So teuer ist Tanken im Land!
Diesel: 2,399 € Super: 2,06 €
(21.09.2026) Wer am Montagnachmittag in Österreich tanken muss, spürt die hohen Spritpreise weiter deutlich. Besonders Diesel bleibt teuer. Aktuelle Preismeldungen aus Wien nach der täglichen 12-Uhr-Anpassung zeigen: Selbst bei günstigen Tankstellen werden deutlich mehr als zwei Euro pro Liter verlangt. Gleichzeitig läuft die derzeitige Spritpreisbremse der Bundesregierung nur noch bis Ende September. Autofahrer müssen in Österreich weiterhin tief in die Tasche greifen. Besonders Diesel bleibt deutlich über der Zwei-Euro-Marke. Aktuelle Daten aus Wien zeigen am Montag nach der täglichen 12-Uhr-Preisanpassung günstige Dieselangebote ab rund 2,16 Euro pro Liter. Im Tagesverlauf wurden allerdings Preise von bis zu 2,399 Euro beobachtet. Auch Super 95 ist längst nicht überall günstig: Die heutige Preisspanne reicht von etwa 1,84 Euro bis 2,059 Euro – also rund 2,06 Euro pro Liter.
Diese Tankstellen zeigen, wie groß die Unterschiede sind
Bei boesch energy/Turmöl an der Brünner Straße 64 wurde Diesel nach 12 Uhr mit 2,162 Euro pro Liter gemeldet. Die Diskonttankstelle Jandl am Dassanowskyweg 12 lag bei 2,183 Euro, die NNB Brunnentankstelle in der Brunnengasse 4 bei 2,195 Euro. Ebenfalls 2,195 Euro wurden bei der leodiskonttankstelle in der Seidengasse 12 verlangt.
Bei Torrefina in der Schottenfeldgasse 94 lag Diesel bei 2,197 Euro, bei Eni an der Triester Straße 285–287 bei 2,199 Euro und bei OMV an der Prager Straße 32–34 bei 2,209 Euro. Gleichzeitig wurden im Wiener Markt Preise von bis zu 2,399 Euro pro Liter Diesel beobachtet. Bei Super 95 reichte die Preisspanne bis rund 2,06 Euro pro Liter.
Bis zu 120 Euro für eine Tankfüllung
Der Unterschied zwischen günstigen und teuren Tankstellen ist inzwischen enorm. Wer 50 Liter Diesel zum günstigen Preis von etwa 2,16 Euro tankt, bezahlt rund 108 Euro. Werden 2,399 Euro verlangt, steigt die Rechnung auf knapp 120 Euro. Bei Super kostet eine 50-Liter-Füllung zum Höchstwert von rund 2,06 Euro ebenfalls bereits etwa 103 Euro.
Gerade deshalb lohnt sich der Preisvergleich derzeit besonders. Schon ein Unterschied von 20 Cent pro Liter macht bei einer 50-Liter-Tankfüllung zehn Euro aus.
Diesel bleibt das große Problem
Während Super vielerorts noch unter zwei Euro erhältlich ist, liegt Diesel praktisch flächendeckend deutlich darüber. Erst vergangene Woche waren die Dieselpreise erneut kräftig gestiegen. Die internationale Versorgungslage, hohe Großhandelspreise und die weiterhin angespannte Situation auf den Energiemärkten treiben den Preis nach oben.
Dabei ist Diesel derzeit trotz niedrigerer Mineralölsteuer deutlich teurer als Benzin. Bereits Anfang September betrug der Unterschied österreichweit zeitweise rund 27 Cent pro Liter.
Die Spritpreisbremse läuft – hilft aber nur noch wenig
Die Bundesregierung hat die Spritpreisbremse für September verlängert. Konkret bleibt die Mineralölsteuer um 1,9 Cent pro Liter gesenkt. Zusätzlich gilt weiterhin die sogenannte Preis-Runter-Garantie: Sinken die internationalen Großhandelspreise für Diesel oder Super, sollen diese Rückgänge rasch an die Kunden weitergegeben werden.
Die ursprünglich deutlich stärkere Spritpreisbremse wurde bereits abgeschwächt. Im Frühjahr hatte die Regierung die Mineralölsteuer noch um fünf Cent pro Liter gesenkt und zusätzlich die Krisenmargen der Mineralölbranche begrenzt. Der Eingriff in die Margen ist inzwischen ausgesetzt.
Streit in der Regierung über stärkere Eingriffe
Genau darüber gibt es innerhalb der Regierung unterschiedliche Vorstellungen. SPÖ-Finanzminister Markus Marterbauer hält eine Spritpreisbremse ohne Begrenzung hoher Margen für wenig wirksam und hatte stärkere Eingriffe gefordert. Auch der ÖGB drängt auf zusätzliche Maßnahmen.
ÖVP-Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer lehnt eine dauerhafte Margenbegrenzung dagegen ab. Zu starke Eingriffe könnten nach seiner Argumentation den Markt und die Versorgungssicherheit beeinträchtigen. Die Regierung setzt deshalb derzeit vor allem auf die Steuersenkung und darauf, dass sinkende internationale Preise tatsächlich an den Tankstellen ankommen.
Was passiert ab Oktober?
Für Autofahrer wird deshalb der 30. September entscheidend. Bis dahin ist die aktuelle Senkung der Mineralölsteuer um 1,9 Cent fix. Eine endgültige Regelung für Oktober ist bislang nicht veröffentlicht.
Die Regierung muss damit in den kommenden Tagen entscheiden, ob die Spritpreisbremse verlängert, verändert oder wieder verstärkt wird. Angesichts von Dieselpreisen von teilweise bis zu 2,399 Euro und Superpreisen von bis zu rund 2,06 Euro dürfte der Druck auf die Koalition hoch bleiben.
Klar ist jedenfalls: Die derzeitige Entlastung von 1,9 Cent pro Liter fällt bei Preisen von weit über zwei Euro kaum ins Gewicht. Wer 50 Liter tankt, spart dadurch nicht einmal einen Euro. Genau deshalb dürfte die Diskussion darüber, ob die Regierung im Oktober stärker eingreifen muss, in den kommenden Tagen noch deutlich an Fahrt aufnehmen.
(fd)