Iran will Hormuz
Drohung gegen USA und Israel
(02.07.2026) Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt: Während der Iran seine Kontrolle über die strategisch wichtige Straße von Hormus erneut bekräftigt und Schiffen mit Konsequenzen bei Missachtung droht, gibt es gleichzeitig vorsichtige Fortschritte in den indirekten Verhandlungen mit den USA. Vermittler aus Katar sprechen von "positiven Fortschritten". Die Gespräche sollen nach den Trauerfeierlichkeiten für den getöteten iranischen Staatschef Ali Khamenei fortgesetzt werden.
Iran beansprucht Kontrolle über wichtige Handelsroute
Die iranischen Streitkräfte erklärten am Donnerstag, dass sämtliche Öl- und Handelsschiffe ausschließlich die vom Iran vorgegebenen Routen durch die Straße von Hormus nutzen müssten. Wer diese Anweisung missachte, müsse mit einer "unverzüglichen und entschlossenen Reaktion" rechnen.
Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Seewegen der Welt. Ein erheblicher Teil des globalen Öl-, Flüssiggas- und Düngemittelhandels wird über die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman abgewickelt. Bereits während des jüngsten Krieges zwischen dem Iran sowie den USA und Israel war der Schiffsverkehr dort zeitweise nahezu vollständig zum Erliegen gekommen.
Streitpunkt trotz Rahmenabkommen
Eigentlich hatten sich Washington und Teheran vor knapp drei Wochen auf ein Rahmenabkommen verständigt. Ein zentrales Ziel war die Wiederöffnung der Handelsroute und die freie Durchfahrt für internationale Schiffe.
Genau darüber herrscht jedoch weiterhin Uneinigkeit. Die USA verlangen eine uneingeschränkte Passage ohne Gebühren oder iranische Vorgaben. Teheran hingegen pocht auf seine Kontrolle über die Route und beharrt darauf, den Schiffsverkehr selbst zu regeln. Experten sehen darin derzeit den größten Streitpunkt der laufenden Verhandlungen.
Trotz der Spannungen gibt es diplomatische Signale der Entspannung. In Doha fanden am Mittwoch indirekte Gespräche zwischen Vertretern der USA und des Iran statt. Vermittelt wurden sie von Katar und Pakistan.
Nach Angaben des katarischen Außenministeriums wurden dabei "positive Fortschritte" erzielt. Beide Seiten hätten sich darauf verständigt, die Verhandlungen nach den Trauerfeierlichkeiten für Ali Khamenei so rasch wie möglich fortzusetzen. Direkt verhandeln Washington und Teheran weiterhin nicht miteinander.
Trauerfeiern bremsen Friedensprozess
Die Gespräche werden nun zunächst unterbrochen. Grund dafür sind die mehrtägigen Trauerfeierlichkeiten für das im Krieg getötete frühere iranische Staatsoberhaupt Ayatollah Ali Khamenei.
Die Zeremonien beginnen am Wochenende in Teheran und Qom. Das Begräbnis ist für den 9. Juli in seiner Geburtsstadt Maschhad geplant. Zu den Feierlichkeiten werden zahlreiche hochrangige Vertreter aus dem Ausland erwartet. Nach Angaben der iranischen Behörden könnten allein in Teheran bis zu 20 Millionen Menschen an den Trauerveranstaltungen teilnehmen.
Iran warnt USA und Israel
Parallel dazu verschärft Teheran den Ton gegenüber den USA und Israel. Die iranischen Streitkräfte warnten vor möglichen Angriffen während der Trauerfeierlichkeiten und kündigten eine "harte Reaktion" auf jede Bedrohung an.
Bereits zuvor hatte der iranische Außenminister Abbas Araqchi erklärt, der Iran werde jede Gefährdung seiner Bevölkerung oder politischen Führung sofort beantworten. Hintergrund sind unter anderem Aussagen des israelischen Verteidigungsministers Israel Katz, wonach auch Ali Khameneis Nachfolger Mojtaba Khamenei als mögliches Angriffsziel betrachtet werde.
(fd/apa)