Mädchen stirbt an Hirn-Amöbe

Tragischer Tod der Achtjährigen

(26.08.2026) Ein achtjähriges Mädchen aus dem US-Bundesstaat Louisiana ist nach einer Infektion mit der seltenen Amöbe Naegleria fowleri gestorben. Lillian Smart aus Ruston hatte kurz vor ihrer Erkrankung im Lake Claiborne im Norden Louisianas gebadet. Die Gesundheitsbehörde geht davon aus, dass sie sich dort infiziert hat.

Erreger gelangte vermutlich durch die Nase ins Gehirn

Naegleria fowleri lebt vor allem in warmem Süßwasser. Gefährlich wird die Amöbe, wenn kontaminiertes Wasser durch die Nase in den Körper gelangt. Von dort kann der Erreger entlang der Nerven ins Gehirn wandern und eine sogenannte primäre amöbische Meningoenzephalitis (PAM) auslösen. Durch das Trinken von belastetem Wasser entsteht dagegen keine Infektion. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt.

Lillians Zustand verschlechterte sich rapide

Lillian kam am 15. August 2026 ins Krankenhaus. Zunächst ähnelten ihre Beschwerden einer gewöhnlichen Infektion beziehungsweise bakteriellen Hirnhautentzündung. Ihr Zustand verschlechterte sich jedoch innerhalb kurzer Zeit erheblich. Später wurde die Infektion mit Naegleria fowleri festgestellt.

Typische erste Symptome einer PAM sind laut US-Gesundheitsbehörde CDC Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit und Erbrechen. Später können Nackensteifigkeit, Verwirrtheit, Krampfanfälle, Halluzinationen und schließlich ein Koma auftreten. Die Erkrankung schreitet meist extrem schnell voran.

Mädchen stirbt einen Tag nach ihrem achten Geburtstag

Lillian feierte noch am 21. August ihren achten Geburtstag im Krankenhaus. Einen Tag später, am 22. August, starb sie. Ihre Familie erklärte, die Schäden an ihrem Gehirn seien zu schwer gewesen, als dass sich ihr Körper davon hätte erholen können.

Die Infektion war nach Angaben der Behörden höchstwahrscheinlich auf das Schwimmen im Lake Claiborne zurückzuführen. Der See liegt rund 50 Kilometer nordwestlich von Lillians Heimatort Ruston.

„Hirnfressende“ Amöbe ist extrem selten

Trotz ihrer hohen Gefährlichkeit sind Infektionen mit Naegleria fowleri äußerst selten. In den USA wurden laut CDC zwischen 1937 und 2025 insgesamt 180 Fälle diagnostiziert. Die Erkrankung verläuft fast immer tödlich. In Louisiana waren in diesem Zeitraum vier Fälle mit bekanntem Expositionsort registriert.

Die Amöbe bevorzugt warmes Süßwasser und tritt deshalb besonders häufig während der heißen Sommermonate auf. Seen, Flüsse und Teiche gelten als typische Lebensräume. In korrekt gechlorten Schwimmbädern und in Salzwasser kommt Naegleria fowleri normalerweise nicht vor.

Auch in Österreich ist ein Vorkommen grundsätzlich möglich. Eine Expertin der MedUni Wien erklärte bereits, dass die Amöben wahrscheinlich auch hier vorkommen können, allerdings nicht in hohen Konzentrationen. Für Naegleria fowleri selbst gibt es nach den auffindbaren österreichischen Quellen bislang keinen bekannten heimischen Erkrankungsfall. Besonders denkbar wäre ein Auftreten in ungewöhnlich warmem, ungechlortem Süßwasser.

Interessant ist auch: Forschende der Universität Wien untersuchen Naeglerien intensiv. In einer Kläranlage in Klosterneuburg bei Wien wurden sogar Viren entdeckt, die verschiedene Naegleria-Arten befallen. Das ist allerdings kein Nachweis, dass dort die gefährliche Naegleria fowleri vorkommt.

Für Österreich gilt daher derzeit: theoretisch möglich, aber das Infektionsrisiko ist extrem gering. Kritisch wären vor allem sehr warme Süßgewässer, wenn beim Tauchen oder Springen Wasser kräftig in die Nase gelangt. Über das Trinken des Wassers erfolgt die typische Infektion nicht.

(fd)

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