Star Wars in real life?

Ufo oder Museum?

(03.09.2026) George Lucas eröffnet am 22. September 2026 in Los Angeles sein lange geplantes Lucas Museum of Narrative Art. Der „Star Wars“-Schöpfer und seine Frau Mellody Hobson wollen dort zeigen, wie Menschen seit Jahrtausenden Geschichten durch Bilder erzählen. Und obwohl das futuristische Gebäude im Exposition Park aussieht, als wäre es direkt aus einer weit, weit entfernten Galaxis gelandet, ist „Star Wars“ nur ein Teil einer deutlich größeren Sammlung.

Nach jahrelanger Planung steht der Termin fest: Das Lucas Museum of Narrative Art öffnet am Dienstag, dem 22. September, offiziell für Besucher. Das Museum befindet sich im Exposition Park in Los Angeles, unweit anderer bedeutender Kultur- und Sporteinrichtungen der Stadt. Schon vor der regulären Eröffnung finden im September Preview-Tage und Veranstaltungen für Mitglieder und die Nachbarschaft statt.

Für George Lucas ist die Eröffnung der Abschluss eines jahrzehntelangen Projekts. Bevor Los Angeles als Standort feststand, waren unter anderem Chicago und San Francisco im Gespräch. Die Bauarbeiten in Kalifornien begannen schließlich 2018.

Ein 28.000 Quadratmeter großes „Raumschiff“ mitten in L.A.

Das von Ma Yansong und seinem Architekturbüro MAD entworfene Gebäude umfasst rund 300.000 Square Feet, umgerechnet knapp 28.000 Quadratmeter. Seine geschwungene weiße Form erinnert je nach Blickwinkel an ein Raumschiff, eine Wolke oder ein gewaltiges organisches Gebilde.

Rund 100.000 Square Feet beziehungsweise etwa 9.300 Quadratmeter stehen allein für Ausstellungen zur Verfügung. Diese verteilen sich auf mehr als 30 Galerien. Rund um das Museum entstand außerdem eine etwa 13 Acres große Parklandschaft, mehr als fünf Hektar, die vom Landschaftsarchitekturbüro Studio-MLA gestaltet wurde. Das milliardenschwere Projekt gehört damit schon architektonisch zu den auffälligsten neuen Kulturgebäuden von Los Angeles.

Mehr als 40.000 Werke in der Sammlung von George Lucas

Im Mittelpunkt steht die private Sammlung, die Lucas über Jahrzehnte aufgebaut hat. Der Bestand des Museums umfasst mittlerweile mehr als 40.000 Kunstwerke und Objekte. Zur Eröffnung sollen in den Galerien mehr als 1.300 Werke gezeigt werden.

Dabei spannt das Museum einen ungewöhnlich weiten Bogen: von klassischer Malerei und Illustrationen über Comics, Manga, Fotografie und Wandmalerei bis zu Filmplakaten, Kostümen, Modellen und anderen Objekten aus der Filmgeschichte.

Zu den vertretenen Künstlern zählen unter anderem Norman Rockwell, Frida Kahlo, Diego Rivera und Maxfield Parrish. Dazu kommen Comic-Künstler und Illustratoren, deren Werke in traditionellen Kunstmuseen häufig weniger stark vertreten sind. Genau diese Grenzen zwischen sogenannter Hochkultur und populärer Kunst möchte Lucas bewusst aufbrechen.

Natürlich darf „Star Wars“ nicht fehlen

Trotz des viel breiteren Konzepts spielt „Star Wars“ natürlich eine besondere Rolle. Eine eigene Ausstellung mit dem Titel „Star Wars in Motion“ widmet sich Lucas' visuellem Storytelling und zeigt Fahrzeuge, Modelle, Requisiten und weitere Objekte aus den ersten sechs Filmen der Saga.

Bemerkenswert ist allerdings, dass die „Star Wars“-Ausstellung laut AP lediglich rund sieben Prozent der gesamten Galeriefläche ausmacht. Das Lucas Museum soll also ausdrücklich kein reines „Star Wars“-Museum werden.

Auch außerhalb dieser Ausstellung finden Besucher Spuren von Lucas' Filmwelt. Die Sammlung des Museums beinhaltet das Lucas Archive mit Konzeptkunst, Produktionsmaterial und Objekten, die dokumentieren, wie seine Filme visuell entstanden sind.

Von Comics und Manga bis zu Jahrtausenden Bildgeschichte

Die Galerien sind nicht einfach nach Kunstepochen oder Techniken geordnet. Stattdessen dreht sich vieles um Themen aus dem menschlichen Leben wie Liebe, Familie, Gemeinschaft, Arbeit, Sport, Kindheit oder Abenteuer. Das Museum will damit zeigen, dass visuelles Geschichtenerzählen praktisch alle Kulturen und Epochen verbindet.

Auch die Geschichte des Erzählens durch Bilder wird weit zurückverfolgt: Das Konzept reicht nach Angaben des Museums von prähistorischen Höhlenmalereien bis zu Comics und modernem Kino.

Die Forschungsbibliothek besitzt darüber hinaus mehr als 30.000 Comics, darunter einen umfangreichen Bestand aus dem sogenannten Silver Age. Hinzu kommen Bestände aus der früheren Lucasfilm Research Library sowie rund 3.000 Kunstbücher, die Schauspieler und Sammler Steve Martin und Ann Martin gestiftet haben.

Zwei Kinos zeigen Filme praktisch den ganzen Tag

Film wird im Lucas Museum nicht nur durch Requisiten repräsentiert. Zwei eigene Kinos, das Robert Flaherty Theater und das Slavko Vorkapich Theater, sollen während des Tages kontinuierlich Filmprogramme zeigen. Besucher können dort ähnlich wie in einer Galerie jederzeit ein- und ausgehen. Gezeigt werden soll eine breite Palette vom frühen Stummfilm über Animation und Avantgarde bis hin zu Dokumentarfilmen.

Das Museum ist auch finanziell ein außergewöhnliches Projekt. Medienberichte beziffern die Kosten auf mehr als eine Milliarde US-Dollar. Lucas und Hobson haben das Museum gegründet und maßgeblich privat finanziert. Lucas sammelte nach eigenen Angaben schon lange vor seinem Erfolg mit „Star Wars“ Kunst. Besonders Illustratoren und Künstler der Populärkultur hätten seiner Ansicht nach über Jahrzehnte nicht dieselbe Anerkennung erhalten wie klassische Künstler. Das Museum soll deshalb zeigen, dass ein Comic, eine Kinderbuchillustration oder ein Filmkonzept ebenso wirkungsvoll Geschichten erzählen kann wie ein klassisches Gemälde.

George Lucas feiert nach jahrelanger Planung die Eröffnung

Für den mittlerweile 82-jährigen George Lucas ist das Projekt damit nach vielen Rückschlägen Realität geworden. Die Idee für ein eigenes Museum verfolgt der Regisseur und Produzent bereits seit vielen Jahren. Standortdebatten, Planungsverfahren, die Pandemie und die aufwendige Konstruktion verzögerten das Vorhaben immer wieder.

Am 19. September, wenige Tage vor der offiziellen Öffnung, soll eine große Eröffnungsgala stattfinden. Zu den angekündigten Co-Chairs gehören unter anderem Steven Spielberg, Guillermo del Toro, Greta Gerwig, Tom Cruise und Pharrell Williams. Am 22. September 2026 öffnet das futuristische Museum schließlich für alle Besucher – rund 17 Jahre nachdem Lucas begonnen hatte, seinen Museums-Traum konkret zu verfolgen.

(fd/apa)

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