Streit um Musikstreaming

Abgabe: Druck auf Spotify & Co.

(21.05.2026) Die Debatte um die geplante Musikstreaming-Abgabe in Österreich spitzt sich zu. Nachdem der Österreichische Musikrat das Vorhaben bereits unterstützt hatte und internationale Streaminganbieter scharfe Kritik übten, meldet sich nun ein breites Bündnis aus der heimischen Musikbranche mit einem offenen Brief an die Politik zu Wort. Rund 200 Künstler, Produzenten und Branchenvertreter sprechen sich klar für die geplante Investitionsverpflichtung für Streamingdienste wie Spotify, Apple Music oder YouTube Music aus.

Musikbranche fordert „fairen Beitrag“ von Streamingplattformen

Im Zentrum der Diskussion steht ein Gesetzesentwurf, der große Streaminganbieter künftig zu einer Abgabe verpflichten soll. Konkret sollen Unternehmen, die in Österreich mehr als zwei Millionen Euro Umsatz pro Jahr mit Abonnements oder Werbung erzielen, künftig fünf Prozent ihrer Einnahmen in die heimische Musik- und Kreativwirtschaft reinvestieren.

Die Unterstützer argumentieren, dass internationale Plattformen massiv von österreichischen Inhalten profitieren würden, bisher aber vergleichsweise wenig in die lokale Musikszene zurückfließe.

In dem offenen Brief heißt es:

„Es geht um die Reinvestition eines kleinen Teils jener Umsätze, die am österreichischen Markt erwirtschaftet werden, in die Zukunft österreichischer Musik.“

Prominente Musiker unterstützen die Abgabe

Zu den Unterstützern zählen zahlreiche bekannte österreichische Künstler unterschiedlichster Musikrichtungen. Unterzeichnet haben unter anderem:

  • Wanda
  • Wolfgang Ambros
  • Bibiza
  • Birgit Denk
  • Die Seer
  • Die Nockis
  • 5/8erl in Ehr’n

Die ungewöhnlich breite Unterstützung zeigt, wie groß die Sorge in der Branche über die wirtschaftliche Situation vieler Musikschaffender inzwischen ist.

Hintergrund: Streaming verändert die Musikindustrie radikal

Die Diskussion rund um faire Vergütungssysteme läuft international bereits seit Jahren. Seit dem Siegeszug von Spotify, Apple Music und anderen Streamingdiensten hat sich das Geschäftsmodell der Musikbranche grundlegend verändert.

Während Streamingplattformen Milliardenumsätze erzielen, klagen viele Künstler darüber, dass bei ihnen nur ein Bruchteil der Einnahmen ankommt. Besonders kleinere und unabhängige Musiker sehen sich zunehmend unter Druck.

Laut Branchenanalysen erhalten Künstler pro Stream oft nur wenige Tausendstel Euro. Um überhaupt relevante Einnahmen zu erzielen, braucht es Millionen Abrufe.

Österreich orientiert sich an internationalen Vorbildern

Mit der geplanten Abgabe würde Österreich keinen völlig neuen Weg einschlagen. Auch andere Länder diskutieren bereits ähnliche Modelle.

Vor allem Frankreich gilt als Vorreiter bei verpflichtenden Investitionen internationaler Plattformen in lokale Kulturproduktionen. Dort müssen Streaminganbieter bereits Beiträge zur Förderung europäischer Inhalte leisten.

Die österreichische Bundesregierung argumentiert daher, dass man lediglich faire Wettbewerbsbedingungen schaffen wolle.

Komponisten-Verband ebenfalls klar dafür

Am Donnerstag sprach sich auch die Austrian Composers Association (ACOM) öffentlich für die Abgabe aus. Der Verband vertritt zahlreiche österreichische Komponisten und Songwriter.

In einer Aussendung erklärte die Organisation:

„Wer in Österreich mit kulturellen und audiovisuellen Inhalten wirtschaftlich erfolgreich ist, sollte auch einen angemessenen Beitrag zur heimischen Kreativwirtschaft leisten.“

Man betonte ausdrücklich, dass es nicht um Technologiefeindlichkeit gehe, sondern um faire Rahmenbedingungen in einem Markt, der sich stark zugunsten globaler Plattformen verschoben habe.

Internationale Streaming-Lobby läuft Sturm

Widerstand kommt hingegen von der Organisation Digital Music Europe (DME), die große internationale Streamingdienste vertritt.

Die Branche warnt davor, dass zusätzliche Abgaben Innovationen bremsen und letztlich auch Konsumenten treffen könnten. Kritiker befürchten außerdem höhere Abo-Preise für Nutzer.

Internationale Plattformen argumentieren zudem, dass sie bereits heute erheblich zur Sichtbarkeit österreichischer Künstler beitragen würden.

Wie viel Geld könnte die Musikbranche erhalten?

Sollte das Gesetz tatsächlich umgesetzt werden, könnten jedes Jahr Millionenbeträge in österreichische Musikproduktionen fließen.

Wie hoch die tatsächlichen Einnahmen ausfallen würden, hängt davon ab:

  • wie viele Plattformen betroffen sind
  • wie hoch deren Österreich-Umsätze tatsächlich ausfallen
  • wie die Gelder später verteilt werden

Branchenvertreter hoffen auf mehr Förderungen für:

  • heimische Musikproduktionen
  • Nachwuchskünstler
  • Live-Musik
  • Musikexporte
  • unabhängige Labels und Studios

Kulturpolitik wird zum Wahlkampfthema

Die Diskussion zeigt auch, wie stark Kulturpolitik inzwischen mit Digitalpolitik verknüpft ist. Während Künstler mehr Schutz und Finanzierung fordern, warnen Tech-Konzerne vor neuen Regulierungen.

In Österreich dürfte die Streaming-Abgabe deshalb in den kommenden Monaten zu einem weiteren politischen Streitthema werden – vor allem zwischen Kulturbranche, Regierung und internationalen Digitalkonzernen.

(fd/apa)

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