Diesel knackt 2€ Grenze!
Wie reagiert die 3-er Koalition?
(23.07.2026) Der eskalierende Iran-Krieg sorgt erneut für Turbulenzen auf den internationalen Energiemärkten – und Autofahrer in Österreich bekommen die Folgen unmittelbar zu spüren. Erstmals seit Monaten kostet ein Liter Diesel im österreichweiten Median wieder mehr als zwei Euro. Gleichzeitig wächst der politische Druck auf die Bundesregierung, die Spritpreisbremse erneut auszuweiten.
Nahost-Konflikt lässt Ölpreis kräftig steigen
Die jüngste Eskalation im Nahen Osten hat den Ölmarkt erneut unter Druck gesetzt. Nach anhaltenden US-Angriffen auf den Iran und zunehmenden Angriffen der Huthi-Miliz auf Öltanker im Roten Meer befürchten Händler weitere Lieferengpässe. Besonders kritisch bleibt die Lage rund um die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölhandel. Der Brent-Ölpreis stieg zeitweise auf knapp 100 US-Dollar pro Barrel und erreichte damit den höchsten Stand seit mehreren Wochen. Analysten warnen, dass sich die Lage weiter zuspitzen könnte, sollte der Konflikt weiter eskalieren.
Die steigenden Rohölpreise schlagen inzwischen auch auf die Preise für Diesel und Benzin in Europa durch. Vor allem Diesel verteuerte sich aufgrund knapper Raffineriekapazitäten und einer angespannten Versorgungslage überdurchschnittlich stark.
Diesel kostet im Median erstmals wieder mehr als zwei Euro
An Österreichs Tankstellen ist die Entwicklung inzwischen deutlich spürbar. Laut aktuellen Daten der E-Control lag der österreichweite Medianpreis für Diesel am Mittwoch bei 2,009 Euro pro Liter. Damit wurde die symbolträchtige Zwei-Euro-Marke landesweit überschritten.
Lediglich in der Steiermark blieb der Medianpreis mit 1,994 Euro knapp darunter. Am teuersten war Diesel in Salzburg und Vorarlberg, wo im Median 2,029 Euro pro Liter bezahlt werden mussten. Noch am Vortag lag der österreichweite Medianpreis bei 1,989 Euro.
Auch Superbenzin verteuerte sich weiter. Der Medianpreis stieg auf 1,878 Euro pro Liter, nachdem am Vortag noch 1,864 Euro bezahlt werden mussten.
Spritpreise steigen seit Wochen wieder deutlich
Nachdem sich die Lage im Juni vorübergehend entspannt hatte, geht der Trend seit Juli wieder klar nach oben. Noch Mitte Juli lag der durchschnittliche Dieselpreis laut Wirtschaftsministerium bei rund 1,84 Euro pro Liter, inzwischen wurde die Zwei-Euro-Grenze überschritten. Auch die Wirtschaftskammer registrierte innerhalb einer Woche Preissteigerungen von fast fünf Prozent bei Diesel.
Vor Beginn des Iran-Kriegs im Februar kostete Diesel im österreichweiten Median noch rund 1,57 Euro, Superbenzin 1,52 Euro. Am Höhepunkt der Preisrallye Ende März lagen die Medianpreise bereits bei rund 2,20 Euro für Diesel und 1,90 Euro für Benzin. Auch in Deutschland rauschen die Preise nach oben.
Regierung verhandelt über Spritpreisbremse
Die neuerliche Preisexplosion erhöht nun den Druck auf die Bundesregierung. Ende Juli muss die Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS entscheiden, wie hoch der Spritpreis-Entlastungsbeitrag künftig ausfallen soll.
Die ursprünglich im Frühjahr eingeführte Spritpreisbremse hatte den Preis zunächst um 10 Cent pro Liter gesenkt. Seither wurde die Entlastung jedoch schrittweise reduziert. Im Juli beträgt die Senkung der Mineralölsteuer nur noch 0,8 Cent je Liter.
Nach Informationen der „Krone“ laufen derzeit intensive Verhandlungen über eine mögliche Ausweitung der Maßnahmen.
Gewerkschaften und Opposition fordern stärkere Entlastung
Mit den steigenden Preisen werden auch die Forderungen nach neuen Entlastungen lauter. Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) verlangt eine erneute wirksame Begrenzung der Gewinnmargen – insbesondere bei Diesel und Heizöl.
Die FPÖ fordert darüber hinaus eine Halbierung der Mineralölsteuer sowie die Abschaffung der CO₂-Steuer, um Autofahrer und Unternehmen rascher zu entlasten.
Weitere Preisentwicklung hängt vom Iran-Konflikt ab
Wie sich die Preise in den kommenden Wochen entwickeln, dürfte maßgeblich von der geopolitischen Lage abhängen. Experten sehen vor allem die Entwicklung rund um die Straße von Hormus als entscheidenden Faktor. Sollte es dort zu weiteren Störungen im Öltransport kommen, könnten die Rohölpreise weiter steigen – mit unmittelbaren Folgen für Diesel- und Benzinpreise in Österreich.
(fd)