Angriff auf zivile Ziele?
Trump droht dem Iran!
(15.07.2026) Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran spitzt sich weiter zu. US-Präsident Donald Trump hat dem Iran erneut mit Angriffen auf zivile Infrastruktur gedroht. In einem Interview mit dem US-Sender Fox News kündigte Trump an, dass bereits in der kommenden Woche iranische Kraftwerke und Brücken zerstört würden – sofern Teheran nicht an den Verhandlungstisch zurückkehrt. Gleichzeitig stellte er weitere heftige Luftangriffe in den kommenden Nächten in Aussicht.
Krisensitzung im Weißen Haus über noch größere Offensive
Hinter den Kulissen bereitet sich Washington offenbar auf eine weitere Eskalation vor. Laut dem Nachrichtenportal Axios leitete Trump am Dienstag eine Krisensitzung im Situation Room des Weißen Hauses. Daran nahmen unter anderem Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth und CIA-Direktor John Ratcliffe teil.
Diskutiert worden seien Pläne für deutlich umfangreichere Angriffe auf strategische Ziele im Iran – zusätzlich zu den laufenden Militärschlägen rund um die Straße von Hormuz. Parallel dazu laufen nach Angaben des Weißen Hauses weiterhin diplomatische Kontakte mit Teheran, um eine Rückkehr zu Verhandlungen zu erreichen.
Neue US-Angriffe und Seeblockade gegen den Iran
Das US-Militär setzte seine Angriffe am Dienstag fort und nahm gleichzeitig die Seeblockade iranischer Häfen wieder auf. Nach Angaben des US-Regionalkommandos CENTCOM wurden bei einer mehrstündigen Angriffswelle Dutzende militärische Ziele getroffen. Ziel sei es gewesen, iranische Angriffe auf Handelsschiffe in der strategisch wichtigen Straße von Hormuz zu verhindern.
Die Meerenge zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls wird über die Straße von Hormuz transportiert. Eine längere Blockade könnte deshalb massive Auswirkungen auf Energiepreise und die Weltwirtschaft haben.
Iran meldet Tote und Schäden an ziviler Infrastruktur
Nach iranischen Angaben wurden bei den jüngsten US-Angriffen im Süden des Landes mindestens 30 Menschen getötet und rund 260 weitere verletzt. Staatsmedien berichten außerdem von Treffern auf zivile Einrichtungen, darunter ein Weizensilo in der Provinz Khuzestan sowie eine Mineralwasserfabrik in der Provinz Ilam. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben derzeit nicht.
Iran schlägt mit Raketen und Drohnen zurück
Als Reaktion auf die US-Angriffe feuerten die iranischen Revolutionsgarden erneut Raketen und Kamikazedrohnen auf Ziele in Kuwait, Bahrain und Jordanien. Nach iranischen Angaben richteten sich die Angriffe gegen US-Militärstützpunkte, Flugabwehrsysteme und Treibstofflager.
Jordanien erklärte, mehrere Raketen abgefangen zu haben. Schäden oder Verletzte habe es dort nicht gegeben. Auch Bahrain und Kuwait meldeten Angriffe auf Einrichtungen mit US-Militärpräsenz.
Iran droht mit Stopp aller Energieexporte
Die iranischen Revolutionsgarden kündigten zudem weitere Maßnahmen gegen den internationalen Energiehandel an. Sollte die US-Seeblockade bestehen bleiben, wolle man den Export von Erdöl und Erdgas in der Region vollständig unterbinden.
In einer Erklärung hieß es: "Entweder für alle oder für niemanden." Ein solcher Schritt hätte erhebliche Folgen für den globalen Ölmarkt, da die Straße von Hormuz als wichtigste Energieroute der Welt gilt. Bereits nach den jüngsten Entwicklungen zogen die Ölpreise deutlich an.
Waffenruhe endgültig gescheitert
Noch Mitte Juni hatten sich die USA und der Iran auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das innerhalb von 60 Tagen in einen dauerhaften Friedensvertrag münden sollte. Bestandteil der Vereinbarung war unter anderem die Öffnung der Straße von Hormuz für den internationalen Schiffsverkehr.
Nach den jüngsten Angriffen betrachten inzwischen beide Seiten das Abkommen als gescheitert. Trump erklärte die Waffenruhe bereits vergangene Woche für beendet. Auch der iranische Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi betonte, Teheran sehe sich nach den neuen US-Angriffen an keine Verpflichtungen aus der Vereinbarung mehr gebunden.
Sorge vor weiterer Eskalation wächst
Mit den angekündigten Angriffen auf Kraftwerke und Brücken sowie den gegenseitigen Raketenangriffen wächst international die Sorge vor einer weiteren Ausweitung des Konflikts. Sollte der Iran seine Drohung wahr machen und den Energieexport durch die Straße von Hormuz weiter einschränken, könnten die Auswirkungen weit über den Nahen Osten hinausreichen – mit Folgen für Energieversorgung, Ölpreise und die Weltwirtschaft.
(fd/apa)