Kind (7) stirbt bei Zahnarzt

Tödliche Vollnarkose?

(15.07.2026) Ein eigentlich routinemäßiger Zahnarztbesuch endete für die siebenjährige Ela Kocaçöğür tödlich. Das Mädchen aus der türkischen Provinz Burdur erlitt während einer Zahnbehandlung unter Vollnarkose in einem Privatkrankenhaus in Isparta einen Herzstillstand und starb trotz sofortiger Wiederbelebungsversuche. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen, eine Obduktion soll nun klären, woran das Kind tatsächlich gestorben ist.

Acht kariöse Zähne sollten gemeinsam versorgt werden

Ela war am 3. Juli gemeinsam mit ihrer Familie in das Davraz-Yaşam-Krankenhaus in Isparta gebracht worden. Bei der Zweitklässlerin mussten insgesamt acht kariöse Zähne behandelt werden. Um ihr mehrere Zahnarzttermine und die damit verbundenen Belastungen zu ersparen, entschieden sich die Ärzte für einen einzigen Eingriff unter Vollnarkose.

Während der Behandlung kam es jedoch zu dramatischen Komplikationen. Nach bisherigen Informationen erlitt das Mädchen einen Herzstillstand. Das medizinische Personal leitete umgehend Wiederbelebungsmaßnahmen ein, konnte das Leben der Siebenjährigen jedoch nicht mehr retten.

Familie fordert Antworten

Die Eltern Serap und Ali Kocaçöğür haben Anzeige erstattet und verlangen eine lückenlose Aufklärung des Falls. Gemeinsam mit ihrem Anwalt stellen sie mehrere zentrale Fragen:

  • Wurden vor der Vollnarkose alle notwendigen Voruntersuchungen wie Blut- und Allergietests durchgeführt?
  • War während des gesamten Eingriffs ein qualifizierter Anästhesist anwesend?
  • Wurde das Narkosemittel korrekt dosiert?
  • Gab es Versäumnisse bei der Überwachung des Kindes?

Die Antworten darauf sollen nun Teil der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sein.

Obduktion soll Todesursache klären

Nach dem Tod wurde Elas Leichnam obduziert. Das endgültige rechtsmedizinische Gutachten steht noch aus und soll Aufschluss darüber geben, wodurch der Herzstillstand ausgelöst wurde. Bis zum Abschluss der Untersuchungen wollen die Behörden keine voreiligen Schlüsse ziehen.

Krankenhaus weist Vorwürfe zurück

Das Privatkrankenhaus erklärte in einer Stellungnahme, sämtliche medizinischen Vorschriften und Behandlungsprotokolle seien eingehalten worden. Der Herzstillstand sei eine nicht vorhersehbare Komplikation gewesen. Ob tatsächlich ein Behandlungsfehler oder ein Versäumnis vorlag, müssen nun die Ermittlungen und das rechtsmedizinische Gutachten klären.

Zahnärztekammer begleitet Ermittlungen

Auch die Zahnärztekammer der Provinz Isparta hat sich zu Wort gemeldet. Sie betonte, dass Vollnarkosen oder Sedierungen bei Kindern in bestimmten Fällen medizinisch üblich seien – etwa bei starker Angst, fehlender Kooperation oder umfangreichen Eingriffen. Gleichzeitig kündigte die Kammer an, die Untersuchungen genau zu verfolgen. Sollte ein Fehlverhalten festgestellt werden, würden berufsrechtliche Konsequenzen geprüft.

Der Tod der Siebenjährigen löste in ihrer Heimat große Bestürzung aus. Ela besuchte die zweite Klasse der Mehmet-Yıldızlı-Grundschule in Burdur und trainierte gemeinsam mit ihren beiden Geschwistern in einem Turnverein. Trotz ihres jungen Alters hatte sie bereits an mehreren Turnwettkämpfen teilgenommen. Zahlreiche Mitschüler, Lehrer, Vereinskollegen und lokale Politiker nahmen Abschied, als sie auf dem Asri-Friedhof in Burdur beigesetzt wurde.

(fd)

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