Mutter tötet Zwillinge
Die beiden waren 18 Monate alt
(23.07.2026) Ein erschütternder Kriminalfall sorgt in den USA für Schlagzeilen: Eine 23-jährige Mutter aus dem Bundesstaat Idaho soll ihre 18 Monate alten Zwillinge getötet haben. Nach dem Tod der beiden Kleinkinder behauptete sie öffentlich, mehrere Routineimpfungen seien die Ursache gewesen. Die Ermittler kommen nach monatelangen Untersuchungen jedoch zu einem völlig anderen Schluss – und klagen die Frau wegen zweifachen Mordes an. Im Falle einer Verurteilung drohen ihr lebenslange Haft oder sogar die Todesstrafe.
Ermittler werfen Mutter vorsätzliche Tötung vor
Die 23-jährige Andrea Shaw aus Payette im US-Bundesstaat Idaho muss sich wegen zweifachen Mordes ersten Grades vor Gericht verantworten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll sie ihre 18 Monate alten Zwillinge Dallas und Tyson vorsätzlich erstickt haben. Eine Grand Jury erhob Ende Juni Anklage, nachdem Polizei und Gerichtsmediziner den Fall über Monate untersucht hatten. Die Behörden sprechen von einer „langwierigen und gründlichen“ Ermittlung. Shaw wurde festgenommen und befindet sich seither in Untersuchungshaft. Nach dem Strafrecht des Bundesstaates Idaho drohen bei einer Verurteilung wegen Mordes ersten Grades sowohl lebenslange Haft als auch die Todesstrafe.
Mutter machte Impfungen für den Tod verantwortlich
Besonders brisant: Unmittelbar nach dem Tod ihrer Kinder trat die Mutter in einer Internetsendung der impfkritischen Organisation Children's Health Defense (CHD) auf. Dort behauptete sie, die Zwillinge seien an den Folgen mehrerer Routineimpfungen gestorben.
Nach ihren Angaben hätten die Kinder wenige Tage zuvor Impfungen gegen Influenza, Hepatitis A sowie Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten erhalten. Anschließend seien sie krank geworden. Sie habe ihre Söhne später leblos in ihren Betten gefunden. Die Aussagen verbreiteten sich rasch in sozialen Medien und impfkritischen Kreisen.
Staatsanwaltschaft widerspricht Impf-These deutlich
Die Anklage weist diese Darstellung jedoch entschieden zurück. Laut Staatsanwaltschaft sprechen die medizinischen Gutachten eindeutig dafür, dass die beiden Kleinkinder durch Ersticken starben. Hinweise auf eine tödliche Impfreaktion hätten sich im Zuge der umfangreichen Ermittlungen nicht ergeben.
Auch unabhängige Experten betonen, dass es keine wissenschaftlichen Belege dafür gibt, dass die verabreichten Standardimpfstoffe einen gleichzeitigen Tod beider Kinder verursacht haben könnten.
Verbindung zu Robert F. Kennedy Jr.
Der Fall erhielt zusätzlich politische Brisanz, weil Children's Health Defense über viele Jahre von Robert F. Kennedy Jr. geprägt wurde. Der heutige US-Gesundheitsminister war lange das bekannteste Gesicht der Organisation, bevor er in die Regierung wechselte.
Die Organisation griff den Fall später auch in einer Klage gegen die American Academy of Pediatrics, den größten Kinderärzteverband der USA, auf und stellte dabei erneut die Sicherheit empfohlener Kinderimpfungen infrage.
Verteidigung hält an ihrer Version fest
Andrea Shaw bestreitet sämtliche Vorwürfe. Ihr Anwalt Joseph Filicetti erklärte vor Gericht, seine Mandantin sei unschuldig. Die Verteidigung hält weiterhin an der Darstellung fest, dass die Zwillinge infolge einer Reaktion auf Routineimpfungen gestorben seien und nicht Opfer eines Gewaltverbrechens wurden.
Prozess dürfte landesweit verfolgt werden
Der Fall sorgt in den USA weiterhin für großes Aufsehen. Zum einen wegen der schweren Mordvorwürfe gegen eine junge Mutter, zum anderen wegen der öffentlichen Debatte über Impfungen und Falschinformationen. Das Gericht muss nun klären, ob die von der Staatsanwaltschaft vorgelegten Beweise für eine Verurteilung ausreichen. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt für Andrea Shaw die Unschuldsvermutung.
(fd)