Achtung vor 50 € Abzocke!
Der Kronehit Faktencheck
(09.09.2026) Ein 50-Euro-Schein unter dem Scheibenwischer wirkt zunächst wie ein unerwarteter Glücksfund. Doch genau darauf setzen derzeit Trickdiebe in Italien. Vor allem aus dem Norden von Rom werden aktuell vermehrt Fälle und Warnungen vor einer Ablenkungsmasche gemeldet, bei der Autofahrer aus ihrem Fahrzeug gelockt und anschließend bestohlen werden sollen.
Für Reisende aus Österreich, die mit dem Auto in Italien unterwegs sind, ist die Masche ebenfalls relevant. Besonders auf Parkplätzen von Supermärkten, Einkaufszentren und stark frequentierten öffentlichen Stellplätzen sollen die Täter zuschlagen.
So funktioniert der 50-Euro-Trick am Auto
Der Ablauf ist simpel: Die Täter platzieren einen 50-Euro-Schein an der Windschutzscheibe, meist unter dem Scheibenwischer. Teilweise berichten italienische Medien auch von gefälschten Banknoten. Der Geldschein wird so angebracht, dass der Fahrer ihn möglicherweise erst bemerkt, nachdem er bereits eingestiegen ist und seine Einkäufe, sein Handy oder seine Handtasche im Fahrzeug abgelegt hat.
Steigt der Autofahrer anschließend noch einmal aus, um die vermeintlichen 50 Euro zu holen, kommt ein Komplize ins Spiel. Innerhalb weniger Sekunden können Handtasche, Geldbörse oder Smartphone aus dem offenen Fahrzeug gestohlen werden. Läuft der Motor und steckt möglicherweise sogar noch der Schlüssel, besteht laut Berichten im schlimmsten Fall auch die Gefahr, dass das gesamte Auto gestohlen wird.
Besonders viele Meldungen aus Nord-Rom
Aktuell sorgt die Methode besonders in Rom für Aufsehen. Der „Corriere della Sera“ berichtete am 6. September über zunehmende Meldungen aus dem Norden der italienischen Hauptstadt. In lokalen sozialen Netzwerken und Nachbarschaftsgruppen werde bereits intensiv vor der Masche gewarnt.
Auch Sky TG24 berichtete einen Tag später, dass sich die Meldungen bei der italienischen Polizei zuletzt gehäuft hätten. Besonders geeignet für die Täter sind demnach Plätze, an denen Autofahrer häufig mit Einkäufen zum Fahrzeug zurückkehren und ihre persönlichen Gegenstände zunächst im Innenraum ablegen.
Ganz neu ist die Methode allerdings nicht. Neu beziehungsweise aktuell ist vor allem die Häufung der Meldungen in Rom. Ablenkungstricks rund um geparkte Autos sind international schon länger bekannt.
Eine ähnliche Variante funktioniert beispielsweise mit einer Plastikflasche unter einem Reifen. Beim Losfahren entsteht ein auffälliges Geräusch. Der Fahrer hält an und steigt aus, um nachzusehen – während ein zweiter Täter versucht, Wertsachen aus dem Fahrzeug zu stehlen. Auch verstreute Münzen oder vermeintliche Schäden am Fahrzeug werden als Ablenkungsmittel eingesetzt.
Auch Urlauber in Italien sollten aufmerksam sein
Die derzeit bekannten Schwerpunkte liegen zwar in Rom, daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass die Masche ausschließlich dort vorkommen kann. Österreichische Medien warnen deshalb inzwischen auch Italien-Urlauber vor dem Trick.
Wer beispielsweise mit dem Auto nach Rom, Südtirol, Jesolo, Lignano, Grado, Venedig oder an die Adria reist, sollte bei ungewöhnlichen Gegenständen am eigenen Fahrzeug grundsätzlich vorsichtig sein. Einen konkreten Nachweis, dass sich die aktuelle Serie bereits auf all diese Urlaubsregionen ausgebreitet hat, gibt es derzeit allerdings nicht.
50 Euro am Auto entdeckt: Das sollte man tun
Wer einen Geldschein unter dem Scheibenwischer erst bemerkt, nachdem er bereits im Auto sitzt, sollte nicht hektisch wieder aussteigen.
Empfohlen wird:
- Türen sofort verriegeln
- Handy, Geldbörse und Handtasche sichern
- die Umgebung auf verdächtige Personen überprüfen
- den Wagen nicht mit laufendem Motor oder Schlüssel unbeaufsichtigt lassen
- wenn möglich zunächst an einen sicheren, belebten Ort weiterfahren
- bei verdächtigen Beobachtungen die Polizei verständigen
Vor allem sollte man niemals nur wegen des Geldscheins das offene oder laufende Fahrzeug verlassen.
Ist der 50-Euro-Schein wirklich falsch?
Hier unterscheiden sich die Berichte. Einige Medien sprechen ausdrücklich von einem gefälschten 50-Euro-Schein, andere lediglich von einer Banknote als Köder. Für die Funktionsweise der Masche spielt das letztlich kaum eine Rolle: Der Täter investiert beziehungsweise platziert den Schein, um einen wesentlich höheren Wert zu erbeuten.
Deshalb wäre die Behauptung „Es handelt sich immer um Falschgeld“ derzeit zu pauschal. Sicher belegt ist hingegen der Einsatz eines vermeintlichen 50-Euro-Scheins als Ablenkung.
Warum gerade der Scheibenwischer?
Der Trick funktioniert vor allem deshalb, weil der Fahrer den Geldschein häufig nicht sofort beim Herantreten zum Auto bemerkt. Erst vom Fahrersitz aus fällt der Blick auf die Windschutzscheibe.
Zu diesem Zeitpunkt liegen Einkaufstaschen und persönliche Gegenstände möglicherweise bereits im Auto. Genau diesen kurzen Moment der Neugier nutzen die Täter. Die Methode benötigt weder technische Hilfsmittel noch direkten Kontakt mit dem Opfer – wenige Sekunden Ablenkung können reichen.
50-Euro-Betrugsmasche
Die aktuellen Warnungen sind also kein erfundener Social-Media-Hoax. Aus Nord-Rom gibt es mehrere aktuelle Berichte über die 50-Euro-Masche, und auch größere italienische Medien greifen die Warnungen auf.
Als völlig „neue Betrugsmasche“ sollte der Trick dennoch nur mit Einschränkung bezeichnet werden. Das Grundprinzip – Autofahrer gezielt aus dem Wagen zu locken und anschließend ihre Wertsachen zu stehlen – existiert schon länger.
Aktuell ist vor allem die Variante mit dem 50-Euro-Schein am Scheibenwischer wieder verstärkt im Gespräch. Für Autofahrer und Italien-Urlauber aus Österreich gilt deshalb: Sieht ein Geldschein am eigenen Auto zu schön aus, um wahr zu sein, sollte man zuerst an die Sicherheit denken – und erst danach an die 50 Euro.
(fd/krone)