Fake-Kondome aus China?

Bitte Vorsicht!

(07.07.2026) Mehr als 200.000 gefälschte Kondome aus China sind auf dem europäischen Markt aufgetaucht. Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) schlägt Alarm: Die Produkte wurden unter dem Namen einer bekannten Marke verkauft, erfüllen jedoch nicht die vorgeschriebenen Sicherheits- und Qualitätsstandards der Europäischen Union. Experten warnen, dass von den Fälschungen erhebliche Gesundheitsrisiken ausgehen.

Gefälschte Kondome als Spielzeug deklariert

Nach Angaben von OLAF wurden die Kondome aus China nach Europa verschickt und bei der Einfuhr als Spielzeug deklariert. Dadurch sollten die Waren offenbar unbemerkt durch den Zoll gelangen.

Die Ermittlungen begannen, nachdem Zollbehörden in Rumänien, Serbien und Spanien verdächtige Lieferungen sichergestellt hatten. Gemeinsam mit den nationalen Behörden konnte OLAF die Schmuggelroute zurückverfolgen. In Zusammenarbeit mit chinesischen Behörden wurden schließlich auch die Exporteure identifiziert.

Der geschätzte Marktwert der sichergestellten Ware liegt bei mehr als 200.000 Euro.

Warum die gefälschten Kondome gefährlich sind

Besonders brisant: Die Fälschungen wurden unter dem Namen und mit dem Logo einer bekannten Kondommarke vertrieben. Welche Marke betroffen ist, nennt OLAF aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.

Laut der Behörde erfüllen die Produkte nicht die EU-Anforderungen für medizinische Güter. Das betrifft unter anderem Prüfungen auf:

  • Haltbarkeit
  • Materialstabilität
  • Dichtigkeit
  • mögliche Verunreinigungen
  • allgemeine Produktsicherheit

Dadurch besteht das Risiko, dass die Kondome nicht zuverlässig vor einer ungewollten Schwangerschaft oder vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen.

OLAF warnt vor Gesundheitsrisiken

OLAF-Direktor Petr Klement findet deutliche Worte:

"Gefälschte Kondome sind gefährlich. Sie sind nicht getestet, unkontrolliert und unsicher."

Die Behörde betont, dass gefälschte Medizinprodukte nicht denselben Qualitätskontrollen unterliegen wie Originalprodukte. Gerade bei Kondomen könnten Materialfehler oder Produktionsmängel schwerwiegende Folgen haben.

So kannst du dich schützen

Verbraucherschützer empfehlen, Kondome ausschließlich bei seriösen Händlern, in Apotheken, Drogerien oder bekannten Supermärkten zu kaufen. Vorsicht ist vor allem bei ungewöhnlich günstigen Angeboten auf Online-Marktplätzen oder aus unbekannten Quellen geboten.

Wer Zweifel an einem Produkt hat, sollte auf folgende Punkte achten:

  • unbeschädigte Originalverpackung
  • CE-Kennzeichnung
  • vollständige Herstellerangaben
  • normales Preisniveau
  • Kauf bei vertrauenswürdigen Händlern

Produktpiraterie bleibt ein großes Problem

Der Fall zeigt erneut, dass Produktfälschungen längst nicht mehr nur Kleidung, Taschen oder Elektronik betreffen. Immer häufiger geraten auch Medizinprodukte ins Visier von Fälschern. Nach Angaben der EU-Behörden arbeiten Zoll, nationale Ermittler und internationale Partner deshalb verstärkt zusammen, um gefährliche Produkte bereits vor dem Verkauf aus dem Verkehr zu ziehen.

Die mehr als 200.000 gefälschten Kondome konnten durch die gemeinsame Ermittlungsarbeit sichergestellt werden und gelangten nach Angaben von OLAF nicht mehr regulär in den europäischen Handel. Die Ermittlungen zu den Verantwortlichen dauern an.

(fd/apa)

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