Frau mitten in Graz ermordet!
Täter verhaftet!
(03.09.2026) In der Grazer Innenstadt ist am Donnerstagmittag eine Frau bei einem Femizid getötet worden. Ein Mann aus ihrem familiären Umfeld wurde kurz nach der Tat festgenommen. Die Polizei war gegen 12.40 Uhr wegen eines offensichtlichen Gewaltdelikts zu einer Wohnung im Bezirk Innere Stadt gerufen worden. Für das Opfer kam jede Hilfe zu spät.
Polizei wird gegen 12.40 Uhr zu Wohnung gerufen
Nach Angaben der Landespolizeidirektion Steiermark ging der Alarm am Donnerstag, dem 3. September 2026, gegen 12.40 Uhr ein. In einer Wohnung in der Grazer Innenstadt war es zu einem schweren Gewaltdelikt gekommen. Als die Einsatzkräfte eintrafen, war die Frau bereits so schwer verletzt, dass sie nicht mehr gerettet werden konnte.
Ein Tatverdächtiger konnte noch im Nahbereich der Wohnung festgenommen werden. Bei dem Mann handelt es sich laut den bisher bekannten Informationen um eine Person aus dem familiären Umfeld der Getöteten. Weil der Verdächtige festgenommen wurde, bestehe für die Bevölkerung derzeit keine Gefahr, teilte die Polizei mit.
Landeskriminalamt Steiermark ermittelt
Die Ermittlungen wurden vom Landeskriminalamt Steiermark übernommen. Im Mittelpunkt stehen derzeit die Rekonstruktion des Tathergangs und die Frage nach dem Motiv.
Tatortermittler begannen noch am Donnerstag mit der Spurensicherung in der Wohnung. Dabei werden unter anderem mögliche Spuren, Gegenstände und Hinweise auf den genauen Ablauf der Tat gesichert und ausgewertet.
Zu einer möglichen Tatwaffe machte die Polizei bislang bewusst keine Angaben. Diese Information werde aus ermittlungstaktischen Gründen zurückgehalten.
Verdächtiger soll einvernommen werden
Der festgenommene Mann soll laut den bislang vorliegenden Informationen noch am Donnerstag oder spätestens am Freitag einvernommen werden. Erst nach dieser Befragung dürften weitere Details zum möglichen Motiv und zum Verhältnis zwischen Opfer und Verdächtigem bekannt werden.
Auch Alter und Herkunft der Frau sowie des festgenommenen Mannes wurden zunächst nicht veröffentlicht. Die Behörden wollen diese Angaben erst bekannt geben, nachdem alle Angehörigen verständigt worden sind.
Tat ereignete sich mitten in der Grazer Innenstadt
Die Polizei bestätigte ausdrücklich, dass sich das Gewaltdelikt im Bezirk Innere Stadt ereignet hat. Bereits am frühen Nachmittag waren dort Ermittler und Einsatzkräfte im Einsatz. Polizeisprecher Sabri Yorgun stand am Glockenspielplatz für Medienanfragen zur Verfügung.
Die genaue Adresse der Wohnung wurde zunächst nicht öffentlich genannt. Damit ist derzeit auch nicht bekannt, wo genau innerhalb der Innenstadt die Frau getötet wurde.
Femizide bleiben in Österreich ein großes Thema
Der Fall reiht sich in eine Serie tödlicher Gewalttaten gegen Frauen in Österreich ein. Nach einer Zählung der Autonomen Österreichischen Frauenhäuser wurden 2026 bereits 16 Femizide registriert. Sollte der Fall in Graz sowie ein weiterer am Donnerstag bekannt gewordener Fall in Oberösterreich in diese Statistik einfließen, wären es bereits 17 beziehungsweise 18 Fälle in diesem Jahr. 2025 wurden laut derselben Zählung insgesamt 16 Femizide verzeichnet, 2024 waren es 29.
Der Begriff Femizid bezeichnet die Tötung einer Frau im Zusammenhang mit geschlechtsspezifischer Gewalt. Besonders häufig stehen Täter und Opfer in einem Beziehungs- oder Familienverhältnis.
Krisenintervention nach tödlicher Gewalttat
Nach dem Tod der Frau wurde auch das Kriseninterventionsteam eingeschaltet. Die Ermittlungen dauern an. Entscheidend werden nun insbesondere die Einvernahme des Verdächtigen, die Ergebnisse der Spurensicherung sowie weitere kriminaltechnische Untersuchungen sein.
Die Polizei kündigte an, weitere Informationen zu veröffentlichen, sobald der Ermittlungsstand dies zulässt.
Hilfe bei Gewalt gegen Frauen
Frauen, die von Gewalt betroffen oder bedroht sind, erhalten in Österreich rund um die Uhr Unterstützung bei der Frauenhelpline unter 0800 222 555. Das Gewaltschutzzentrum Steiermark ist unter 0316 774199 erreichbar. In akuten Gefahrensituationen gilt der Polizei-Notruf 133.
(fd/apa)