Mutter erhängt Sohn (2)
Wahnsinnstat im Keller!
(14.09.2026) Ein erschütternder Fall beschäftigt die Justiz im US-Bundesstaat Illinois: Die 40-jährige Corie Walsh soll ihren zweijährigen Sohn Barrett „Bear“ Walsh im Keller des Familienhauses in Frankfort südwestlich von Chicago getötet haben. Gegen die Mutter von vier Kindern wurden drei Anklagepunkte wegen Mordes ersten Grades erhoben. Ein Richter ordnete an, dass sie bis auf Weiteres in Haft bleibt.
Nachbar findet Zweijährigen im Keller
Die Tat soll sich am 1. September 2026 ereignet haben. Gegen 16 Uhr wurde die Polizei zu dem Haus am Brook Stone Court gerufen. Ein 17-jähriger Nachbar hatte den Zweijährigen im Keller gefunden und versuchte noch, ihn wiederzubeleben. Barrett wurde in ein Krankenhaus gebracht, konnte jedoch nicht mehr gerettet werden. Nach Angaben aus den Gerichtsunterlagen starb das Kind an Ersticken durch Druck auf den Hals.
Ein Baby befand sich zum Zeitpunkt des Geschehens ebenfalls im Haus und blieb unverletzt. Zwei weitere Kinder kamen ungefähr zu jener Zeit aus der Schule zurück. Der Vater der Kinder befand sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft außerhalb des Bundesstaates.
Mutter soll Sohn für den „Teufel“ gehalten haben
Besonders verstörend sind die Aussagen, die Walsh laut Staatsanwaltschaft nach ihrer Festnahme gemacht haben soll. Demnach erklärte sie gegenüber Ermittlern, sie habe ihren Sohn getötet, weil sie ihn für den „Teufel“ beziehungsweise den „Antichristen“ gehalten habe. Die Verteidigung argumentiert dagegen, dass Walsh zum Tatzeitpunkt unter einer schweren psychotischen Episode gelitten habe. Ob und in welchem Ausmaß eine psychische Erkrankung ihre strafrechtliche Verantwortung beeinflussen könnte, ist bislang nicht entschieden.
Die Frau wurde selbst verletzt in einer Badewanne im Obergeschoss gefunden. Nach Angaben der Ermittler hatte sie sich Schnittverletzungen zugefügt. Staatsanwälte berichteten bei der Haftanhörung zudem, Walsh habe Aussagen über mögliche Gewalt gegen ihren Ehemann und die drei anderen Kinder gemacht und unter anderem davon gesprochen, ihren Mann vergiften zu wollen.
Verbindung zu anderem Kindermord-Prozess wird untersucht
Nur wenige Stunden vor dem Tod ihres Sohnes soll Walsh in einer Chatgruppe intensiv über den viel beachteten Fall der US-Amerikanerin Lindsay Clancy geschrieben haben. Clancy war angeklagt worden, ihre drei Kinder getötet zu haben; in dem Verfahren spielte ihr psychischer Zustand eine zentrale Rolle. Staatsanwälte betonen allerdings, dass derzeit nicht nachgewiesen ist, dass Walsh ihre Tat nachgeahmt hat oder der Clancy-Fall der Auslöser war.
Richter lässt Mutter nicht frei
Bei ihrer ersten großen Anhörung am 8. September beantragte die Verteidigung, Walsh für eine psychiatrische Behandlung aus der Haft zu entlassen. Richterin Amy Bertani lehnte dies ab. Nach ihrer Einschätzung gebe es ausreichende Hinweise auf eine Gefahr für den Ehemann und die überlebenden Kinder. Gleichzeitig verlangte die Richterin, dass Walsh in Haft schnellstmöglich die notwendige psychiatrische Behandlung und Medikamente erhält.
Walsh wird unter anderem von der bekannten US-Strafverteidigerin Andrea Lyon vertreten, die bereits zum Verteidigerteam von Casey Anthony gehörte. Die nächste Gerichtsanhörung ist für den 24. September 2026 in Joliet, Illinois, angesetzt. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für Walsh die Unschuldsvermutung.
(fd)