Hantavirus nach Kreuzfahrt
Österreicher neben Infizierter
(13.05.2026) Nach dem internationalen Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ ist nun auch ein Österreicher betroffen: Der Mann saß kurzzeitig mit einer später verstorbenen Hantavirus-Patientin in einem Flugzeug und gilt deshalb als Niedrigrisiko-Kontaktperson. Das teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Eine tatsächliche Ansteckung gilt laut Behörden jedoch als „äußerst unwahrscheinlich“. Der Mann zeigt bislang keine Symptome.
Schwer kranke Frau durfte nicht mitfliegen
Der Vorfall ereignete sich bereits am 25. April auf einem KLM-Flug von Johannesburg nach Amsterdam. Die betroffene Niederländerin war zuvor wegen ihres schlechten Gesundheitszustands vom Kreuzfahrtschiff „Hondius“ evakuiert worden.
Nach Angaben der niederländischen Behörden war die Frau bereits schwer erkrankt, als sie das Flugzeug betrat. Die Crew entschied deshalb noch vor dem Start, dass sie aus medizinischen Gründen nicht mitfliegen durfte.
Kurz darauf wurde sie wieder aus dem Flugzeug gebracht. Wenig später starb die Frau in Johannesburg.
Österreicher saß weit entfernt im Flugzeug
Wie das Gesundheitsministerium erklärte, befand sich der betroffene Österreicher während des kurzen Aufenthalts der Frau räumlich weit entfernt von ihr.
Die heimischen Behörden wurden am vergangenen Freitag von den niederländischen Gesundheitsstellen informiert. Danach wurde sofort die zuständige Landessanitätsbehörde eingeschaltet, die den Mann kontaktierte.
Er muss nun:
- sechs Wochen lang auf Symptome achten
- sich bei Beschwerden sofort melden
- stark frequentierte Innenräume möglichst meiden
- in Innenräumen möglichst eine FFP2-Maske tragen
- Pflegeheime und medizinische Einrichtungen meiden
Drei Todesfälle nach Kreuzfahrt
Der aktuelle Ausbruch steht im Zusammenhang mit der Kreuzfahrt der „Hondius“ im Atlantik. Das Schiff erreichte am Sonntag Teneriffa, wo unter strengen Sicherheitsmaßnahmen Sonderflüge organisiert wurden.
Bisher starben drei Passagiere, bei denen eine Infektion mit dem gefährlichen Andesvirus nachgewiesen wurde oder vermutet wird.
Österreicher befanden sich laut Behörden nicht an Bord des Schiffes. Auch in Österreich gibt es derzeit keinen bestätigten Hantavirus-Fall.
Gesundheitsministerium erweitert Meldepflicht
Wegen der aktuellen Entwicklung hat das Gesundheitsministerium vorsorglich die bestehende Meldepflicht erweitert.
Seit 9. Mai müssen in Österreich zusätzlich auch Verdachtsfälle von Mensch-zu-Mensch-übertragbaren Hantavirus-Infektionen gemeldet werden.
Hintergrund ist die Sorge, dass sich bestimmte Hantavirus-Varianten künftig stärker verbreiten könnten.
Hantaviren werden normalerweise durch Ausscheidungen von Nagetieren übertragen – etwa durch:
- Urin
- Kot
- Speichel
Das Andesvirus gilt jedoch als besonders gefährlich, weil in seltenen Fällen auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich ist.
Zu den Symptomen gehören:
- hohes Fieber
- Muskelschmerzen
- Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden
- Atemnot
- niedriger Blutdruck
In schweren Fällen kann die Erkrankung rasch zu Atemversagen und Schock führen.
Sterblichkeit bei schweren Verläufen extrem hoch
Laut Gesundheitsministerium liegt die Sterblichkeitsrate bei schweren Krankheitsverläufen zwischen 35 und 50 Prozent.
Eine spezifische antivirale Therapie existiert derzeit nicht. Betroffene werden deshalb intensivmedizinisch behandelt und isoliert.
Die europäische Seuchenbehörde ECDC stuft das Risiko für die Allgemeinbevölkerung in Europa aktuell dennoch als „sehr gering“ ein.
(fd/apa)