Wolf will Kind (2) attackieren?
Hund opfert sich!
(23.07.2026) Ein gemütlicher Grillabend ist für eine Familie in der italienischen Toskana zum Albtraum geworden. Im Bergdorf Orbicciano soll ein Wolf auf das Grundstück einer Familie eingedrungen und direkt auf einen zweijährigen Buben zugelaufen sein. Die Familienhündin Destiny stellte sich dem Raubtier entgegen und rettete dem Kind offenbar das Leben – sie selbst bezahlte ihren mutigen Einsatz mit dem Tod.
Der Vorfall ereignete sich am Samstagabend in Orbicciano, einem Ortsteil von Camaiore in der Provinz Lucca. Während Vater Tommaso den Grill vorbereitete und Mutter Paula in der Küche beschäftigt war, spielte ihr zweijähriger Sohn gemeinsam mit der siebenjährigen Mischlingshündin Destiny im Innenhof. Das Hoftor soll offen gestanden haben, als plötzlich ein großes canidenartiges Tier das Grundstück betrat.
Nach Angaben der Familie lief das Tier ohne erkennbare Scheu direkt auf den kleinen Jungen zu.
Hündin stellt sich schützend vor das Kind
Noch bevor das Raubtier den Zweijährigen erreichen konnte, ging Destiny dazwischen. Die Hündin stellte sich zwischen den Jungen und den Angreifer und lenkte das Tier auf sich. Währenddessen brachte die Mutter ihren Sohn ins Haus und damit in Sicherheit.
Der Vater wurde erst durch das Jaulen seines Hundes auf die dramatische Situation aufmerksam. Als er sich umdrehte, hatte das Tier die Hündin bereits am Hals gepackt und schleifte sie in Richtung Wald. Trotz sofortiger Suche konnte Destiny nicht mehr gerettet werden.
Hund später nur noch tot gefunden
Gemeinsam mit Nachbarn suchte die Familie noch in derselben Nacht nach ihrer Hündin. Am nächsten Morgen entdeckten sie die Überreste des Tieres in der Nähe eines Baches. Nach Angaben italienischer Medien waren nur noch Teile des Hundekörpers vorhanden. Experten vermuten deshalb, dass möglicherweise mehrere Wölfe an der Tötung beteiligt gewesen sein könnten.
Der Nationale Verband zum Schutz der Umwelt und des ländlichen Lebens erklärte, ein rund 22 Kilogramm schwerer Hund könne kaum von einem einzelnen Wolf vollständig gefressen worden sein. Möglich sei die Beteiligung eines Rudels.
Familie fordert besseren Schutz
Die Familie war erst im vergangenen Jahr in das Bauernhaus gezogen. Obwohl es in der Region bereits mehrfach Wolfssichtungen gegeben hatte, war das Grundstück nicht eingezäunt. Der Vater zeigte sich nach dem Vorfall schockiert und betonte, der Wolf habe keinerlei Angst vor Menschen gezeigt. Ohne den Einsatz der Hündin hätte der Angriff auf seinen Sohn schlimm ausgehen können.
Vorfall löst Debatte über Wölfe aus
Der Zwischenfall sorgt in Italien erneut für Diskussionen über die zunehmende Präsenz von Wölfen in bewohnten Gebieten. Anwohner berichten seit Längerem von Sichtungen in der Region rund um Camaiore. In den vergangenen Monaten kam es dort wiederholt zu Angriffen auf Nutz- und Haustiere. Der jüngste Vorfall dürfte die Debatte über den Umgang mit der wachsenden Wolfspopulation weiter anheizen.
(fd)