Die Goliath Vogel Spinne

Groß wie Meerschweinchen?

(14.10.2026) Eine Spinne so groß wie ein Essteller, mit riesigen Beinen und einem Gewicht von fast 200 Gramm? Was nach einem Horrorfilm klingt, gibt es tatsächlich. Die Goliath-Vogelspinne aus Südamerika gehört zu den größten Spinnen der Welt. Noch längere Beine besitzt die Laotische Riesenkrabbenspinne, die eine Spannweite von rund 30 Zentimetern erreichen kann. Doch bei einer angeblich 70 Zentimeter großen Urzeitspinne haben sich Wissenschaftler jahrelang geirrt. Ein Faktencheck zeigt, welche Riesenspinnen wirklich existieren und welche sich als Irrtum herausgestellt haben.

Größte Spinne der Welt

Wer schon bei einer gewöhnlichen Hausspinne nervös wird, sollte sich die Goliath-Vogelspinne (Theraphosa blondi) lieber nicht in Originalgröße vorstellen. Die riesige Spinnenart lebt in den tropischen Regenwäldern Südamerikas und gilt laut Guinness World Records als schwerste bekannte Spinne der Welt.

Ausgewachsene Exemplare können eine Beinspannweite von rund 28 bis 30 Zentimetern erreichen. Damit könnten sie mit ausgestreckten Beinen einen großen Essteller bedecken. Ihr Gewicht kann auf bis zu 175 Gramm steigen.

Die Tiere kommen unter anderem in Brasilien, Venezuela, Guyana, Suriname und Französisch-Guayana vor. Besonders wohl fühlen sie sich in warmen, feuchten Regenwaldgebieten, wo sie sich tagsüber häufig in Erdhöhlen verstecken.

Goliath-Vogelspinne wirklich größer als ein Meerschweinchen?

Die Behauptung klingt unglaublich, braucht aber eine wichtige Einschränkung. Die Goliath-Vogelspinne kann mit ausgestreckten Beinen tatsächlich eine größere Fläche einnehmen als manche kleinen Meerschweinchen.

Beim Gewicht sieht die Sache allerdings anders aus. Während die Riesenspinne bis zu 175 Gramm erreicht, wiegen ausgewachsene Meerschweinchen üblicherweise mehrere Hundert Gramm und damit deutlich mehr.

Faktencheck-Ergebnis: Teilweise richtig. Die Spinne kann durch ihre langen Beine größer wirken als ein Meerschweinchen, ist aber wesentlich leichter. Entscheidend ist also, ob man die Beinspannweite, die Körperlänge oder das Gewicht vergleicht.

Riesenspinne hat Beißklauen von mehr als zwei Zentimetern

Besonders beeindruckend sind die kräftigen Mundwerkzeuge der Goliath-Vogelspinne. Ihre Beißklauen können mehr als zwei Zentimeter lang werden und ermöglichen es ihr, auch größere Beutetiere zu überwältigen.

Trotz ihres Namens frisst die Goliath-Vogelspinne nur selten Vögel. Auf ihrem Speiseplan stehen hauptsächlich Insekten und andere wirbellose Tiere. Gelegentlich erbeutet sie aber auch Frösche, kleine Nagetiere oder Eidechsen.

Für gesunde Menschen gilt ihr Gift normalerweise nicht als lebensgefährlich. Ein Biss kann allerdings sehr schmerzhaft sein. Außerdem besitzt die Spinne spezielle Brennhaare, die sie bei Gefahr abstreifen kann. Diese können Haut, Augen und Atemwege stark reizen.

In Südamerika landen Riesenspinnen sogar auf dem Teller

Was für viele Menschen wie der schlimmste Albtraum klingt, gilt in bestimmten Regionen Südamerikas als traditionelle Spezialität.

Bei einigen indigenen Gemeinschaften werden Goliath-Vogelspinnen gegessen. Vor der Zubereitung werden die reizenden Brennhaare entfernt. Anschließend können die Tiere beispielsweise in Bananenblättern geröstet werden.

Besonders überraschend ist die Beschreibung des Geschmacks. Menschen, die eine solche Spinne probiert haben, vergleichen das helle Muskelfleisch mit Garnelen oder anderen Meeresfrüchten.

Die Goliath-Vogelspinne ist also nicht nur eine der größten Spinnen der Welt, sondern wird mancherorts tatsächlich als Nahrungsmittel genutzt.

Laotische Riesenkrabbenspinne hat die längsten Beine

Während die Goliath-Vogelspinne beim Gewicht vorne liegt, hält eine andere Art einen besonderen Rekord: die Laotische Riesenkrabbenspinne (Heteropoda maxima).

Diese Spinne erreicht eine Beinspannweite von rund 30 Zentimetern und gilt damit laut Guinness World Records als Rekordhalterin bei der Beinspannweite.

Anders als die kräftig gebaute Goliath-Vogelspinne besitzt sie einen vergleichsweise flachen Körper und extrem lange Beine. Dadurch kann sie sich schnell fortbewegen und in engen Felsspalten verstecken.

Die Art lebt in Kalksteinhöhlen in Laos und wurde erst im Jahr 2001 wissenschaftlich beschrieben. Trotz ihrer auffälligen Größe blieb sie der Forschung damit erstaunlich lange verborgen.

Warum heißt die Riesenkrabbenspinne auch Jägerspinne?

Die Laotische Riesenkrabbenspinne gehört zu den sogenannten Huntsman-Spinnen, die im Deutschen auch als Jägerspinnen bezeichnet werden.

Anders als viele bekannte Hausspinnen bauen diese Tiere kein großes Fangnetz, um auf Beute zu warten. Stattdessen gehen sie aktiv auf die Jagd.

