Frau ertrinkt im Auto!

Schwere Unwetter in Italien

(10.09.2026) Heftige Unwetter haben Nord- und Mittelitalien erfasst – und auch beliebte Urlaubsorte vieler Österreicher an der oberen Adria schwer getroffen. In Lignano, Bibione und der Region rund um Latisana standen am Donnerstag Straßen und teilweise auch Gebäude unter Wasser. In Latisana in Friaul-Julisch Venetien endete das Unwetter tödlich: Eine 83-jährige Frau ertrank in ihrem Auto, nachdem dieses in einer überfluteten Unterführung stecken geblieben war.

83-Jährige bleibt mit Auto in Unterführung stecken

Bei dem Todesopfer handelt es sich laut italienischen Medien um Antonietta Zamarian aus San Michele al Tagliamento. Die Frau fuhr während der heftigen Regenfälle in eine Unterführung in Latisana, die bereits massiv mit Wasser gefüllt war. Ihr Fahrzeug blieb stecken und wurde schließlich vom Wasser eingeschlossen.

Nach einem Notruf rückten Polizei und Rettungskräfte an. Ein Carabiniere sprang ins Wasser, erreichte das Fahrzeug und konnte die 83-Jährige aus dem Wagen ziehen. Trotz der Rettungsversuche kam für sie jedoch jede Hilfe zu spät. Der Polizist selbst wurde anschließend vorsorglich ins Krankenhaus gebracht; sein Zustand wurde als nicht schwer beschrieben. Feuerwehrkräfte mussten das Fahrzeug später mit schwerem Gerät aus dem Wasser bergen.

Lignano unter Wasser – Feuerwehr im Dauereinsatz

Besonders stark betroffen war die bei österreichischen Urlaubern beliebte Region zwischen Latisana und Lignano Sabbiadoro. Bereits in den frühen Morgenstunden liefen zahlreiche Notrufe wegen überfluteter Straßen und Grundstücke ein. Auch Keller und tiefer gelegene Bereiche wurden vom Wasser erfasst. In Latisana forderte die Gemeinde die Bevölkerung zeitweise auf, Fahrten auf das unbedingt Notwendige zu beschränken.

Für Lignano, Latisana und die Küste von Friaul-Julisch Venetien waren die starken Niederschläge keineswegs überraschend gekommen. Der regionale Wetterdienst hatte vor ergiebigem bis intensivem Regen, Gewittern und an der Küste lokal besonders starken Niederschlägen gewarnt. Dazu wurden kräftige Windböen und in Richtung Triest auch Bora erwartet.

Auch Bibione kämpft mit Überschwemmungen

Nur wenige Kilometer weiter traf das Unwetter auch Bibione. Straßen und teilweise Geschäftslokale wurden überschwemmt. Bereits am Vortag hatte der Sturm dort Schäden verursacht: In der Via del Sagittario brach ein großer Baum ab und stürzte in den Swimmingpool einer Unterkunft. Zum Glück befand sich zu diesem Zeitpunkt niemand im Becken.

Der Wetterdienst ARPAV rechnete für Bibione und die angrenzende Adriaküste am Donnerstag weiterhin mit Regen, Schauern und möglichen Gewittern sowie deutlich niedrigeren Temperaturen. Für Freitag wurden noch einzelne Schauer prognostiziert, bevor sich die Wetterlage allmählich beruhigen sollte.

Sturm und hohe Wellen auch in Jesolo

Auch Jesolo bekam den Wetterumschwung an der oberen Adria zu spüren. Dort sorgten Wind und unruhige See für Bedingungen, die mit dem typischen ruhigen Spätsommerwetter kaum noch etwas gemein hatten. Für Donnerstag prognostizierte ARPAV Regen und Gewitter bei mäßigem Nordostwind, die Höchstwerte sollten nur noch rund 18 bis 20 Grad erreichen.

Damit kam der Temperatursturz besonders abrupt: Nur wenige Tage zuvor waren in der Region noch Werte um die 30 Grad erreicht worden.

Bahnverkehr zwischen Triest und Venedig betroffen

Das Unwetter sorgte auch im Bahnverkehr im Nordosten Italiens für Probleme. In Triest kam es zeitweise zu Störungen bei der Stromversorgung der Strecke, während in Portogruaro und Monfalcone technische Probleme an Weichen und Signalanlagen gemeldet wurden. Teilweise mussten Ersatzbusse eingesetzt werden. Am Donnerstagmorgen waren auf der Strecke zwischen Triest, Monfalcone, Latisana und Portogruaro weiterhin Abweichungen im Betrieb sichtbar.

Windhose reißt Dächer im Raum Brescia auf

Nicht nur die Adriaküste wurde getroffen. Im lombardischen Cigole bei Brescia zog am Mittwochmorgen eine heftige Windhose durch ein Industriegebiet. Dächer von Hallen wurden abgedeckt und zahlreiche Photovoltaikmodule durch die Luft geschleudert. Nach bisherigem Stand gab es dort keine Verletzten.

In der Provinz Brescia musste die Feuerwehr zu rund 50 Einsätzen ausrücken. Bäume stürzten um, Gebäude wurden beschädigt und Räume überflutet. Auch in Mailand brachte ein heftiges Gewitter in der Früh starken Wind und Regen. Die Stadt ließ vorsorglich Parks und Friedhöfe schließen.

Schwere Schäden auch in der Toskana und Ligurien

In Viareggio in der Toskana richtete eine weitere Windhose erhebliche Schäden an. Badeanlagen, Werften und Privathäuser wurden getroffen, Sonnenschirme, Markisen und Liegen flogen durch die Luft. In Carrara wurden lokal rund 100 Millimeter Regen innerhalb sehr kurzer Zeit registriert.

Auch Liguriens Osten kämpfte mit Hochwasser. Der Fluss Lavagna trat bei Calvari an mehreren Stellen über die Ufer. Bewohner gefährdeter Gebiete wurden aufgefordert, sich in höhere Stockwerke zu begeben. Die regionale Wetterbehörde ARPAL registrierte außerdem extrem kräftige Gewitter und Windböen von teils mehr als 50 bis 60 km/h.

Unwetter ziehen weiter Richtung Mittelitalien

Für Donnerstag galt in Veneto, Emilia-Romagna, der Toskana und den Marken teilweise Warnstufe Orange. Auch in Friaul-Julisch Venetien, Ligurien, Umbrien und Latium bestanden weitere Wetterwarnungen. Die italienische Zivilschutzbehörde rechnete mit kräftigen Gewittern, Starkregen und starken Windböen, während sich die Störung zunehmend Richtung Mittelitalien verlagerte.

(fd/krone)

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