Zwillingsbabys verdurstet!
Dehydrierung im Bettchen?
(30.06.2026) Eine dramatische Familientragödie erschüttert derzeit Frankreich. Im nordfranzösischen Beuvrages nahe Valenciennes sind zwei erst 15 Monate alte Zwillingsmädchen tot in ihrem Bett gefunden worden. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler könnte die anhaltende Hitzewelle den beiden Kleinkindern zum Verhängnis geworden sein. Die Staatsanwaltschaft geht derzeit davon aus, dass die Mädchen möglicherweise an Dehydrierung infolge der hohen Temperaturen gestorben sind. Eine Obduktion soll nun Klarheit bringen.
Mutter entdeckt die Kinder am nächsten Morgen
Nach Angaben der Ermittler hatte die Mutter die Zwillinge am Sonntagabend gegen 19 Uhr schlafen gelegt. Erst am späten Montagvormittag sah sie wieder nach den Kindern. Dabei fand sie die beiden Mädchen leblos in ihren Betten. Gegen 13.30 Uhr alarmierten die Eltern die Einsatzkräfte. Für die Zwillinge kam jedoch jede Hilfe zu spät.
Vier weitere Geschwister im Krankenhaus
Im Haus befanden sich außerdem vier weitere Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren. Auch sie litten offenbar unter den Folgen mangelnder Flüssigkeitsversorgung und wurden ins Krankenhaus gebracht. Ein Kind musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen werden und befand sich zwischenzeitlich in einem kritischen Zustand.
Eltern festgenommen – Vernachlässigung?
Die Eltern wurden noch am Montagnachmittag festgenommen. Die Staatsanwaltschaft von Valenciennes ermittelt wegen des Verdachts auf unzureichende Versorgung beziehungsweise Vernachlässigung von Minderjährigen unter 15 Jahren. Nach bisherigen Informationen war die Familie erst vor wenigen Monaten in das Wohnviertel gezogen und den Sozialbehörden bislang nicht bekannt. Die genaue Todesursache soll nun eine gerichtsmedizinische Untersuchung klären. Die Ermittler prüfen insbesondere, ob die extreme Hitze im Kinderzimmer zu einer tödlichen Dehydrierung geführt hat.
Der tragische Fall ereignet sich mitten in einer außergewöhnlichen Hitzewelle, die große Teile Europas erfasst hat. In Frankreich wurden zuletzt vielerorts Temperaturen von über 40 Grad gemessen. Gesundheitsbehörden warnen seit Tagen besonders vor den Gefahren für Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen, da sie besonders schnell austrocknen können.
Die Zwillinge sind nicht die ersten Kinder, die in Frankreich während der aktuellen Hitzewelle ums Leben kommen. Erst wenige Tage zuvor waren in Carpentras zwei Brüder im Alter von zwei und vier Jahren tot in einem aufgeheizten Auto gefunden worden. Auch dort gilt extreme Hitze als wahrscheinlichste Todesursache. Zudem registrierten die Behörden zahlreiche weitere hitzebedingte Todesfälle sowie mehrere tödliche Badeunfälle, nachdem Menschen bei den hohen Temperaturen Abkühlung gesucht hatten.
(fd)