Inflation sinkt auf 3,2 Prozent

EU-Durchschnitt 2,8 %

(17.07.2026) Die Inflation in Österreich hat sich im Juni 2026 abgeschwächt. Wie die Statistik Austria am Freitag bekanntgab, lag die Teuerungsrate bei 3,2 Prozent, nachdem sie im Mai noch 3,7 Prozent betragen hatte. Hauptgrund für den Rückgang waren geringere Preissteigerungen bei Treibstoffen und Heizöl. Experten rechnen allerdings bereits im Juli wieder mit einer höheren Inflation – vor allem wegen der zuletzt deutlich gestiegenen Spritpreise.

Wifo: Höhere Treibstoffpreise treiben Inflation wieder an

Laut Wifo-Ökonom Josef Baumgartner dürfte sich der Preisauftrieb im Juli wieder verstärken. Hintergrund sind die gestiegenen Ölpreise infolge der neuen Spannungen im Nahen Osten. Diesel kostete zuletzt wieder mehr als 1,90 Euro pro Liter.

Wie stark die Inflation in den kommenden Monaten ausfällt, hängt laut Baumgartner vor allem von der weiteren Entwicklung des Konflikts im Iran sowie den Auswirkungen auf die internationale Öl- und Gasversorgung ab.

Verkehr bleibt größter Preistreiber

Trotz der Abschwächung bei den Treibstoffpreisen war der Bereich Verkehr mit einem Plus von 6,5 Prozent weiterhin der stärkste Inflationstreiber. Besonders deutlich verteuerten sich Flugtickets, deren Preise im Jahresvergleich um 22,4 Prozent anzogen.

Auch Dienstleistungen blieben überdurchschnittlich teuer. Gastronomie und Hotellerie verteuerten sich um 4,5 Prozent, ambulante Gesundheitsdienstleistungen sogar um 7,4 Prozent.

Strompreise wirken dämpfend

Entlastung gab es dagegen bei den Energiekosten. Die Strompreise sanken um 10,2 Prozent, unter anderem aufgrund der gesenkten Elektrizitätsabgabe, reduzierter Förderbeiträge sowie neuer Entlastungsmaßnahmen wie dem Sommer-Netztarif.

Auch die Preise für Haushaltsenergie entwickelten sich insgesamt leicht rückläufig. Heizöl verteuerte sich zwar weiterhin, allerdings deutlich weniger stark als noch im Mai.

Lebensmittel steigen nur leicht

Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke erhöhten sich im Juni um 1,3 Prozent und damit deutlich schwächer als im Vormonat. Kaffee wurde sogar leicht günstiger. Der sogenannte Mikrowarenkorb, der Produkte des täglichen Bedarfs umfasst, blieb im Jahresvergleich nahezu unverändert.

Österreich bleibt über dem Eurozonen-Durchschnitt

Während die Inflation in Österreich bei 3,2 Prozent lag, betrug sie im Juni im Durchschnitt der Eurozone 2,8 Prozent. Damit bleibt Österreich weiterhin über dem europäischen Durchschnitt.

Nach Veröffentlichung der Zahlen verwies die Bundesregierung auf Maßnahmen zur Entlastung bei den Stromkosten und die Halbierung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel. Arbeitnehmervertreter und Wirtschaftsexperten warnen jedoch, dass die zuletzt wieder gestiegenen Treibstoffpreise die Inflation bereits im Juli erneut anheizen könnten.

(fd/apa)

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