„Griaß di“ oder "Hallo"?
So grüßt Österreich heute
(22.09.2026) Jüngere Menschen grüßen offenbar genauso selbstverständlich wie ältere. Das verbreitete Vorurteil, dass sie kaum noch grüßen, bestätigt sich laut einer Studie der Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) nicht. Am häufigsten fällt dabei ein einfaches „Hallo“. Die Anrede wird dabei zunehmend als neutral und nicht mehr so informell wahrgenommen.
Die häufigsten Begrüßungen
Klassische Grußformeln im Dialekt sind allerdings keineswegs verschwunden. Am Land hört man zwar öfter ein lockeres „Hallo“, „Grüß Gott“ und „Griaß di“ sind aber nach wie vor ganz geläufig. Das zeigt eine Studie von Forscherinnen rund um die ÖAW-Linguistin Katharina Korecky-Kröll.
„Servus“ hört man eher selten. Noch regionaler ist „Heil“ oder „Heile“, etwa in Teilen Vorarlbergs und Tirols. Dort gilt die Begrüßung nicht als Ausdruck einer rechten Einstellung. Das zeigte auch ein Experiment: Junge Menschen grüßten eine Verkäuferin aus ihrer Region mit „Heil“, bei einer Person aus Wien wählten sie dagegen „Grüß Gott“ oder „Hallo“.
Jüngere grüßen genauso häufig wie Ältere
Die im Fachjournal "Languages" veröffentlichte Studie beweist: Jung und Alt sehen das Grüßen unterschiedlich. Ältere Menschen beklagen sich oft, dass Jüngere weniger grüßen oder lieber „Hallo“ statt „Grüß Gott“ sagen. Beobachtet wurde aber: Ältere grüßen selbst nicht häufiger. "Ältere Personen erwarten eher, von Jüngeren gegrüßt zu werden, und fühlen sich weniger dazu verpflichtet, selbst zu grüßen", so Korecky-Kröll.
Dabei grüßen Jüngere durchaus oft. Sie messen dem Grüßen aber weniger Bedeutung bei.
(APA/ME)