Rekord bei Hitzetoten
Österreich stark betroffen
(01.09.2026) Österreich erlebt einen dramatischen Hitzesommer: Allein im Juni und Juli 2026 gab es laut Berechnungen der AGES 646 hitzebedingte Todesfälle. Das ist ein neuer Höchstwert für diesen Zeitraum. 2024 waren es bis Ende Juli 570, im Vorjahr 284.
395 Tote im Juni, 251 im Juli
Die AGES berechnet die sogenannte hitzeassoziierte Sterblichkeit anhand von Sterbe- und Wetterdaten. Dabei wird statistisch ermittelt, wie viele zusätzliche Todesfälle mit außergewöhnlich hoher Hitzebelastung zusammenhängen. Für Juni wurden 395 Hitzetote errechnet, im Juli kamen weitere 251 Fälle hinzu.
Österreich bricht Temperaturrekorde
Der Sommer 2026 brachte gleichzeitig historische Temperaturen. Am 31. Juli wurden in Wieselburg in Niederösterreich 40,3 Grad gemessen – neuer Österreich-Rekord für einen Juli-Tag. Der Juli war laut GeoSphere Austria der viertwärmste seit Beginn der 260-jährigen Messreihe. Noch extremer wurde es im August: Am 5. August wurden in Bad Deutsch-Altenburg 41,2 Grad gemessen – die höchste jemals in Österreich registrierte Temperatur. Der Sommer 2026 war laut GeoSphere Austria insgesamt der heißeste der Messgeschichte.
Spitäler und Pflegeheime unter Druck
Die Hitze belastet auch das Gesundheitssystem massiv. Laut einer Analyse der Gesundheit Österreich GmbH waren bis Ende Juli mehr als 70 Prozent der Krankenhäuser sowie Senioren- und Pflegeeinrichtungen mindestens 20 Hitzetagen ausgesetzt. Bei Primärversorgungseinheiten waren es sogar rund 80 Prozent.
Gesundheitsministerin Korinna Schumann betont deshalb, dass nicht nur die Zahl der Todesfälle betrachtet werden dürfe. Besonders gefährdet seien Einrichtungen, in denen ältere, kranke und vulnerable Menschen betreut werden.
Forderungen nach mehr Hitzeschutz
Der WWF fordert angesichts der 646 Todesfälle eine „Hitze-Milliarde“ für Städte und Gemeinden sowie mehr Begrünung, Entsiegelung und Renaturierung. Wälder, Moore, Flüsse und unversiegelte Böden könnten Wasser speichern und zur Abkühlung beitragen.
Auch die Grünen verlangen mehr Schattenplätze und Kühlmöglichkeiten in Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und Pflegeheimen. ÖGB-Chef Wolfgang Katzian fordert zugleich stärkere Schutzmaßnahmen für Arbeitnehmer bei extremer Hitze.
Sommer noch nicht vollständig erfasst
Besonders brisant: Die 646 Todesfälle betreffen bisher nur Juni und Juli. Die extreme August-Hitze mit dem neuen Österreich-Rekord von 41,2 Grad ist in dieser Zahl noch nicht enthalten. Damit könnte die endgültige Bilanz des Sommers 2026 noch deutlich höher ausfallen.
(fd/apa)