Ehrenmord nach onenightstand?

NÖ: Bluttat in Kottingbrunn

(21.05.2026) Der Mordfall rund um eine 28-jährige Frau aus Kottingbrunn in Niederösterreich sorgt österreichweit für Entsetzen. Nach intensiven Ermittlungen hat die Polizei nun einen 27-jährigen Steirer festgenommen. Der Mann zeigte sich geständig und gab an, sich nach einem sexuellen Treffen von der Frau „gedemütigt“ gefühlt zu haben. Laut Ermittlern schoss er der jungen Frau dreimal in den Kopf.

Eltern fanden Tochter tot in Wohnung

Die Leiche der 28-Jährigen war bereits am 14. Mai in ihrer Wohnung in Kottingbrunn entdeckt worden. Die Eltern der Frau hatten Alarm geschlagen, nachdem sie tagelang keinen Kontakt mehr zu ihrer Tochter herstellen konnten. Als sie die Wohnung betraten, fanden sie ihre Tochter leblos vor. Schnell war klar, dass es sich nicht um einen natürlichen Tod handelte. Die Obduktion ergab später, dass die junge Frau durch mehrere Kopfschüsse getötet worden war. Besonders auffällig: Es gab keinerlei Einbruchsspuren. Dadurch konzentrierten sich die Ermittlungen früh auf das persönliche Umfeld des Opfers.

Handy-Auswertung führte Ermittler zum Täter

Das Landeskriminalamt Niederösterreich startete unmittelbar nach dem Fund der Leiche umfangreiche Ermittlungen. Entscheidend war schließlich die Auswertung der Handydaten.

Dabei stellte sich heraus, dass die 28-Jährige und der spätere Tatverdächtige teils bis zu 40-mal täglich telefoniert hatten – bis plötzlich am Tattag jeglicher Kontakt abriss.

Der Verdächtige geriet dadurch rasch ins Visier der Mordermittler. Schließlich schlugen Beamte der Mordgruppe rund um Chefinspektor Steinbichler zu: Der 27-Jährige wurde auf der Heimfahrt von einem Mostheurigen auf einer Autobahn gestoppt und festgenommen.

Kennenlernen über Facebook endete tödlich

Wie Ermittler berichten, hatten sich Täter und Opfer erst vor kurzer Zeit über Facebook kennengelernt. Schnell kam es zu einem persönlichen Treffen und einem sexuellen Verhältnis.

Doch genau dieses Treffen dürfte laut Polizei zum Auslöser der Bluttat geworden sein.

Die 28-Jährige soll den Mann nach dem Sex massiv kritisiert haben. Laut Ermittlern fühlte sich der 27-Jährige dadurch in seiner „Ehre gekränkt“ und zutiefst gedemütigt.

Sportschütze fuhr mit Pistole zur Wohnung

Der Verdächtige ist laut Polizei Sportschütze und besaß insgesamt zehn Waffen legal. Nach der angeblichen Kränkung soll er einen folgenschweren Entschluss gefasst haben. Er fuhr mit einer Pistole des Kalibers .22 zur Wohnung der Frau in Kottingbrunn und schoss dreimal auf ihren Kopf. Für die junge Frau kam jede Hilfe zu spät.

Verdächtiger zeigt sich geständig

Bei der Einvernahme zeigte sich der 27-Jährige laut Ermittlern geständig. Sein Anwalt Manfred Arbacher-Stöger erklärte, sein Mandant habe „durch die tiefe Kränkung die Beherrschung verloren“. Der Beschuldigte habe die Tat unter Tränen eingeräumt und bereue sie zutiefst.

Femizide und Gewalt gegen Frauen

Der Fall reiht sich in eine Serie schwerer Gewaltverbrechen gegen Frauen in Österreich ein. Immer wieder warnen Frauenorganisationen vor eskalierender Gewalt nach Zurückweisungen oder Beziehungsstreitigkeiten. Besonders alarmierend: Laut aktuellen Zahlen des Innenministeriums zählt Österreich seit Jahren europaweit zu den Ländern mit besonders vielen Femiziden gemessen an der Bevölkerungszahl. Experten sprechen dabei häufig von sogenannten „Besitzansprüchen“ oder verletztem Ehrgefühl als Tatmotiv – vor allem dann, wenn Täter Zurückweisung oder Kritik nicht akzeptieren können.

Diskussion um Waffenbesitz neu entfacht

Durch den aktuellen Fall dürfte auch die Debatte rund um privaten Waffenbesitz erneut aufflammen. Der Verdächtige besaß seine Waffen legal als Sportschütze. In Österreich besitzen laut Schätzungen hunderttausende Menschen registrierte Schusswaffen. Nach mehreren tödlichen Gewalttaten der vergangenen Jahre wurden die Kontrollen bereits verschärft – Kritiker fordern jedoch strengere Regeln und psychologische Überprüfungen.

Ermittlungen laufen weiter

Das Landeskriminalamt Niederösterreich untersucht nun die genauen Hintergründe der Tat. Dabei geht es unter anderem darum, ob es bereits vor dem Mord Anzeichen für Gewalt oder Drohungen gegeben hatte. Der 27-Jährige befindet sich derzeit in Polizeigewahrsam. Gegen ihn wird wegen Mordes ermittelt.

Du brauchst Hilfe?

In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, u. a. Hilfe und Informationen bei der Frauen-Helpline unter: 0800-222-555, www.frauenhelpline.at; beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) unter www.aoef.at, sowie beim Frauenhaus-Notruf unter 057722 und den Österreichischen Gewaltschutzzentren: 0800/700-217, https://www.gewaltschutzzentrum.at/, beim Polizei-Notruf: 133.

(fd/apa)

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