Spritpreisbremse: Entlastung?
Österreich ja/Deutschland nein
(05.10.2026) Nur wenige Tage nach dem Start des neuen Tankrabatts in Deutschland steigen die Spritpreise bereits wieder. Während deutsche Autofahrer für Benzin und Diesel erneut tiefer in die Tasche greifen müssen, zeigt die gleichzeitig verschärfte Spritpreisbremse in Österreich bisher eine deutlich sichtbare Wirkung an den Zapfsäulen.
In Deutschland kostete ein Liter Super E10 am Sonntag durchschnittlich 2,137 Euro, Diesel lag bei 2,253 Euro pro Liter. Damit war Benzin bereits 2,3 Cent teurer als am Donnerstag, Diesel verteuerte sich seit dem Start des Tankrabatts um 0,9 Cent.
Tankrabatt in Deutschland: Erste Entlastung schmilzt wieder
Seit 1. Oktober 2026 senkt Deutschland die Energiesteuer auf Benzin und Diesel vorübergehend. Die reine Steuersenkung beträgt 14,04 Cent pro Liter, gemeinsam mit dem niedrigeren Mehrwertsteueranteil sollen Autofahrer insgesamt um rund 16,7 Cent je Liter entlastet werden. Die Regelung gilt bis Ende Dezember.
Zum Start gingen die Preise tatsächlich deutlich zurück. Doch bereits wenige Tage später war ein Teil dieser Entlastung wieder verloren. Besonders bei Benzin hält der ADAC die neuerlichen Preissteigerungen für schwer nachvollziehbar, weil sich Rohölpreis und Euro-Dollar-Wechselkurs zuletzt nur wenig verändert hatten.
An vielen deutschen Tankstellen sind Preise unter zwei Euro pro Liter dadurch bereits wieder selten geworden.
Österreich setzt auf eigene Spritpreisbremse
Auch Österreich hat mit 1. Oktober seine bestehende Spritpreisbremse deutlich verschärft. Anders als Deutschland setzt die Bundesregierung dabei nicht nur auf eine Steuersenkung, sondern kombiniert mehrere Eingriffe.
Die Mineralölsteuer darf im Oktober und November um bis zu 6,7 Cent je Liter reduziert werden. Zusätzlich gilt wieder eine Margenbegrenzung von 3,5 Cent pro Liter für die Mineralölwirtschaft. Zusammen mit dem Mehrwertsteuereffekt soll die Entlastung rund 12 Cent pro Liter Benzin oder Diesel erreichen.
Für Oktober wurde die Mineralölsteuer konkret auf 415 Euro je 1.000 Liter Benzin und 330 Euro je 1.000 Liter Diesel abgesenkt.
Österreich: Preise seit Ende September um rund zwölf Cent gesunken
An den österreichischen Tankstellen ist der Rückgang inzwischen deutlich sichtbar. Ende September lagen die landesweiten Werte noch bei rund 2,25 Euro für Diesel und etwa 1,95 Euro für Super. Bis 5. Oktober sanken sie auf rund 2,14 Euro bei Diesel und 1,83 Euro bei Benzin. Damit beträgt der Rückgang bei beiden Kraftstoffen innerhalb weniger Tage ungefähr zwölf Cent pro Liter.
Die offiziellen Daten der E-Control zeigen für den 4. Oktober einen österreichweiten Median von 2,086 Euro für Diesel und 1,784 Euro für Super 95.
Deutschland und Österreich im Preisvergleich
Damit zeigt sich derzeit ein auffälliger Unterschied zwischen beiden Ländern:
- Deutschland: Super E10 rund 2,14 Euro, Diesel rund 2,25 Euro
- Österreich: Super 95 Median rund 1,78 Euro, Diesel Median rund 2,09 Euro
- Österreich liegt damit derzeit vor allem bei Benzin deutlich günstiger als Deutschland.
Auch ein grenzüberschreitender aktueller Preisvergleich weist Österreich Anfang Oktober als günstiger aus: Diesel lag dort rund neun Cent, Benzin sogar rund 34 Cent je Liter unter den erfassten deutschen Preisen.
Österreich greift zusätzlich bei den Margen ein
Ein wesentlicher Unterschied liegt im Aufbau der österreichischen Maßnahme. Während Deutschland hauptsächlich die Energiesteuer reduziert, will Österreich zusätzlich verhindern, dass fallende Beschaffungskosten oder Steuerentlastungen in höheren Margen der Mineralölwirtschaft verschwinden.
Schon seit Einführung der Spritpreisbremse sind Mineralölunternehmen und Tankstellen verpflichtet, entsprechende Rückgänge bei den internationalen Produktpreisen weiterzugeben. Für Oktober wurde der Eingriff wegen der zuletzt wieder stark gestiegenen Ölpreise erneut verstärkt. Die Entwicklung wird dabei von der E-Control überwacht.
50-Liter-Tankfüllung soll rund sechs Euro günstiger werden
Bei einer Entlastung um zwölf Cent pro Liter spart ein Autofahrer bei einer 50-Liter-Tankfüllung rund sechs Euro. Genau in dieser Größenordnung hatte die österreichische Bundesregierung die Wirkung der erweiterten Spritpreisbremse angekündigt.
Die ersten Tage im Oktober zeigen zumindest bei den Preisen einen Rückgang in nahezu derselben Größenordnung. Während in Deutschland nach dem anfänglichen Preissturz bereits wieder ein Teil des Tankrabatts aufgezehrt wurde, sind die Preise in Österreich seit Ende September bislang weiter deutlich gefallen.
Sprit bleibt trotzdem teuer
Von wirklich billigem Tanken kann dennoch keine Rede sein. Vor allem Diesel kostet in Österreich weiterhin mehr als zwei Euro pro Liter und liegt deutlich über dem Niveau früherer Jahre. Die Spritpreisbremse federt den aktuellen Preisschock damit zwar ab – sie macht die enormen Preissteigerungen auf den internationalen Energiemärkten aber nicht vollständig rückgängig.
Für Autofahrer bleibt deshalb trotz Tankrabatt und Spritpreisbremse der Preisvergleich zwischen einzelnen Tankstellen wichtiger denn je.
(fd/apa)