Schubhäftling randaliert

AUA-Flug von Berlin nach Wien

(23.04.2026) Ein Zwischenfall an Bord eines Austrian-Airlines-Fluges von Berlin nach Wien hat am Donnerstagmorgen für massive Verzögerungen am Flughafen BER gesorgt. Ein Schubhäftling begann noch vor dem Abflug in der Maschine zu randalieren – die Situation eskalierte so weit, dass schließlich die Notrutsche ausgelöst wurde.

Chaos an Bord: Polizei greift ein, Notrutsche aktiviert

Der Vorfall ereignete sich in einem Airbus A320 am Berliner Hauptstadtflughafen. Laut Augenzeugenberichten begann der Mann in den hinteren Reihen, lautstark zu randalieren. Begleitende Polizeibeamte griffen ein und führten ihn aus dem Flugzeug. Im Zuge dieses Gerangels wurde an der vorderen Tür versehentlich die Notrutsche ausgelöst. Die Folge: Alle Passagiere mussten die Maschine sofort verlassen. Verletzte gab es glücklicherweise keine.

Der Flug hätte ursprünglich um 7:00 Uhr Richtung Wien starten sollen. Nach dem Zwischenfall mussten die Passagiere zunächst zurück ins Terminal, bevor ein erneutes Boarding möglich war. Erst am späteren Vormittag konnten die ersten Fluggäste wieder einsteigen. Die Maschine erreichte Wien schließlich mit rund zweieinhalb Stunden Verspätung. Ein zusätzliches Problem: Da die vordere Tür ohne funktionierende Notrutsche nicht mehr für Evakuierungen genutzt werden durfte, musste die Anzahl der Passagiere reduziert werden. Rund ein Drittel der Reisenden konnte nicht mitfliegen.

BMI: Keine Zuständigkeit Österreichs

Laut österreichischem Innenministerium handelte es sich bei dem Mann um einen pakistanischen Staatsangehörigen, der von Deutschland nach Zypern abgeschoben werden sollte. Wien war lediglich als Zwischenstopp geplant. Damit bestand laut BMI keine asyl- oder fremdenrechtliche Zuständigkeit für Österreich, da es sich um eine sogenannte „Durchbeförderung“ handelte.

Zahlen zeigen: Abschiebungen scheitern häufig

Der Vorfall reiht sich in eine Vielzahl gescheiterter Abschiebungen ein.

Daten zur Situation in Deutschland:

  • 1.593 Abschiebungen wurden im vergangenen Jahr abgebrochen
  • 22.787 Menschen wurden insgesamt abgeschoben
  • 19.987 davon per Flugzeug

Die Gründe für Abbrüche sind vielfältig:

  • medizinische Notfälle
  • aktiver oder passiver Widerstand
  • fehlende Dokumente
  • Probleme rund um den Flug

Sicherheitsvorfall sorgt für Diskussionen

Der Zwischenfall zeigt einmal mehr, wie sensibel Abschiebungen im Luftverkehr sind. Schon kleine Eskalationen können große Auswirkungen haben – von Verspätungen über Sicherheitsrisiken bis hin zu organisatorischem Chaos für Airlines und Passagiere.

(fd/apa)

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