Inflation so wie in 1981

Aktuell bei 7,2 Prozent

(18.05.2022) "Wer kann sich das noch leisten?" Spannend, wenn Politiker diese Frage stellen. Noch spannender ist allerdings, wie sich ein normal Verdiener über Wasser halten soll. Die Teuerung in Österreich hat sich weiter beschleunigt. Im April lag die Inflationsrate laut Statistik Austria bei 7,2 Prozent - eine so hohe Teuerungsrate hatte es zuletzt im Oktober 1981 gegeben. Für drei Fünftel der Inflation waren die Ausgaben für Verkehr und Wohnen verantwortlich. Gegenüber dem Vormonat März stieg das Preisniveau um 0,3 Prozent. "Aktuell sind neben Treibstoffen und Energieprodukten auch anziehende Nahrungsmittelpreise für den Inflationsanstieg bestimmend", sagte Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas am Mittwoch laut Mitteilung.

Im März 2022 hatte die Teuerungsrate 6,8 Prozent betragen. Im April waren die Preise für Verkehr im Durchschnitt bereits um 17,7 Prozent höher als vor einem Jahr. Für Wohnung, Wasser und Energie wurden die Preise durchschnittlich um 9,4 Prozent erhöht. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich um 8,4 Prozent, Restaurants und Hotels hoben ihre Preise um durchschnittlich 6,4 Prozent an. Für Freizeit und Kultur war um 3,2 Prozent mehr zu bezahlen als vor einem Jahr. Hauptpreistreiber waren im April gegenüber März Nahrungsmittel (+2,1 Prozent). Preisdämpfend wirkten gegenüber dem Vormonat Pauschalreisen (-19,2 Prozent). EU-Weit sieht es mit 7,4 Prozent sogar noch schlimmer aus.

Die hohen Verbraucherpreise sorgen ebenfalls für eine Rekordinflation im gesamten Euroraum. Die nach europäischer Methode errechneten Verbraucherpreise (HVPI) betrugen im April wie auch schon im März im Jahresvergleich 7,4 Prozent, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat heute in einer zweiten Schätzung mitteilte. Ein Jahr zuvor lagen sie demnach bei 1,6 Prozent. Haupttreiber der Inflation waren erneut die Energiepreise: Sie verteuerten sich zum Vorjahresmonat um 37,5 Prozent. Die Preise für Industriegüter ohne Energie gingen indes um 3,8 Prozent nach oben, während die Dienstleistungen um 3,3 Prozent teurer waren. Ohne Energie hätten die Verbraucherpreise im April nur um 4,1 Prozent zugelegt.

(fd/apa)

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