Mit ihren langen Beinen können sie Insekten und andere kleine Tiere verfolgen und überwältigen. Ihr Gift dient dazu, die Beute bewegungsunfähig zu machen.

Für Menschen gelten diese Spinnen normalerweise nicht als gefährlich. Ein Biss kann dennoch schmerzen und in seltenen Fällen stärkere Reaktionen verursachen.

Angebliche 70-Zentimeter-Urzeitspinne war gar keine Spinne

Besonders spannend wird der Faktencheck bei einer angeblichen Monsterspinne aus der Urzeit. Jahrzehntelang galt ein Fossil namens Megarachne servinei als Beweis dafür, dass vor rund 300 Millionen Jahren riesige Spinnen über die Erde krabbelten.

Das Fossil wurde 1980 in Argentinien beschrieben. Wissenschaftler vermuteten zunächst, dass das ausgestorbene Tier eine Beinspannweite von bis zu 50 bis 70 Zentimetern erreicht haben könnte.

Damit wäre Megarachne deutlich größer gewesen als jede heute bekannte Spinnenart. Die vermeintliche Riesenspinne wurde sogar in wissenschaftlichen Darstellungen und Museumsmodellen gezeigt.

Doch die spektakuläre Geschichte nahm eine überraschende Wendung.

Wissenschaftler entdecken Fehler bei Urzeit-Monster

Im Jahr 2005 untersuchte ein internationales Forschungsteam das Fossil erneut. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass mehrere anatomische Merkmale überhaupt nicht zu einer echten Spinne passten.

Die vermeintlichen Spinnenmerkmale waren falsch interpretiert worden. Tatsächlich gehörte das Fossil zu einer heute ausgestorbenen Gruppe von Gliederfüßern, den sogenannten Eurypteriden, die umgangssprachlich auch Seeskorpione genannt werden.

Die angeblich größte Spinne aller Zeiten war damit gar keine Spinne.

Faktencheck-Ergebnis: Falsch. Megarachne war ein ausgestorbener Verwandter der Seeskorpione und keine riesige Urzeit-Vogelspinne.

Besonders kurios: Die falsche Einordnung hatte sich bereits über viele Jahre gehalten, bevor die Wissenschaft den Irrtum endgültig aufklärte.

Gibt es solche Riesenspinnen auch in Österreich?

Wer jetzt befürchtet, beim nächsten Waldspaziergang in Österreich einer 30 Zentimeter großen Spinne zu begegnen, kann beruhigt sein.

Goliath-Vogelspinnen und Laotische Riesenkrabbenspinnen leben nicht in der österreichischen Natur. Sie benötigen völlig andere klimatische und ökologische Bedingungen.

Zu den größeren heimischen Spinnen zählen beispielsweise verschiedene Winkelspinnen, die auch in Häusern, Kellern oder Garagen vorkommen können. Manche erreichen mit ausgestreckten Beinen eine Spannweite von mehreren Zentimetern.

Obwohl ihr Anblick bei vielen Menschen Unbehagen auslöst, sind diese Spinnen für Menschen normalerweise harmlos. Außerdem helfen sie dabei, Insekten und andere kleine Tiere in Schach zu halten.

Faktencheck: Wie groß ist die größte Spinne der Welt?

Die wichtigsten Behauptungen über die Riesenspinnen lassen sich klar einordnen:

  • Goliath-Vogelspinne mit fast 30 Zentimetern Beinspannweite: Richtig. Sie gehört zu den größten und schwersten Spinnen der Welt.
  • Riesenspinne größer als ein Meerschweinchen: Teilweise richtig. Die Beinspannweite kann beeindruckender sein, das Gewicht ist aber deutlich geringer.
  • Laotische Riesenkrabbenspinne mit rund 30 Zentimetern: Richtig. Sie hält den Rekord für besonders große Beinspannweiten.
  • Goliath-Vogelspinnen werden gegessen: Richtig. In Teilen Südamerikas gehören sie zur traditionellen Ernährung.
  • Urzeitspinne mit bis zu 70 Zentimetern: Falsch. Das bekannte Fossil Megarachne wurde später als ausgestorbener Seeskorpion identifiziert.

Fazit: Riesenspinnen sind echt

Die Natur bringt tatsächlich Spinnen hervor, die mit ihren ausgestreckten Beinen einen ganzen Essteller bedecken können. Die Goliath-Vogelspinne und die Laotische Riesenkrabbenspinne gehören zu den beeindruckendsten Beispielen.

Die Geschichten über riesige, gefährliche Monsterspinnen sind allerdings häufig übertrieben. Die größten heute bekannten Arten sind zwar beeindruckend, stellen für Menschen normalerweise aber keine lebensbedrohliche Gefahr dar.

Der Faktencheck zeigt: Echte Riesenspinnen gibt es tatsächlich. Die angeblich 70 Zentimeter große Urzeitspinne war hingegen ein wissenschaftlicher Irrtum.

Und für alle mit Spinnenangst gibt es immerhin eine gute Nachricht: Wer in Österreich eine 30 Zentimeter große Spinne unter dem Bett findet, sollte zuerst überprüfen, ob es nicht doch ein verlorener Socken ist.

(fd)

Richterinnen auf den Barrikaden

„Die Zitrone ist ausgepresst“

Unfall: Alkolenker in Baden

Sekundenschlaf als Ursache

Ukraine im „Überlebensmodus“

Selenskyj und Klitschko streiten

STMK: Rätselhafter Todesfall

Pärchen tot in Haus gefunden

FIFA: Mrd. Zahlung an Verbände

Infantinos Wahlzuckerl?

Zuckersteuer kommt!

Auch nach Österreich?

Baby totgeprügelt

160-Kilo Mann tötet Tochter

Budget: Defizit steigt weiter

Trotz aller Sparmaßnahmen