Störfaktor: Influencer
US-Open werden Unterbrochen
(04.09.2026) Bei den Spielen der US-Open sorgen Influencer regelmäßig für Aufsehen. Immer öfter werden inszenierte Fotoshootings, Kameras und Ringlichter zum Ärgernis. In einer Partie musste der Schiedsrichter die Partie sogar unterbrechen.
Mehrere Content-Creator posierten lautstark in einer Loge, das von ihnen aufgebaute helle Ringlicht lenkte zusätzlich ab. Kader Nouni, der Schiedsrichter des Spiels, hat das Match von Tennis-Star Naomi Osaka daraufhin unterbrochen und die Gruppe aufgefordert, sich zu setzen. Innerhalb der sozialen Medien löste das Verhalten der Influencer eine Diskussion aus.
Tennis-Stars Sauer
US-Tennisspielerin Jessica Pegula äußert sich mit klaren Worten zu dem Vorfall: "Die Leute versuchen da unten aufzutreten, es ist ihr Beruf, ihr Job. Das wirkt irgendwie respektlos. Ich finde, es ist dieses Jahr etwas übertrieben geworden."
Bei den Turnieren wird vom US-Tennisverband verstärkt auf Influencer gesetzt. Laut "Front Office Sports" sind fast 100 Influencer zugelassen, im Vorjahr waren es noch 54. Bei Problemen kann der Schiedsrichter zu jeder Zeit eingreifen, erklärt ein Sprecher. Störungen durch Content Creator gibt es laut ihm aber selten. Craig Tiley, Chef des verantwortlichen US-Verbands, erklärt, dass die US-Open zukünftig das "Tennis-Disneyland" werden sollen. Influencer nehmen dabei eine Rolle als Multiplikatoren ein, sie zählen als Schlüssel zur Kommunikation.
Daniil Medwedew sieht die Entwicklung problematisch. Der US-Open-Sieger von 2021 stellt klar: „Es ist immer noch ein Sport, in dem wir auf gewisse Weise um unser Leben kämpfen". Zwar gefällt ihm das Wort "Tennis-Disneyland" nicht, der Gedanke ist für ihn jedoch nachvollziehbar. "Es lässt den Sport wachsen, also denke ich, dass es gut ist", erklärt der 30-jährige Russe.
(heute/apa/ep)