Covid und Grippe in Österreich
Ages empfiehlt Impfung
(21.10.2026) Corona ist in Österreich weiterhin ein Thema, doch die aktuellen Krankenstandszahlen zeigen einen deutlichen Rückgang. Während grippale Infekte und die echte Grippe mit Beginn der Herbstsaison wieder zunehmen, wurden zuletzt deutlich weniger Krankenstände wegen Covid-19 registriert als noch vor einem Jahr. Trotzdem empfiehlt die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) auch heuer die Corona-Impfung gemäß dem österreichischen Impfplan. Besonders ältere Menschen und Risikogruppen sollen sich schützen.
Corona-Krankenstände in Österreich deutlich gesunken
Die aktuellen Zahlen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) zeigen eine auffällige Entwicklung. In der Kalenderwoche 41 (5. bis 11. Oktober 2026) waren österreichweit insgesamt 262.079 ÖGK-Versicherte krankgeschrieben. Im Vorjahr waren es in derselben Kalenderwoche noch 290.516 Personen.
Wegen Covid-19 befanden sich österreichweit zuletzt 381 Menschen im Krankenstand. Gleichzeitig wurden 65.741 Krankenstände wegen grippaler Infekte und 806 wegen Influenza registriert.
Im Vergleich zur Vorwoche stiegen die grippalen Infekte von 62.851 auf 65.741 Fälle. Auch die Influenza-Krankenstände erhöhten sich von 741 auf 806. Die beginnende Erkältungs- und Grippesaison macht sich damit bereits bemerkbar.
Niederösterreich: 91 Prozent weniger Corona-Krankenstände
Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang bei den Zahlen aus Niederösterreich. Dort waren in der Kalenderwoche 41 insgesamt 45.634 Menschen krankgeschrieben. Das sind rund 11,7 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2025.
Wegen einer Corona-Erkrankung waren laut ÖGK lediglich 60 Personen im Krankenstand. Ein Jahr zuvor waren es noch 679 Fälle. Das entspricht einem Rückgang um rund 91 Prozent.
Anders entwickelt sich die echte Grippe: Die Zahl der Influenza-Krankenstände stieg in Niederösterreich von 96 auf 119 Fälle. Bei grippalen Infekten gab es hingegen einen Rückgang auf 10.183 Krankenstände.
Wichtig ist allerdings: Diese Zahlen bilden nur die erfassten Krankenstände bestimmter ÖGK-Versicherter ab. Da Corona seit Juli 2023 nicht mehr allgemein meldepflichtig ist und deutlich weniger getestet wird, lässt sich daraus nicht unmittelbar ableiten, wie viele Menschen tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert sind.
AGES empfiehlt Corona-Impfung im Herbst 2026
Trotz der gesunkenen Corona-Krankenstände verweist die AGES weiterhin auf die österreichische Impfempfehlung. Die COVID-19-Impfung wird grundsätzlich Personen ab zwölf Jahren empfohlen, die ihr Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf verringern möchten.
Besonders empfohlen wird die Impfung für Menschen ab 60 Jahren sowie für Personen mit erhöhtem Gesundheitsrisiko. Dazu gehören unter anderem Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen, geschwächtem Immunsystem, starkem Übergewicht und Schwangere.
Für die meisten Personen ist eine einmalige saisonale Impfung, bevorzugt im Herbst, vorgesehen. Dabei kommen an aktuelle Virusvarianten angepasste Impfstoffe zum Einsatz.
Die Corona-Impfung ist in Österreich kostenlos. Eine Impfpflicht besteht nicht.
Warum wird die Impfung trotz sinkender Zahlen empfohlen?
Der Hintergrund ist, dass die Impfung vor allem schwere Krankheitsverläufe, Krankenhausaufenthalte und Komplikationen verhindern soll. Eine Ansteckung kann sie nicht vollständig ausschließen.
Gerade bei älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen kann eine Covid-19-Erkrankung weiterhin ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. Auch das Risiko für länger anhaltende Beschwerden wie Long Covid spielt bei der Impfempfehlung eine Rolle.
Die AGES überwacht die Ausbreitung des Coronavirus weiterhin durch Abwasseranalysen und Krankenhausdaten. Dadurch können Veränderungen des Infektionsgeschehens auch dann beobachtet werden, wenn weniger Menschen einen Corona-Test durchführen.
ÖGK-Chefarzt warnt vor Herbstinfektionen
Obwohl die gemeldeten Corona-Krankenstände zurückgegangen sind, warnt ÖGK-Chefarzt Andreas Krauter vor der beginnenden Infektionssaison.
Gegenüber der Zeitung Heute erklärte er, dass sowohl Influenza als auch Covid-19 bereits für zahlreiche Infektionen sorgen würden. Deshalb sei es wichtig, Infektionsketten möglichst früh zu unterbrechen.
Er empfiehlt unter anderem regelmäßiges Händewaschen, gute Belüftung geschlossener Räume und Aufenthalte an der frischen Luft. Auch das Tragen einer Maske könne besonders dort helfen, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen.
Droht Österreich eine neue Corona-Welle?
Aus den aktuellen Krankenstandszahlen lässt sich derzeit keine neue große Corona-Welle ableiten. Die registrierten Covid-19-Krankenstände liegen in Niederösterreich deutlich unter dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig nehmen andere Atemwegserkrankungen mit dem Herbst wieder zu.
Ob die Corona-Aktivität in den kommenden Wochen steigt, lässt sich vor allem anhand des AGES-Abwassermonitorings und der Krankenhausdaten beurteilen.
Für die Bevölkerung steht deshalb derzeit weniger die Sorge vor neuen Corona-Beschränkungen im Mittelpunkt, sondern der Schutz vor Atemwegsinfektionen. Besonders für ältere Menschen und Risikogruppen bleibt die Corona-Auffrischungsimpfung im Herbst 2026 eine empfohlene Vorsorgemaßnahme.
(fd/heute/ages)