Demokraten: Kongress-Mehrheit

Midterms-Schock für Trump

(04.11.2026) Die US-Midterms 2026 sind für Präsident Donald Trump und die Republikaner zu einer schweren Niederlage geworden. Die Demokraten haben sowohl den Senat als auch das Repräsentantenhaus erobert und kontrollieren damit ab Jänner beide Kammern des Kongresses. Besonders bemerkenswert: Selbst in mehreren traditionell republikanischen Bundesstaaten konnten demokratische Kandidaten gewinnen.

Republikaner verlieren auch Mehrheit im Senat

Vor der Wahl verfügten die Republikaner über 53 der 100 Sitze im US-Senat. Doch bereits bevor alle Rennen endgültig ausgezählt waren, kamen die Demokraten laut Hochrechnungen auf 54 Sitze und hatten damit die Mehrheit sicher.

Entschieden wurde bei den Midterms über 35 Senatssitze sowie sämtliche 435 Mandate im Repräsentantenhaus.

Auch dort verloren die Republikaner ihre bisher ohnehin nur knappe Mehrheit. Für die Demokraten zeichnet sich ein deutlicher Vorsprung ab.

Historischer Sieg der Demokraten in Texas

Eine der größten Überraschungen gab es in Texas. Der Demokrat James Talarico gewann gegen den Republikaner Ken Paxton und wird damit der erste demokratische US-Senator aus Texas seit mehr als drei Jahrzehnten.

Das Rennen hatte enorme Summen verschlungen. Tech-Milliardär Elon Musk unterstützte Paxton beziehungsweise republikanische Kandidaten und Gruppen mit hunderten Millionen Dollar.

Trotzdem gelang den Demokraten der historische Wechsel.

Demokraten gewinnen sogar in Kansas und South Carolina

Noch überraschender verlief die Wahl in mehreren Staaten, die seit Jahrzehnten als sichere republikanische Hochburgen galten.

In Kansas gewann der Demokrat Adam Hamilton einen Senatssitz – der erste Erfolg seiner Partei dort seit rund neun Jahrzehnten.

Auch in South Carolina gelang den Demokraten eine Überraschung. Annie Andrews eroberte einen bislang republikanischen Senatssitz.

In Iowa brachte Josh Turek den Demokraten schließlich jenen Sitz, der ihre neue Senatsmehrheit endgültig absicherte.

Abdul El-Sayed gewinnt in Michigan

Auch eines der härtesten umkämpften Rennen ist entschieden: Abdul El-Sayed gewann laut Prognosen die Senatswahl in Michigan.

Damit dürfte der Arzt und frühere Gesundheitsdirektor von Detroit zum ersten muslimischen US-Senator in der Geschichte der Vereinigten Staaten werden.

Noch am Tag vor der Wahl hatte Trump El-Sayed auf Truth Social massiv angegriffen und unter anderem unbelegt behauptet, dieser „hasse Juden“ und andere Bevölkerungsgruppen.

Die Attacken konnten dessen Wahlsieg offenbar nicht verhindern.

Was bedeutet die Niederlage jetzt für Trump?

Für Donald Trump verändert sich das Regieren ab Jänner 2027 grundlegend.

Der Präsident bleibt zwar im Amt und besitzt weiterhin weitreichende Befugnisse. Neue Gesetze durch den Kongress zu bringen, wird für das Weiße Haus allerdings wesentlich schwieriger.

Die Demokraten können Gesetzesvorhaben blockieren oder eigene Bedingungen stellen. Noch wichtiger ist die neue Mehrheit im Senat, denn dort müssen unter anderem wichtige Regierungsmitglieder und Bundesrichter bestätigt werden.

Neue Untersuchungen gegen Trump möglich

Mit der Kontrolle über das Repräsentantenhaus bekommen die Demokraten außerdem weitreichende Möglichkeiten für parlamentarische Untersuchungen.

Dabei könnten unter anderem Geschäfte der Trump-Familie, Vorgehensweisen der Regierung bei der Migrationspolitik sowie umstrittene Projekte und Entscheidungen des Weißen Hauses untersucht werden.

Ausschüsse können Zeugen laden und Dokumente anfordern. Damit drohen Trump in seinen verbleibenden zwei Amtsjahren zahlreiche politische Untersuchungen.

