STMK: Rätselhafter Todesfall

Pärchen tot in Haus gefunden

(14.10.2026) Tragödie in der Obersteiermark: In der Gemeinde Landl im Bezirk Liezen sind ein Mann und eine Frau tot in ihrem Wohnhaus entdeckt worden. Die beiden Deutschen dürften an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben sein. Besonders rätselhaft: Als mögliche Ursache gilt ein Notstromaggregat, obwohl das Haus offenbar ganz normal an das öffentliche Stromnetz angeschlossen war. Aufgedeckt wurde der tragische Vorfall durch eine aufmerksame Trafikantin, die das Paar seit mehreren Tagen nicht mehr gesehen hatte.

Trafikantin wird misstrauisch und alarmiert Polizei

Der schreckliche Fund ereignete sich Anfang Oktober 2026 in der obersteirischen Gemeinde Landl. Eine örtliche Trafikantin bemerkte, dass zwei Bewohner, die regelmäßig in der Umgebung unterwegs gewesen waren, plötzlich nicht mehr auftauchten.

Nachdem sie das Paar mehrere Tage nicht mehr gesehen hatte, wurde sie misstrauisch und verständigte die Polizei. Die Beamten fuhren daraufhin zum Wohnhaus der beiden Deutschen, um nach dem Rechten zu sehen.

Bereits beim Eintreffen fiel den Polizisten laut Medienberichten ein ungewöhnlicher Geruch auf. Da niemand die Tür öffnete, wurde die Feuerwehr hinzugezogen.

Feuerwehr bricht Haustür auf – beide Bewohner tot

Die Einsatzkräfte mussten die Eingangstür gewaltsam öffnen, um in das Gebäude zu gelangen. Im Inneren machten sie eine tragische Entdeckung: Ein Mann und eine Frau lagen leblos im Haus.

Für die beiden Bewohner kam jede Hilfe zu spät. Nach bisherigen Informationen waren die Verstorbenen zwischen 50 und 60 Jahre alt und stammten aus Deutschland.

Die Tragödie soll sich bereits um den 1. Oktober 2026 ereignet haben. Wann genau die beiden Menschen starben, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt.

War ein Notstromaggregat die tödliche Ursache?

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht ein Notstromaggregat, das sich im Wohnhaus befand. Nach ersten Erkenntnissen könnte das Gerät Kohlenmonoxid (CO) freigesetzt haben, das sich anschließend in den Innenräumen ausbreitete.

Besonders ungewöhnlich ist, dass das Gebäude laut bisherigen Informationen regulär an das öffentliche Stromnetz angeschlossen war. Ein offensichtlicher Grund, weshalb die Bewohner das Notstromgerät betrieben haben könnten, ist daher nicht bekannt.

Ob das Aggregat tatsächlich eingeschaltet war, wie lange es möglicherweise lief und unter welchen Umständen das Gas ausgetreten sein könnte, müssen die Ermittlungen klären.

Staatsanwaltschaft ordnet Obduktion an

Die Staatsanwaltschaft Leoben bestätigte den Fund einer männlichen und einer weiblichen Person. Um die genaue Todesursache festzustellen, wurden eine Obduktion und ein toxikologisches Gutachten angeordnet.

Die Untersuchungen sollen insbesondere klären, ob die beiden Deutschen tatsächlich an einer Kohlenmonoxidvergiftung starben und ob das Notstromaggregat dafür verantwortlich war.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft könnten die Ergebnisse der Untersuchungen noch mehrere Wochen auf sich warten lassen. Bis dahin bleibt die genaue Ursache des Unglücks offen.

Gemeinde Landl trauert um deutsches Paar

Der tragische Todesfall hat in der kleinen Gemeinde Landl im Bezirk Liezen große Betroffenheit ausgelöst. Das Paar war vor einigen Jahren aus Deutschland in die Steiermark gezogen.

Nachbarn beschrieben die beiden als eher zurückgezogen. Ein Anrainer erinnerte sich daran, den verstorbenen Mann gelegentlich beim Einkaufen gesehen zu haben. Er sei stets freundlich gewesen.

Auch Bürgermeister Bernhard Moser (SPÖ) zeigte sich betroffen. Er kannte die beiden Bewohner und bestätigte, dass sie mit der Gemeindeverwaltung in Kontakt gestanden waren.

Warum Kohlenmonoxid so gefährlich ist

Kohlenmonoxid (CO) ist ein besonders gefährliches Gas, weil Menschen es weder sehen noch riechen oder schmecken können. Es entsteht bei unvollständiger Verbrennung, etwa in Motoren, Heizgeräten oder Stromgeneratoren.

Gelangt Kohlenmonoxid in geschlossene Räume, kann es sich unbemerkt ansammeln. Das Gas verhindert, dass der Körper ausreichend Sauerstoff transportieren kann. Dadurch drohen zunächst Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Benommenheit. Bei hoher Konzentration kann es innerhalb kurzer Zeit zu Bewusstlosigkeit und zum Tod kommen.

Besonders gefährlich sind benzin- oder dieselbetriebene Notstromaggregate, wenn sie innerhalb von Gebäuden, in Garagen oder in schlecht belüfteten Bereichen verwendet werden.

Ein gewöhnlicher Rauchmelder erkennt Kohlenmonoxid nicht. Dafür sind spezielle CO-Warnmelder erforderlich.

Darauf sollte man bei Notstromaggregaten achten

Fachstellen warnen ausdrücklich davor, Stromgeneratoren mit Verbrennungsmotor in Innenräumen zu betreiben. Selbst offene Fenster oder Türen bieten keinen ausreichenden Schutz.

Solche Geräte gehören ausschließlich ins Freie und in ausreichenden Abstand zu Fenstern, Türen und Lüftungsöffnungen. Auch Garagen, Keller, Gartenhäuser und überdachte Bereiche können gefährlich werden, wenn sich dort Abgase ansammeln.

Bei Verdacht auf austretendes Kohlenmonoxid sollten Betroffene sofort ins Freie gehen, andere Personen warnen und die Feuerwehr unter 122 oder den Euronotruf 112 verständigen. Das Gebäude darf erst wieder betreten werden, wenn Einsatzkräfte Entwarnung gegeben haben.

Zwei Tote in Liezen: Ermittlungen laufen weiter

Warum das deutsche Paar überhaupt ein Notstromaggregat benötigte und ob dieses tatsächlich für den Tod der beiden verantwortlich war, ist weiterhin ungeklärt.

Die angeordneten medizinischen und toxikologischen Untersuchungen sollen nun Antworten liefern. Bis dahin gehen die Ermittler dem Verdacht einer Kohlenmonoxidvergiftung nach.

(fd/krone)

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