Seawatch 5 rettet Leben
Jetzt wieder im Einsatz
(07.05.2026) Nach einer wochenlangen Festsetzung durch italienische Behörden ist das zivile Rettungsschiff „Sea-Watch 5“ wieder auf dem Weg ins zentrale Mittelmeer. Das teilte die Organisation Sea-Watch in einem aktuellen Einsatz-Update mit. An Bord herrsche große Entschlossenheit, Menschen in Seenot zu retten, erklärte Einsatzleiterin Eliora.
Crew bereitet sich auf neuen Einsatz vor
Vor dem Auslaufen absolvierte die Crew laut Sea-Watch intensive Vorbereitungen und Trainings.
Dabei wurden unter anderem:
- Rettungsmanöver
- Brand-Szenarien
- Notfälle bei Schäden am Schiff
- Evakuierungsabläufe
geübt.
„Wir wollen den Menschen, die wir retten, einen Ort bieten, der so sicher wie möglich ist“, erklärte Einsatzleiterin Eliora.
NGO kritisiert europäische Migrationspolitik
Sea-Watch erhebt erneut schwere Vorwürfe gegen die europäische Flüchtlingspolitik. Die Organisation wirft der Europäischen Union vor, Schutzsuchende bewusst fernhalten zu wollen – auch wenn Menschen dadurch in Lebensgefahr geraten.
„2026 zählt bisher zu den tödlichsten Jahresanfängen für Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer“, heißt es in der Mitteilung.
Rettungsschiffe mehrfach festgesetzt
Laut Sea-Watch wurden zivile Rettungsschiffe in den vergangenen Monaten immer wieder von den italienischen Behörden festgesetzt. Für die Crew sei es schwer auszuhalten, zu wissen, dass Menschen auf dem Mittelmeer sterben, während Rettungsschiffe nicht auslaufen dürfen. Nun habe die „Sea-Watch 5“ den Hafen von Taranto wieder verlassen.
Warnung vor Gewalt durch libysche Küstenwache
Besonders kritisch sieht die Organisation das Vorgehen der sogenannten libyschen Küstenwache. Sea-Watch behauptet, dass in diesem Jahr bereits mehr als 5.000 Menschen gewaltsam nach Libyen zurückgebracht worden seien. Die NGO rechnet außerdem mit möglichen gefährlichen Situationen auf See und möglichen Konfrontationen mit libyschen Milizen.
Crew zeigt sich entschlossen
Trotz der Risiken blickt die Besatzung laut Sea-Watch entschlossen auf den bevorstehenden Einsatz. „Unsere Crew ist ein starkes, eingespieltes Team“, erklärte Eliora. Zugleich bedankte sich die Organisation bei Unterstützern, die die Einsätze finanziell und ideell begleiten.
Mittelmeer bleibt tödlichste Fluchtroute
Das zentrale Mittelmeer gilt weiterhin als eine der gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Immer wieder kommt es dort zu Bootsunglücken mit zahlreichen Todesopfern. Menschenrechtsorganisationen fordern seit Jahren mehr staatliche Seenotrettung. Mehrere europäische Regierungen kritisieren dagegen die privaten Rettungsmissionen und werfen NGOs vor, irreguläre Migration zu fördern.
(fd)