Vater und Tochter (6) sind tot
Schwester (4) schwer verletzt
(15.07.2026) Nach dem tödlichen Traktorunglück in Satteins (Vorarlberg) werden immer mehr Details über das Familiendrama bekannt. Ein Vater und seine sechsjährige Tochter kamen bei dem Unfall ums Leben, die vierjährige Schwester überlebte verletzt. Besonders tragisch: Die Mutter entdeckte die Unfallstelle erst selbst, nachdem ihre Familie stundenlang nicht nach Hause zurückgekehrt war.
Traktor rutschte auf steiler Wiese ab
Der Unfall ereignete sich am Dienstagvormittag im Bereich Zwischentobel in Satteins. Der Vater war gemeinsam mit seinen beiden Töchtern mit einem Traktor und Anhänger auf einem steilen Wiesengelände unterwegs. Aus bisher ungeklärter Ursache verlor das Fahrzeug den Halt, geriet ins Rutschen und überschlug sich mehrfach.
Für den Mann und seine sechsjährige Tochter kam jede Hilfe zu spät. Beide starben noch an der Unfallstelle. Die vierjährige Tochter wurde verletzt mit dem Rettungshubschrauber ins Landeskrankenhaus Feldkirch gebracht. Ihr Zustand wurde offiziell als Verletzungen unbestimmten Grades beschrieben.
Mutter machte sich auf die Suche
Weil ihr Mann und die beiden Kinder ungewöhnlich lange nicht nach Hause kamen, machte sich die Mutter Sorgen. Sie suchte nach ihrer Familie und fand schließlich selbst die Unfallstelle. Sofort setzte sie den Notruf ab.
Da sich das Unglück in einem abgelegenen Gebiet ereignet hatte, blieb der Unfall zunächst unbemerkt. Als die Rettungskräfte eintrafen, konnten sie Vater und Tochter nicht mehr helfen.
Großaufgebot an Einsatzkräften
Im Einsatz standen der Rettungsdienst, ein Notarzthubschrauber, die Feuerwehren Satteins und Frastanz, die Bergrettung sowie mehrere Polizeistreifen. Auch der Polizeihubschrauber "Libelle" und Drohnen wurden eingesetzt.
Um die Privatsphäre der Familie zu schützen, wurde die Unfallstelle weiträumig abgesperrt und mit Sichtschutz abgeschirmt. Zusätzlich betreute ein Kriseninterventionsteam Angehörige und Einsatzkräfte.
Feuerwehr: "Ein sehr belastender Einsatz"
Das Unglück traf auch die Einsatzkräfte persönlich. Viele kannten die Familie.
Ein Feuerwehrmann schilderte gegenüber der "Krone" die emotionale Belastung: Es sei besonders schwer gewesen, weil ein Kind betroffen gewesen sei und man den Menschen nicht mehr helfen konnte. Trotzdem hätten alle ihre Aufgaben professionell erfüllen müssen.
Gemeinde steht unter Schock
In Satteins herrscht große Betroffenheit. Bürgermeister Andreas Dobler sprach von einer erschütternden Tragödie.
Die Gemeinde kündigte an, die Familie bei Bedarf rasch und unbürokratisch finanziell zu unterstützen. Außerdem soll das Unglück im Kindergarten der betroffenen Kinder behutsam aufgearbeitet werden.
Ermittlungen laufen
Warum der Traktor auf dem steilen Wiesengelände die Kontrolle verlor, ist derzeit noch unklar. Die Polizei ermittelt zur genauen Unfallursache. Hinweise auf ein Fremdverschulden wurden bislang nicht bekannt gegeben.
(fd/apa)