Teenager töten Kind
Mord wegen Angelköder?
(27.05.2026) Der Tod eines elfjährigen Buben in der französischen Stadt Rennes sorgt weiterhin für Entsetzen. Nachdem das Kind am Wochenende mit einem fest um den Hals gebundenen Badetuch tot am Ufer der Vilaine gefunden worden war, verdichten sich nun die Hinweise auf ein brutales Gewaltverbrechen. Zwei Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren sollen die Tat inzwischen gestanden haben. Französische Medien berichten von einem erschütternden Motiv: Es soll um Angelzubehör im Wert von nur wenigen Euro gegangen sein.
11-Jähriger tot am Flussufer entdeckt
Der Bub wurde am Sonntagnachmittag nahe des Stadtzentrums von Rennes leblos in einem Gebüsch am Ufer des Flusses Vilaine gefunden. Laut Staatsanwaltschaft war ein nasses Badetuch „sehr fest“ um seinen Hals gebunden. Ein Fischer hatte zuvor Schreie eines Kindes gehört und die Polizei alarmiert. Kurz darauf entdeckten Einsatzkräfte den Jungen in einem bewaldeten Bereich unterhalb einer Brücke.
Rettungskräfte versuchten noch, das Kind wiederzubeleben, doch jede Hilfe kam zu spät. Die Behörden bestätigten später, dass der Elfjährige infolge der Strangulation einen Herz- und Atemstillstand erlitt.
Mutter suchte verzweifelt nach ihrem Sohn
Nach Informationen französischer Medien hatte der Bub seiner Mutter gesagt, dass er mit einem Freund angeln gehen wolle. Während sich das Drama bereits am Flussufer abspielte, suchte die Mutter offenbar verzweifelt nach ihrem Sohn. Wenig später trafen beide Eltern am Tatort ein und mussten dort vom Krisenteam betreut werden.
Die Gegend rund um die Vilaine gilt eigentlich als ruhig und beliebt bei Spaziergängern, Joggern und Fischern. Umso größer ist der Schock in Rennes, wo viele Anwohner fassungslos auf die Tat reagieren.
Zwei Teenager unter Mordverdacht
Im Zentrum der Ermittlungen stehen ein 16-jähriger Bub und ein 15-jähriges Mädchen. Der Jugendliche wurde am Montagmorgen zuhause festgenommen, die Jugendliche stellte sich später freiwillig bei der Polizei in Rennes. Beide wurden wegen des Verdachts auf „Mord an einem Minderjährigen unter 15 Jahren“ in Gewahrsam genommen.
Die Ermittler bestätigten, dass die beiden Jugendlichen gemeinsam mit dem Opfer am Tag der Tat am Flussufer gesehen wurden. Zunächst war unklar, welche Beziehung sie zu dem Elfjährigen hatten und ob weitere Personen beteiligt gewesen sein könnten.
Verdächtige sollen Tat gestanden haben
Am Dienstag kamen dann neue Details ans Licht: Laut mehreren französischen Medien haben die beiden Jugendlichen inzwischen gestanden, den Elfjährigen stranguliert zu haben. Als Motiv nannten sie offenbar einen Streit um Angelzubehör und Köder im Wert von nur wenigen Dutzend Euro. Die Verdächtigen hätten angegeben, sich „rächen“ und ihr Material zurückholen zu wollen.
Französische Medien sprechen von einem „völlig sinnlosen“ Motiv, das landesweit für Entsetzen sorgt. Der Fall erinnert viele Menschen in Frankreich an die zunehmende Gewalt unter Jugendlichen und löst erneut eine Debatte über Jugendkriminalität aus.
Polizei sucht weiter nach Beweisen
Die Ermittlungen laufen weiterhin auf Hochtouren. Das Gebiet rund um den Fundort blieb tagelang abgesperrt. Feuerwehrtaucher suchten die Vilaine nach möglichen Beweisstücken ab, während Spezialisten der Spurensicherung zahlreiche Hinweise sicherten.
Die Ermittlungen wurden an die Abteilung für organisierte und schwere Kriminalität übertragen – ein ungewöhnlicher Schritt bei einem Fall mit jugendlichen Tatverdächtigen und ein Zeichen dafür, wie ernst die Behörden das Verbrechen einstufen.
Ganz Frankreich diskutiert über den Fall
Der Tod des elfjährigen Théo erschüttert inzwischen ganz Frankreich. Politiker, Medien und zahlreiche Nutzer in sozialen Netzwerken zeigen sich schockiert über die Brutalität der Tat und das junge Alter der Verdächtigen.
Viele Menschen fragen sich nun, wie ein Streit unter Jugendlichen derart eskalieren konnte. Die französische Justiz prüft derzeit weitere Schritte gegen die beiden Teenager. Ihnen drohen schwere strafrechtliche Konsequenzen.
(fd)