haben könnte und ob tatsächlich beide bei der Tat verwendet wurden, ist Teil der laufenden kriminaltechnischen Untersuchungen. Die Polizei hält sich mit endgültigen Aussagen bislang zurück.
Terror, Amok oder kriminelle Abrechnung?
Unmittelbar nach der Tat hatte Polizeikommandant Michael Leupold drei mögliche Szenarien genannt, die zunächst gleichwertig geprüft wurden: ein terroristischer Hintergrund, ein Amoklauf oder eine Abrechnung im kriminellen Milieu.
Welche dieser Spuren durch die Festnahme des 43-Jährigen wahrscheinlicher geworden ist, wurde bislang nicht bekannt gegeben. Die Polizei will erst nach weiteren Ermittlungen konkrete Angaben zu Motiv und Hintergründen machen.
Besucher hielten Schüsse zunächst für Feuerwerk
Zeugen berichteten von chaotischen und dramatischen Szenen. Einige Besucher sollen die ersten Schüsse zunächst für ein Feuerwerk gehalten haben. Erst als Menschen schrien und sich zu Boden warfen, wurde vielen klar, dass tatsächlich geschossen wurde.
Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an, brachte die verbliebenen Besucher in Sicherheit und startete eine groß angelegte Fahndung. Auch Bundesbehörden waren eingebunden, zeitweise lief die Suche national und international.
Italien reagiert auf Tod der 22-Jährigen
Das Todesopfer war italienische Staatsbürgerin und lebte in der Schweiz. Der Fall sorgt deshalb auch in Italien für großes Aufsehen. Regierungschefin Giorgia Meloni sprach den Angehörigen ihr Beileid aus und erklärte, die Entwicklungen genau verfolgen zu lassen.
Italienische Medien berichteten ausführlich über die Tat. Das Außenministerium in Rom richtete eine Task Force ein, um die Behördenarbeit in der Schweiz zu begleiten.
Polizei will am Mittwoch neue Details nennen
Noch sind viele Fragen offen: Warum wurde auf die Menschen geschossen? Kannte der mutmaßliche Täter seine Opfer? Und weshalb fanden Ermittler Hinweise auf unterschiedliche Waffen?
Die Kantonspolizei Aargau kündigte für Mittwoch, 2. September, eine weitere Medienkonferenz an. Dort sollen neue Erkenntnisse zum 43-jährigen Verdächtigen, zum Tatablauf und möglicherweise auch zum Motiv präsentiert werden. Bis dahin will die Polizei keine weiteren Details veröffentlichen.
(fd/apa)