1.000 Biber in Gefahr

WWF kritisiert Tötungen

(23.09.2026) In Österreich könnten mehr als 1.000 Biber getötet werden. Betroffen sind laut WWF (World Wide Fund For Nature) sechs Bundesländer. Besonders hoch ist die Erhöhung der erlaubten Tötungen in Niederösterreich. Dort sollen künftig bis zu 600 Biber getötet werden dürfen. Bisher lag die Zahl bei 392 Tieren.

Der WWF spricht von möglichen Verstößen gegen das EU-Artenschutzrecht und fordert statt Tötungen Einzelfallprüfungen und wirksame Schutzmaßnahmen. Biber seien wichtige Helfer gegen Hitze und Dürre, weil ihre Dämme Wasser zurückhalten und Feuchtgebiete schaffen.

Vor allem die vorgeschriebene Prüfung jedes einzelnen Falls wird aus Sicht des WWF umgangen. Auch bei Kontrollen sieht der WWF Lücken. Gleiches gilt für den Rechtsschutz.

WWF-Artenschutzexpertin Sarah Stöger fordert ein Ende pauschaler Tötungsregeln. Ausnahmen vom strengen Artenschutz müssten in jedem Fall nachvollziehbar begründet werden. Auch mögliche Alternativen müssten geprüft werden.

Der WWF warnt zusätzlich vor den Folgen für Jungtiere. Werden Elterntiere getötet, könnten auch viele Jungbiber sterben. Laut WWF finden reguläre Eingriffe meist von Anfang September bis Ende März statt, um die Fortpflanzungs- und Aufzuchtzeit zu schützen. Da junge Biber jedoch bis zu zwei Jahre bei ihren Eltern bleiben, können Eingriffe im Herbst weitreichende Folgen haben. Wenn Elterntiere getötet werden, können davon häufig auch gleich zwei Jahrgänge ihrer Jungtiere betroffen sein.

Die Landesregierungen sollen ihre Verordnungen überarbeiten. Der WWF fordert einheitliche wissenschaftliche Standards. Damit sollen Bestände und Tötungen besser erfasst werden.

(ME)

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