Festwochen Shitstorm
Techmilliardär Thiel eingeladen
(30.05.2026) Der Intendant Milo Rau und das Wiener Festwochen-Team haben in den letzten Tagen harte Kritik bekommen für die Einladung von Tech-Milliardär Peter Thiel. Am 7. Juni um 20 Uhr im Hotel InterContinental findet eine Diskussionsrunde statt, bei der auch Thiel seine "Weltuntergangs-Prophezeiungen" zum Besten geben soll. Sein Counterpart, der "linke Theologe" Wolfgang Palaver. Das Thema „Armageddon und Antichrist“ „Von der Theologie zur Realpolitik“. Moderiert wird das Ganze vom Festwochenchef selbst.
Auf Instagram posten sie die Frage an die Community: „Soll Peter Thiel bei den Wiener Festwochen sprechen?. Die Resonanz ist unterschiedlich. Manche sagen, man dürfe einem Antidemokraten keine Bühne geben, andere sagen, es sei undemokratisch, Personen von vornherein nicht einzuladen und abzulehnen.
Kontroverse um Peter Thiel
Der Amerikaner mit deutschen Wurzeln wurde mit der Gründung des Bezahldienstes "PayPal" bekannt und sehr reich. Danach gründete er das Daten-Analyse-Unternehmen "Palantir", das sich auf Big-Data-Auswertungen für Sicherheitsbehörden spezialisiert. Es wird unter anderem in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern schon eingesetzt. Kritiker befürchten, dass dadurch vertrauliche Daten in die Hände von US-Geheimdiensten gelangen könnten.
Thiel ist aber auch in der amerikanischen Politik sehr aktiv. So hat er etwa den Großteil von J. D. Vances Wahlkampf finanziert und prägt auch den politischen Diskurs. Mit Aussagen wie etwa "Demokratie und Freiheit sind nicht miteinander vereinbar" oder „Greta Thunberg fördert den Niedergang der westlichen Zivilisation“.
Der Tech-Unternehmer profiliert sich als Ideologe einer international vernetzten, ultrakonservativen, christlichen Rechten mit stark apokalyptischen Bezügen.
Publicity-Stunt?
Ob diese offene Diskussion um Peter Thiels Erscheinen bei den Festwochen nur ein Publicity-Stunt ist oder ob es wirklich noch nicht sicher ist, wird sich zeigen.
(SR)