Könnten die Demokraten Trump sogar absetzen?

Theoretisch könnte das demokratisch kontrollierte Repräsentantenhaus erneut ein Impeachment-Verfahren gegen Trump einleiten.

Eine tatsächliche Amtsenthebung wäre allerdings wesentlich schwieriger. Dafür wären im Senat zwei Drittel der Stimmen notwendig. Diese Mehrheit besitzen die Demokraten trotz ihres Wahlsiegs nicht.

Ein neues Impeachment bedeutet daher keineswegs automatisch, dass Trump sein Amt verlieren würde.

Trump akzeptiert Wahlergebnis

Anders als bei früheren Wahlniederlagen kündigte Trump diesmal an, das Ergebnis der Midterms anzuerkennen.

Er gratulierte den Demokraten und erklärte, mit ihnen zusammenarbeiten zu wollen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass er sein Vetorecht einsetzen werde, wenn er mit Gesetzen des neuen Kongresses nicht einverstanden ist.

Ein Präsident kann ein vom Kongress beschlossenes Gesetz mit einem Veto stoppen. Um dieses anschließend zu überstimmen, wären in beiden Kammern jeweils Zweidrittelmehrheiten notwendig.

Hohe Preise wurden zum Problem für Trump

Einer der entscheidenden Faktoren bei der Wahl war laut großen Wählerbefragungen die wirtschaftliche Lage.

Steigende Lebenshaltungskosten, hohe Energie- und Spritpreise sowie Trumps Importzölle beschäftigten viele Amerikaner. Rund 39 Prozent der Befragten bezeichneten die Wirtschaft als wichtigstes Thema ihrer Wahlentscheidung.

62 Prozent machten die Politik des Präsidenten zumindest mitverantwortlich für gestiegene Preise.

Auch der Krieg gegen den Iran dürfte eine Rolle gespielt haben. Trump selbst räumte nach der Wahl ein, dass der Konflikt möglicherweise Stimmen gekostet habe. Zugleich verteidigte er seine Entscheidung zum militärischen Vorgehen.

Trump bleiben trotzdem mächtige Instrumente

Trotz der Wahlniederlage wird Trump keineswegs machtlos.

Er kann weiterhin Präsidentendekrete erlassen, besitzt das Vetorecht und bleibt Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte.

Die neue politische Realität bedeutet daher vor allem eines: In Washington beginnt ab Jänner eine Phase des „Divided Government“ – Präsident und Kongress werden von unterschiedlichen Parteien kontrolliert.

Damit dürfte nahezu jedes größere Gesetz künftig Gegenstand harter Verhandlungen zwischen Weißem Haus und Demokraten werden.

Blick richtet sich bereits auf Präsidentschaftswahl 2028

Die Midterms verändern auch den Kampf um die Zeit nach Trump. Nach der US-Verfassung kann Trump nach seiner zweiten Amtszeit 2028 nicht erneut zum Präsidenten gewählt werden.

Bei den Demokraten dürften deshalb die Gewinner dieser Midterms stärker in den Fokus rücken. Mehrere erfolgreiche Senatoren und Gouverneure werden bereits als mögliche Persönlichkeiten für die nächste Präsidentschaftswahl gehandelt.

Für Trump beginnt unterdessen eine wesentlich schwierigere zweite Hälfte seiner Amtszeit: Die Republikaner haben beide Mehrheiten im Kongress verloren – und die Demokraten verfügen nun erstmals in seiner zweiten Präsidentschaft über die institutionelle Macht, seine Regierung umfassend zu kontrollieren und Gesetzesvorhaben zu blockieren.

(fd/apa)

Mordalarm in Wien-Meidling

Mann (35) auf Straße entdeckt

VW-Käfer vs. Tesla Cybertruck?

Wer gewinnt das Match?

Kältetelefon in Österreich

Diese Nummern retten Leben

Bub (3) ist tot!

Todesfalle Supermarktparkplatz

Verbrennerverbot kommt doch?

Neue EU-Regeln sorgen für Ärger

Fehler belastet das Budget

AMS-Panne: kostet 135 Millionen

Kind (12) tot im Hotel

Mutter schwer verletzt!

EU-Milliarden für die Ukraine

Russland greift Stromnetz an