Terror-Prozess in Klagenfurt

Attentäter zeigt keine Reue

(27.05.2026) Am Landesgericht Klagenfurt hat am Mittwoch der Prozess um den Terroranschlag von Villach begonnen. Der angeklagte Syrer muss sich wegen Mordes, mehrfachen Mordversuchs und terroristischer Straftaten verantworten. Bei der Messerattacke am 15. Februar 2025 wurde ein 14-jähriger Schüler getötet, fünf weitere Menschen wurden teils schwer verletzt.

Angeklagter schockt Gericht mit Aussagen

Gleich zum Prozessauftakt sorgte der Angeklagte für Entsetzen. Laut „Krone“ sagte er vor Gericht, er bereue nichts und würde die Tat wiederholen. Mehr noch: Er würde „noch mehr Menschen töten“, mindestens zehn seien sein Ziel gewesen.

Der Mann gab demnach an, sich weiterhin dem sogenannten Islamischen Staat verpflichtet zu fühlen. Auf die Frage, wo ein solcher IS-Staat entstehen solle, antwortete er laut „Krone“: „Auf der ganzen Welt.“

Angriff dauerte nur 84 Sekunden

Die eigentliche Messerattacke in Villach soll laut Anklage nur 84 Sekunden gedauert haben. In dieser kurzen Zeit wurden sechs Menschen angegriffen. Ein 14-jähriger HTL-Schüler starb, fünf weitere Personen überlebten teils schwer verletzt.

Gestoppt wurde der mutmaßliche Täter erst durch einen syrischen Essenslieferanten. Er griff ein und verhinderte laut bisherigen Darstellungen vermutlich Schlimmeres. Die Staatsanwaltschaft wertet das Attentat als terroristische Straftat mit dem Ziel, die Zivilbevölkerung einzuschüchtern.

Prozess unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen

Der Terrorprozess findet am 27. und 28. Mai am Landesgericht Klagenfurt statt. Wegen des erhöhten Sicherheitsrisikos wurde der Angeklagte hinter Panzerglas abgeschirmt. Laut Gericht gelten besondere Sicherheitsauflagen, darunter ein Zeichenverbot und strenge Regeln für Medienvertreter.

Im Gerichtssaal wurde der Angeklagte von mehreren schwer bewaffneten Beamten bewacht. Die „Krone“ berichtet von einem regungslosen Auftritt: weißes Hemd, schwarze Hose, kaum eine sichtbare Reaktion.

Blitzradikalisierung über das Internet

Besonders brisant ist die mutmaßliche Radikalisierung des Angeklagten. Laut Ermittlungen soll aus dem zuvor unauffälligen jungen Mann innerhalb von nur rund drei Monaten ein IS-Anhänger geworden sein. Die „Krone“ hatte bereits nach der Tat berichtet, dass sich der Syrer online radikalisiert haben soll, unter anderem über Social-Media-Inhalte.

Vor Gericht soll der Angeklagte erklärt haben, er sei ursprünglich aus Syrien geflüchtet, weil er nicht in den Krieg ziehen wollte. Heute bekenne er sich weiter zur Ideologie des IS.

Villach steht weiter unter Schock

Der Anschlag hat Villach und ganz Kärnten tief erschüttert. Nach der Tat wurde „Wir sind Villach“ zu einem Symbol für Zusammenhalt, Trauer und Widerstand gegen Terror. Auch mehr als ein Jahr später ist der Fall für viele Menschen in der Stadt präsent.

Bei einer Verurteilung droht dem Angeklagten lebenslange Haft. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

(fd/krone)

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