Mutter (26) stirbt bei Rettung
Zugunglück: Tochter (2) überlebt
(12.07.2026) (Update 14:30) Ein tragischer Bahnunfall erschüttert Baden-Württemberg: Eine 26-jährige Mutter ist am Samstagabend in Leingarten bei Heilbronn von einem Regionalzug erfasst und tödlich verletzt worden. Im letzten Moment gelang es ihr noch, den Kinderwagen mit ihrer zweijährigen Tochter von den Gleisen zu stoßen. Das Mädchen blieb unverletzt. Die Polizei ermittelt nun, wie es zu dem Unglück kommen konnte – auch ein Defekt der Ampelanlage wird geprüft. (Bei dem Bild des Bahnübergangs im Titel handelt es sich um ein Symbolbild.)
Mutter wird an Bahnübergang von Regionalzug erfasst
Der Unfall ereignete sich gegen 19.45 Uhr an einem mit einer Ampel gesicherten Bahnübergang nahe der Haltestelle Leingarten-Mitte westlich von Heilbronn.
Nach bisherigen Erkenntnissen wollte die 26-Jährige den Bahnübergang mit dem Kinderwagen überqueren, als sich der Regionalexpress RE45 von Heilbronn in Richtung Karlsruhe näherte.
Der Triebfahrzeugführer leitete sofort eine Notbremsung ein, konnte den Zusammenstoß jedoch nicht mehr verhindern. Die Frau erlitt tödliche Verletzungen und starb noch an der Unfallstelle.
Tochter im letzten Moment in Sicherheit gebracht
Nach Angaben der Polizei konnte die Mutter unmittelbar vor dem Zusammenstoß den Kinderwagen noch von den Gleisen stoßen.
Das zweijährige Mädchen blieb dadurch unverletzt. Anschließend wurde das Kind von Einsatzkräften betreut.
Polizei prüft: War die Ampel defekt?
Wie die Polizei mitteilte, ist die Ursache des Unglücks derzeit noch unklar. Nach Angaben des Polizeiführers werde derzeit in alle Richtungen ermittelt.
Unter anderem wird geprüft, ob die Ampelanlage am Bahnübergang möglicherweise ausgefallen war oder ob die Frau den Gleisbereich trotz Rotlichts betreten hatte. Gesicherte Erkenntnisse dazu gibt es derzeit nicht. Die Ermittlungen dauern an.
43 Fahrgäste im Zug – niemand verletzt
Der Regionalexpress kam nach der Notbremsung zum Stillstand. An Bord befanden sich 43 Fahrgäste. Nach Angaben der Polizei wurde keiner der Passagiere verletzt.
Feuerwehr und Rettungskräfte sicherten die Unfallstelle, während die Polizei Spuren sicherte. Zudem wurden die Fahrgäste des Zuges sowie Angehörige der Verstorbenen durch Einsatzkräfte und Notfallseelsorger betreut.
Ermittlungen laufen weiter
Die Polizei untersucht nun den genauen Ablauf des tragischen Unfalls. Insbesondere soll geklärt werden, welche Signale die Sicherungsanlage zum Unfallzeitpunkt zeigte und ob technische Mängel am Bahnübergang eine Rolle gespielt haben könnten. Bis zum Abschluss der Ermittlungen bleibt offen, weshalb die Frau den Bahnübergang betrat, als sich der Zug näherte.
(fd/apa)