Wer wird der neue Bond?
Spekulationen verdichten sich
(22.09.2026) Seit Daniel Craig 2021 in „Keine Zeit zu sterben“ seinen letzten Einsatz als 007 absolvierte, rätselt die Filmwelt über seinen Nachfolger. Jetzt scheint die Suche nach dem siebenten James-Bond-Darsteller tatsächlich in die entscheidende Phase zu gehen. Ein erster Drehbuchentwurf liegt offenbar vor, Probeaufnahmen werden vorbereitet – und Produzentin Amy Pascal hält eine Bekanntgabe des neuen Bond noch bis Ende 2026 für realistisch.
Der neue Bond-Film nimmt Gestalt an
Hinter den Kulissen sind wichtige Entscheidungen längst gefallen. Regie beim nächsten Bond-Film führt Denis Villeneuve, bekannt durch „Dune“ und „Blade Runner 2049“. Das Drehbuch schreibt Steven Knight, der unter anderem die Erfolgsserie „Peaky Blinders“ geschaffen hat.
Auf die Frage, ob ein erster Entwurf bereits fertig sei, antwortete Knight vielsagend, er würde dazu „stillschweigend nicken“. Mehr wollte er nicht verraten. Auch bei der Frage, ob er bereits weiß, welcher Schauspieler Bond spielen wird, hielt er sich bedeckt.
Produzentin Amy Pascal stellte allerdings in Aussicht, dass das Rätsel nicht mehr allzu lange ungelöst bleiben dürfte. Bis zum Jahresende könnte der neue 007 feststehen.
Gary Oldman bringt Jack Lowden ins Spiel
Für besonders viel Aufsehen sorgte zuletzt Gary Oldman. Der Oscarpreisträger deutete zunächst an, die Entscheidung über den neuen James Bond sei bereits gefallen. Gleichzeitig sprach er über seinen „Slow Horses“-Kollegen Jack Lowden, dessen Name schon länger in der Gerüchteküche auftaucht.
Das Problem: Kurz darauf relativierte Oldman seine Aussagen. Er habe keine geheimen Informationen und wisse selbst nicht, wer Bond werde. Er würde sich die Rolle für Lowden lediglich wünschen.
Der 36-jährige Schotte Jack Lowden passt allerdings ziemlich gut in das vermutete Suchprofil: britisch, noch vergleichsweise jung und bereits als Schauspieler etabliert, ohne so stark mit einer anderen großen Filmfigur verbunden zu sein, dass sie Bond überstrahlen würde.
Ein unbekannter Jack plötzlich ganz vorne?
Ein weiterer Name sorgt für Überraschung: Jack Barton. Der deutlich weniger bekannte Schauspieler wurde zuletzt in US-Medien plötzlich als möglicher Topkandidat gehandelt. Barton war unter anderem in „Heartstopper“, „SAS: Rogue Heroes“ und „Poor Things“ zu sehen.
Aaron Taylor-Johnson ist seit Jahren Favorit
Kaum ein Schauspieler wurde in den vergangenen Jahren so oft zum angeblich „neuen Bond“ erklärt wie Aaron Taylor-Johnson. Zeitweise hieß es sogar, er habe bereits die berühmte Eröffnungssequenz gedreht, in der 007 in Richtung Kamera schießt.
Bestätigt wurde davon nichts.
Neben Taylor-Johnson kursieren seit Jahren Namen wie Callum Turner, Paul Mescal, Jacob Elordi, Harris Dickinson und Jack Lowden. Manche Listen umfassen inzwischen Dutzende Schauspieler. Die offizielle James-Bond-Seite verwies selbst darauf, dass bereits mehr als 70 Namen mit der Rolle in Verbindung gebracht wurden.
Warum so viele Bond-Gerüchte auftauchen
Das Geschäft mit einem möglichen neuen James Bond funktioniert hervorragend. Wettanbieter veröffentlichen Quoten, Boulevardmedien berufen sich auf anonyme Insider und Schauspieler erhalten enorme internationale Aufmerksamkeit, sobald ihr Name mit 007 verbunden wird.
Für Agenturen ist das durchaus attraktiv: Selbst wer am Ende niemals ernsthaft im Rennen war, kann wochenlang Schlagzeilen produzieren.
Deshalb gilt bei fast allen aktuellen Kandidaten: Gerücht ist nicht gleich Castingentscheidung.
Kandidaten sollen bereits Vorverträge bekommen
Spannender sind Berichte, wonach mögliche Bond-Darsteller inzwischen sogenannte „Test Deals“ erhalten. Dabei handelt es sich noch nicht um einen endgültigen Vertrag für die Rolle.
Vor einem aufwendigen Screentest werden damit aber bereits wichtige Eckpunkte geklärt: Gage, mögliche Folgefilme, zeitliche Verfügbarkeit und langfristige Verpflichtungen. Erst danach müssen die ausgewählten Kandidaten vor der Kamera zeigen, ob sie tatsächlich das Zeug zum berühmtesten Geheimagenten der Filmgeschichte haben.
Genau das deutet darauf hin, dass die Suche inzwischen tatsächlich weit fortgeschritten ist.
Daniel Craig musste ebenfalls vorspielen
Auch bei Daniel Craig dauerte der Prozess. Sein Name wurde bereits 2004 mit Bond in Verbindung gebracht. Im Sommer und Herbst 2005 absolvierte er Probeaufnahmen. Damals testete unter anderem auch der spätere „Superman“-Star Henry Cavill für die Rolle.
Erst im Oktober 2005 wurde Craig offiziell als neuer Bond vorgestellt. Damals war die Reaktion keineswegs nur positiv. Einige Fans hielten ihn für völlig ungeeignet – später spielte er 007 in fünf Filmen und wurde zu einem der erfolgreichsten Bond-Darsteller überhaupt.
Pierce Brosnan kennt das Bond-Chaos nur zu gut
Auch Pierce Brosnan weiß, dass eine Bond-Rolle selbst dann noch platzen kann, wenn praktisch alles entschieden scheint. Bereits 1986 sollte er den Geheimagenten übernehmen, musste wegen seiner Verpflichtungen für die Fernsehserie „Remington Steele“ jedoch verzichten.
Erst 1994 erhielt er eine zweite Chance und wurde schließlich tatsächlich 007.
Wer sein Nachfolger als Nachfolger wird, weiß auch Brosnan nicht. Er freue sich darauf, den neuen Schauspieler zu sehen, erklärte der frühere Bond – und wünsche ihm alles Gute.
Entscheidung könnte noch 2026 fallen
Damit bleibt die wichtigste Frage weiterhin unbeantwortet: Wer bekommt die Lizenz zum Töten?
Jack Lowden? Aaron Taylor-Johnson? Der überraschende Jack Barton? Oder am Ende ein Schauspieler, dessen Name bisher kaum jemand auf dem Zettel hat?
Genau diese letzte Variante wäre bei James Bond keineswegs ungewöhnlich. Sicher ist bisher nur: Denis Villeneuve führt Regie, Steven Knight schreibt das Drehbuch und die Suche nach dem neuen 007 läuft.
Wenn Amy Pascals Zeitplan hält, könnte eines der größten Casting-Rätsel Hollywoods noch vor Ende des Jahres 2026 gelöst werden.
(fd/apa)