Gewalt, Drogen und Angst

Yasminas Jahre im Heim

(23.09.2026) Gewalt und Drogen statt Geborgenheit: Das deutsche Model und die Schauspielerin Yasmina Filali erzählt von ihrer schwierigen Zeit im Kinderheim und einem Haschkeks, der sie in Panik versetzte.

„Mit 18 hieß es: rausgeschmissen vom Heim.“ Yasmina Filali (51) berichtet in einem Podcastinterview über einen harten Start ins Erwachsenenleben und über eine noch härtere Vergangenheit im Kinderheim. „Es hat niemanden interessiert, ob ich eine Wohnung habe, ob ich einen Job habe, ob ich eine Ausbildung habe", so Filali.

Flucht ins Heim und acht Jahre zwischen Gewalt und Angst

Mit gerade einmal zehn Jahren kam Filali in ein Kinderheim. Ihr Vater hatte die Familie verlassen, als sie zweieinhalb Jahre alt war. "Das war ein großer Einschnitt in meinem Leben und im Leben meiner Mutter", so die 51-Jährige. Ihre Mutter war mit der Situation überfordert.

Filali wollte nicht länger zu Hause bleiben. Nach der Schule überredete sie eine Freundin, gemeinsam nach Hamburg abzuhauen. Die beiden wollten auf der Reeperbahn untertauchen. Heute nennt sie das "eine total bescheuerte Idee". Noch in derselben Nacht wurden sie jedoch gefunden. Für den TV-Star begann danach eine achtjährige Zeit im Kinderheim. Dort erlebte sie Gewalt, Aggressionen und Drogenkonsum. Sie beschreibt das Heim als einen „Pool von Gewalt und Aggression“.

Ein Hasch-Keks löste bei ihr Panik aus

Mit einem Hasch-Keks machten andere im Heim einen gefährlichen „Scherz“ mit Filali. Sie wollten sehen, wie sie darauf reagiert. Die Wirkung löste bei ihr große Panik aus. Für Filali war das Erlebnis prägend. Statt im Heim zu bleiben, ist sie an jenem Tag sechs Stunden lang mit der U-Bahn hin- und hergefahren, "weil ich einfach unter Leuten sein wollte, weil ich Angst davor hatte, was passieren könnte, wenn ich jetzt im Heim bleibe, so wie ich irgendwie bin". Danach hielt sie sich konsequent von Drogen fern. Auch Alkohol trank sie bis zu ihrem 26. Lebensjahr nicht.

Mit zehn Jahren ins Heim und später zum TV-Star

Mit 18 Jahren musste Filali das Heim verlassen. Plötzlich stand sie auf eigenen Beinen. Ohne Wohnung, Ausbildung oder festen Job. Sie beschreibt diesen Übergang als besonders schwierig. Dann änderte ein Zufall ihr Leben: In der Zeitschrift „Max“ entdeckte sie eine Anzeige für die Aktion „Gesicht des Jahres“. Weil eine Unterkunft angeboten wurde, bewarb sie sich. Ihr Ziel war zunächst ganz einfach: ein Dach über dem Kopf.

Aus dem Modeljob wurde schließlich eine Schauspielkarriere. Bekannt wurde sie unter anderem durch „Die Rote Meile“, später folgten Rollen in „Die Rosenheim-Cops“ und „Alarm für Cobra 11“.

Heute blickt Filali trotz ihrer schwierigen Kindheit zurück und sagt, sie sei „relativ gesund“ aus dieser Zeit hervorgegangen.

(ME)

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