Fake-Beautyärztin vor Gericht

bis zu 10 Jahre Haft

(15.07.2026) Eine 45-Jährige Frau muss sich am 23. Juli vor dem Wiener Landgericht verantworten. Ihr wird vorgeworfen, ohne ärztliche Ausbildung Schönheitsbehandlungen durchgeführt zu haben. Darunter finden sich Behandlungen wie Botox- oder Hyaluron-Injektionen. Dabei sollen zwischen 2021 und 2023 einige Patient:innen verletzt worden sein.

Laut Anklage kam es in 39 Fällen zu schweren Verletzungen, darunter Infektionen, starke Schwellungen und Narben. Diese hatten teils lange gesundheitliche Folgen. In mehr als 50 weiteren Fällen sollen leichtere Beschwerden wie Blutergüsse oder Kopfschmerzen entstanden sein.

Zusätzlich wird der Frau vorgeworfen, als Geschäftsführerin Geld aus mehreren Firmen für private Ausgaben verwendet zu haben. Der entstandene Schaden soll über 300.000 Euro betragen. Auch eine Rechnung für die Erstellung der Website soll sie nicht bezahlt haben.

Die Verdächtige war zunächst ins Ausland geflüchtet und wurde Ende Mai in Paris aufgrund eines Europäischen Haftbefehls festgenommen. Anschließend wurde sie nach Wien gebracht, wo sie sich derzeit wegen Flucht- und Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft befindet. Zwar bot sie eine Kaution von 350.000 Euro an, über ihre Freilassung wurde aber noch nicht entschieden.

Sollte sie schuldig gesprochen werden, droht ihr eine Haftstrafe von bis zu 10 Jahren. Für sie gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung.

(ng)

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